HTC Vive: Mars Camtrack soll virtuelle Produktionen erleichtern

HTC Vive: Mars Camtrack soll virtuelle Produktionen erleichtern

HTC hat das System „Mars Camtrack“ angekündigt, das eine unkomplizierte Filmproduktion vor virtuellen Kulissen verspricht.

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HTC Vive wildert erneut in Bereichen abseits von Virtual Reality. Nach einer Auktionsplattform für NFT-Kunst teaserte das Unternehmen vor gut einer Woche Twitter einen mysteriösen Apparat an. Am Montag, 25. April folgte die Enthüllung: Beim „HTC Vive Mars Camtrack“ handelt es sich um eine Komplettlösung, die Aufnahmen von Schauspielenden vor virtuellen Kulissen vereinfachen soll.

Das System soll virtuelle Produktionen schneller, einfacher und erschwinglicher gestalten, sowohl in der Vorproduktion als auch am Drehort. Um dies zu erreichen, fasst es Kameraaufnahmen und aufgezeichnete Tracking-Daten in einem Gerät zusammen.

Mars Camtrack: Lighthouse-Tracking für Dreharbeiten

Die Komponenten passen in einen kleinen Transportkoffer und werden mit Zubehör wie Kabeln und Strom-Adaptern ausgeliefert. Die 1,4 Kilogramm leichte „Mars“-Box ist das Zentrum des Systems.

Sie bietet unter anderem einen Sieben-Zoll-Touchscreen und Anschlüsse wie BNC (für die „Genlock“-Synchronisierung der Signale), eine 3,5-Millimeter-Audiobuchse (für den Timecode) und drei „RJ45 PoE“-Ports (für die LAN-Verbindung zum Zubehör inklusive Stromversorgung).

Hinzu kommen drei kleinere, „Rover“ genannte Kästchen, auf die je ein Vive-Tracker (Modell 3.0) montiert und per USB verbunden wird. Dieses Doppelpack wird dann wahlweise auf Kameras oder an einer Kalibrierungstafel hinter Schauspielenden festgeschraubt.

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Zusammen sorgen sie dafür, dass sich der virtuelle Hintergrund perspektivisch korrekt zur Kamera und den Schauspielenden bewegt. Es werden zwei Vive-Tracker (3.0) mitgeliefert, drei dazu passende „Rover“-Boxen sind im Paket enthalten.

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Am Rande erfassen zwei mitgelieferte Basisstationen (2.0) auf Stativen sämtliche Tracker: Damit wird ein Drehort von fünf mal fünf Metern unterstützt. Wollt ihr bis zu zehn mal zehn Meter nutzen, müsst ihr zwei weitere Basis-Stationen anschaffen und einrichten.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit wirkt im Trailer besonders faszinierend: Auch eine Montage des Trackers auf einem Scheinwerfer ist möglich, um einen echten respektive virtuellen Lichtkegel durch die computergenerierte Welt zu schwenken.

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Die Vive-Tracker im Paket sind bekannt: VR-Enthusiasten befestigen sie seit Jahren an Armen und Beinen und übertragen so ihre Bewegungen auf eine Spielfigur oder einen Avatar. Da das laserbasierte Lighthouse-Tracking zum Einsatz kommt, ist die Verortung im Raum äußerst präzise.

Die Mars Camtrack bietet verschiedene Einsatzmöglichkeiten, zum Beispiel Motion-Capturing, Mixed-Reality-Videos oder VTubing (Youtube mit Virtual-Reality-Avataren). In der Ankündigung lobt Jim Geduldick von der „Volumetric Caption“-Produktionsfirma Dimension die Kombination von „Genlock-Synchronisation, Kamera- und Objektivkalibrierung, Multikamera-Unterstützung und der Integration in die Unreal Engine über LiveLink“. Dank der LiveLink-Verbindung lässt sich eine Vorschau direkt am Drehort in der Unreal Engine betrachten.

Im Idealfall sorgt diese Kombination dafür, dass sich Schauspielende während einer Produktion mit relativ geringem Aufwand durch viele virtuelle Kulissen bewegen können. Gerade bei der Einrichtung reduziere Camtrack aufwendige Arbeitsabläufe und biete eine einfache und präzise Lösung für das Kamera-Tracking.

Entlastung für Umwelt und Geldbeutel

Auch die Umwelt profitiere dank der Einsparungen, so HTC. Viele Kostenfaktoren klassischer Dreharbeiten fielen weg, darunter der Crew-Transport, Bau und Stromversorgung von Sets sowie die Entsorgung alter Requisiten.

Das System könnte sich außerdem als Entlastung für das Produktionsbudget erweisen. Das verwendete Trackingsystem SteamVR ist gerade auf größeren Flächen günstiger als etwa das Motion-Capture-System Optitrack: Dieses professionelle Konkurrenzprodukt kann je nach Fläche und Zahl an Kameras schnell einen sechsstelligen Betrag kosten.

Ein Blick auf den Lieferumfang der HTC Vive Mars Camtrack

Bild: HTC Vive

Der Preis für Mars Camtrack ist noch unbekannt. Der offizielle Start ist in der zweiten Jahreshälfte 2022 geplant. Auf der offiziellen Website dürfen sich Interessierte zudem für ein „Early-Bird-Programm“ registrieren: Einige wenige Teilnehmende sollen schon vor dem offiziellen Start mit einem begrenzten Kontingent bedient werden.

Auf der Seite gibt es weitere Informationen zu Anschlussmöglichkeiten, mitgelieferten Kabeln und genauen technischen Daten.

Hauptfunktionen des Systems „VIVE Mars Camtrack“:

  • Multi Cam Tracking mit Unterstützung für bis zu drei Kameras
  • hochpräzises Tracking mittels VIVE Tracker
  • automatische Kalibrierung für Kamera-Offset und Objektivverzerrung
  • Kompatibilität mit Objektiv-Encodern, sodass Filmemacher die Tiefenschärfe wie bei einer herkömmlichen Kamera ändern können
  • Plug-and-Play-Kompatibilität ohne zusätzliche Software
  • Zurücksetzen auf die ursprünglichen Einstellungen mit nur einem Klick
  • Mittels UE LiveLink synchronisiertes Genlock, das eine synchronisierte Ausgabe zwischen realen und virtuellen Schauspielern bietet
  • Robuste Verkabelung zur Reduzierung von Latenzzeiten

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