HTC Vive Flow: Das sagen erste Tester der VR-Brille

HTC Vive Flow: Das sagen erste Tester der VR-Brille

Die HTC Vive Flow wurde offiziell vorgestellt und die US-Presse konnte die VR-Brille bereits ausprobieren. Wir fassen die ersten Eindrücke zusammen.

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Die HTC Vive Flow ist eine kompakte und leichte VR-Brille, die für den Betrieb per Kabel an ein Android-Smartphone oder eine Powerbank angeschlossen wird.

Das Gerät ist für das Streamen von Smartphone-Inhalten auf eine virtuelle Leinwand, Videostreaming und einfache VR-Apps mit Wellness-Fokus gedacht. Ein Controller liegt nicht bei, stattdessen nutzt man das Smartphone, das in der Virtual Reality zu einem Laserpointer wird.

Alle weiteren Informationen zu HTCs neuer VR-Brille findet ihr in unserem Vive Flow Info-Artikel. Kommen wir zu den Kurztests.

Upload VR: Tolles Taschenkino

David Heaney schreibt, dass Vive Flow die leichteste und bequemste VR-Brille ist, die er jemals getragen hat. „Es fühlt sich, als könnte ich sie den ganzen Tag tragen“, schreibt Heaney. Man könne sie wie eine normale Sonnenbrille aufsetzen. Das Problem an der fehlenden Kopfhalterung sei, dass man sich das Gerät ins Gesicht drücken müsse.

Die visuelle Qualität sei vergleichbar mit Oculus Quest 2 (Test), das Sichtfeld jedoch ein wenig schmaler. Das 3-DoF-Tracking des Smartphones könne „recht frustrierend“ sein und das 6-DoF-Tracking bewege sich nicht ganz auf dem Niveau anderer VR-Brillen (Vergleich).

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Erstaunlich kompakt, aber nur per Kabel nutzbar: die Vive Flow. | Bild: HTC

Das Streamen von Smartphone-Inhalten sei das beste Feature und makellos ausgeführt. Auch die Audioqualität lobt Heaney.

Weniger eindrucksvoll seien die nativen VR-Apps, die allesamt mit weniger als 75 Bilder pro Sekunde liefen. Eventuell ändere sich das noch bis zum Launch. Für VR-Gaming sei das Gerät jedenfalls nicht geeignet und deshalb auch keine Konkurrenz zur Oculus Quest 2.

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Dafür trumpfe die Vive Flow als Taschenkino auf, da sie die beiden größten Nachteile der Oculus Go beseitigt: Sie ist leicht und bequem genug und bietet 6-DoF-Tracking. In dieser Hinsicht fühle sie sich wie der Nachfolger von Facebooks Mediaplayer-Brille an.

CNET: „Unglaublich coole Ideen“

Scott Stein lobt den kompakten Formfaktor. „Du ziehst sie dir auf wie jede andere Brille, ohne elastisches Band oder komische Kopfhalterung“, schreibt Stein.

Eines der besten Features sei die Dioptrien-Einstellbarkeit, da man die VR-Brille so problemlos an Mitmenschen mit unterschiedlicher Sehkraft weiterreichen könne. Enttäuscht hat Stein, dass das Gerät keine IPD-Einstellung bietet für die Anpassung an den eigenen Augenabstand.

Das geringe Gewicht und die kompakte Größe könne dazu führen, dass Menschen die VR-Brille länger am Stück tragen. Die Steuerung sei jedoch zu frickelig für VR-Neulinge. Ein separater Controller wäre besser gewesen als die Smartphone-Steuerung, findet Stein.

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In der Vorabversion biete die HTC Vive Flow „eine Reihe unglaublicher cooler Ideen“, bedürfe aber noch eines ausgereiften Interfaces. Das werde sich bis zum Launch hoffentlich noch ändern.

Techcrunch: „Kleine VR-Brille, große Kompromisse“

Lucas Matney ist beeindruckt, wie kompakt, innovativ und gut designt die Hardware erscheint. Er lobt das Doppelscharniersystem der Bügel und wie stabil es die VR-Brille am Kopf hält.

Das Gerät habe jedoch auch große Nachteile. Zum einen sei es von einer externen Stromquelle abhängig, zum anderen sei der Prozessor nicht leistungsfähig genug, um VR-Inhalte vergleichbar mit denen der Oculus Quest 2 darzustellen. Außerdem habe die VR-Brille keine dedizierten Controller und bedürfe einer Smartphone-App für die Steuerung.

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HTC bewirbt die Vive Flow als besonders mobile VR-Brille. | Bild: HTC

Matney ist nicht klar, für wen die VR-Brille gedacht ist. „Ich bezweifle, dass der Markt für VR-Meditation groß genug ist für eine 500 US-Dollar teures Gerät“, schreibt Matney. Es sei schade, dass die Anwendungsszenarien der Vive Flow so beschränkt sind, da viele Verbraucher:innen nach einer Alternative zur Oculus Quest 2 suchen.

The Verge: HTC sucht nach einem neuen Markt

Für Adi Robertson ist die Vive Flow ein Kompromiss bei der Leistungsfähigkeit zugunsten der Zugänglichkeit.

Zwar unterstützt die VR-Brille räumliches Tracking, der App-Katalog mache davon allerdings nicht viel Gebrauch. Die locker auf der Nase sitzende VR-Brille sei ohnehin nicht für viel Bewegung gedacht: Während des Kurztests rutschte das Gerät immer wieder von der Nase, wodurch die obere Hälfte des Sichtfelds unschaf wurde. „Ich musste vorsichtig sein, wenn ich meinen Kopf drehte und das Gefühl, die VR-Brille balancieren zu müssen, war nicht gerade entspannend“, schreibt Robertson.

Die Smartphone-Steuerung sei in der Theorie sinnvoll und in der Praxis umständlich. Mobilität sei wahrscheinlich nicht das Argument, das VR-Zweifler:innen überzeugen werde. Außerdem wirke man immer noch merkwürdig, wenn man eine solche VR-Brille beispielsweise in einem Flugzeug trägt.

Auf dem US-Markt gäbe es keine klare Zielgruppe für die Vive Flow, findet Robertson. Das Gerät sei wesentlich teurer als Oculus Quest 2 und biete dennoch weniger Features. Abseits von VR-Meditation und Videostreaming biete die VR-Brille nicht viel, dass von alltäglichem Nutzen sei.

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„Ich fand kleine Spiele, die ich ab und zu spielen könnte, aber keine Tools, für die ich 500 US-Dollar ausgeben würde“, schreibt Robertson.

Weiterlesen über HTC-Produkte:

Quelle: UploadVR, CNET, Techcrunch, The Verge