Jagen, Sammeln, Craften: Neues VR-Survival-Game ist ein Hit

Jagen, Sammeln, Craften: Neues VR-Survival-Game ist ein Hit

Song in the Smoke ist ein neues Survival-Game für Virtual Reality, das euch in prähistorische Zeiten versetzt und garantiert für viele Stunden fesseln wird.

Dieses Wochenende wurde ich zum Jäger und Sammler. Mit einem Schnitzwerkzeug und Faustkeil stellte ich eine Keule und einen Bogen her. Die Sehne des Bogens fertigte ich aus getrockneten Gedärmen eines erlegten Hirschs.

Ich sammelte Holz und entfachte ein Feuer durch Zusammenschlagen zweier Feuersteine. Danach legte ich erst feine, dann mittlere und schließlich grobe Äste in das Lagerfeuer. Denn nur so hält das schützende Licht die ganze Nacht hindurch. Das ist wichtig, weil die Raubtiere in der Nacht auf Jagd gehen.

Zu dumm nur, dass ich die Feuerstelle unter freiem Himmel angelegt habe! Regen kam auf und machte mein Werk zunichte. Atemlos preschte ich durchs finstere Dickicht, durchnässt, frierend und auf der Flucht vor Raubtieren. Und einem dämonenhaften Tiergeist, der mir überallhin folgte und dessen Röcheln mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Erleichtert sah ich endlich die Sonne aufgehen, die dem Spuk fürs Erste ein Ende setzte.

Der tägliche Steinzeit-Überlebenskampf

Erschöpft schleppte ich mich zur nächsten Höhle und begann, ein neues Lager aufzuschlagen. Sammelte Steine für die Feuerstelle und Holz. In meinem Versteck rüstete ich mich für die Jagd: Fertigte aus Kleinholz und Steinen Pfeile und zerstieß in einem Mörser Beeren, die mir im Kampf Lebenskraft zurückgeben sollten.

Ich griff aus dem Hinterhalt und Büschen an. Mit meiner Beute, mehreren Brocken Fleisch und zwei Tierhäuten kehrte ich ins Lager zurück, pflegte meine Wunden und briet Fleisch über dem Feuer.

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Bilder können nicht einfangen, wie lebendig die Urzeitwelten wirken. | Bild: 17-Bit

Wieder gestärkt setzte ich aus langen Ästen notdürftige Gestelle zusammen, die mir beim Trocknen des Fleisches und Gerben der Tierhäute helfen sollten. Später würde ich aus diesen eine größere Tasche und Kleidung herstellen, sodass ich mehr Proviant mit mir tragen kann und nicht gleich erfriere, wenn ich einen Fluss überquere oder auf eine nächtliche Pirsch gehe.

Craften mit den eigenen Händen

Diese Beschreibung soll eine Vorstellung davon geben, was Spieler:innen in Song of the Smoke machen und erleben.

Wobei Virtual Reality der klassischen Survival-Rezeptur eine weitere Schicht Immersion hinzufügt: Da man viele Tätigkeiten mit den eigenen Händen ausführt, bekommt die Überlebenssimulation eine taktile Qualität, die mit Maus und Tastatur oder Gamepad nicht nachzuahmen ist und frischen Wind ins altgediente Survival-Genre bringt.

Das Crafting-System ist einfach und übersichtlich gehalten, um in VR nicht zu überfordern: Aus wenigen einfachen Grundbausteinen lässt sich eine überschaubare Zahl Gegenstände anfertigen, die zum Überleben notwendig sind.

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Song in the Smoke bietet nahtlose Tag-Nacht-Zyklen. | Bild: 17-Bit

Das Inventar, das sich mit einem Knopfdruck vor einem aufspannt, ist etwas sperrig für VR-Verhältnisse, aber erfüllt seinen Zweck. Leider geht das Spiel weiter, während man das Inventar geöffnet hat. So kann es passieren, dass man während eines Kampfs den falschen Gegenstand aus Tasche zieht und infolgedessen wortwörtlich ins Gras beißt.

Zwischen den Welten wandeln

Eine Geschichte ist nur angedeutet. In Song of the Smoke geht es darum, das Räderwerk der Welt verstehen zu lernen und Überlebensstrategien zu entwickeln.

Das Spiel setzt sich aus etwa einem Dutzend recht weitläufiger Gebiete zusammen, die man frei erkunden kann. In jedem Areal, müssen Spieler:innen drei singende Steine finden und anschließend einen Tiergeist besiegen. Danach öffnet sich ein Portal in die nächste Welt. Wer möchte, kann jederzeit zurückgehen und alte Gebiete erforschen.

Bei der Fortbewegung setzt Song in the Smoke auf eine Kombination aus fließender Bewegung und Teleportation über kurze Strecken. Letztere simuliert Sprünge, sodass man Abgründe überwinden und Felsen hochklettern kann. Das VR-Spiel ist erstaunlich vertikal gebaut und bietet viel Freiraum nach oben und unten. Doch egal, ob man geradeaus geht oder in die Höhe und Tiefe steigt: durch die prähistorischen Welten bewegt man sich mühelos und elegant.

Und wie schön sie anzusehen sind! Flüsse schlängeln sich durch die Landschaft, imposante Mammutbäume ragen in den Himmel, Staubpartikel tanzen durch die Luft und überall trapsen kleinere und größere Tiere durch die Szenerie. Hinzu kommt ein Tag-Nacht-Zyklus und eine Wettersimulation, die die Welten in unterschiedlichste Farben und Stimmungen taucht.

Song in the Smoke ist wirklich ein bildhübsches Spiel. Allerdings nur in der PSVR- und PC-VR-Version. Auf der Oculus Quest (2) verlieren die Welten ihren majestätischen Glanz, da auf scharfe Texturen sowie Licht- und Partikeleffekte größtenteils verzichtet werden musste. Das folgende Video zeigt die optischen Unterschiede.

Stress im Holozän

Zu den Schwachpunkten des Spiels gehört, dass das Crafting zuweilen in repetitive Arbeit ausufert. Die Existenz eines Jägers und Sammlers kann stressiger sein als so mancher moderne Bürojob: Ständig benötigt man etwas und ständig fehlt es an etwas, sodass man ruhelos hin- und herhetzt.

Spieler müssen in erster Linie auf Hunger und Erschöpfung achten. Darüber hinaus können tiefe Temperaturen, Vergiftungen und Blutungen zu einem frühzeitigen Tod führen. Und jeder Parameter hat ein anderes Gegenmittel, das man zuerst auftreiben muss. Das ständige Gesundheitsmanagement kann zuweilen auf die Nerven gehen.

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In der Nacht zieht man lieber nicht aus. | Bild: 17-Bit

Wer in Ruhe die Welt erkunden will, muss gut vorbereitet sein und hat ein enges Zeitfenster. Ein Tag dauert eine gefühlte Viertelstunde und wer bei Einbruch der Nacht nicht im Unterschlupf zurück ist, kann in echte Schwierigkeiten geraten. Ohne Fackel wird es nachts so dunkel, dass man kaum die Hand vor den Augen sieht.

Song in the Smoke: Geglücktes VR-Survival

Was den Umfang betrifft, bietet Song in the Smoke mehr als die meisten VR-Spiele (Releases). Besonders dann, wenn man sich Zeit lässt und die Gegenden genau erkundet. Ich habe mehr als acht Stunden in den Welten verbracht und erst die Hälfte der Gebiete gesehen.

Das japanische Indie-Studio 17-Bit hat mit Song in the Smoke einen Survival-Hit geliefert und eines der besten VR-Spiele des Jahres. Mit einer wunderschönen, lebendigen Spielwelt, tollen Handinteraktionen, müheloser Fortbewegung und einem grundsoliden Survival-Gerüst, das über viele Stunden hinweg fesselt. Ich kann es kaum erwarten, wieder in meine Fellbekleidung zu schlüpfen.

Wer Überlebenshilfe braucht, findet auf der offiziellen Internetseite drei Tutorial-Videos, die erklären, wie das Spiel funktioniert. Weitere Unterstützung und Austausch mit den Entwicklern ist im Discord-Kanal des Studios möglich.

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Plattformen Unterstützte Geräte Preis
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Rift Store (Crossbuy: Ja) Oculus Rift, Oculus Rift S, Oculus Quest (2) mit PC-VR-Streaming 29,99 Euro
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