Hololens 2: Chirurgen kooperieren standortübergreifend in AR

Hololens 2: Chirurgen kooperieren standortübergreifend in AR

Microsoft positioniert die AR-Brille Hololens 2 weiter als medizinisches Hilfsgerät. Die Chirurgie steht im Fokus.

Im letzten Dezember hat sich der orthopädische Chirurg Dr. Bruno Gobbato mit Hololens 2 auf eine schwierige Operation vorbereitet, berichtet Microsoft. In die AR-Brille zugeschaltet waren seine Kollegen Professor Thomas Gregory in Paris und Dr. John Erickson in New Jersey.

Bei der Operation sollte ein nicht richtig verheilter Schlüsselbeinbruch untersucht und der Knochen neu positioniert werden. Um die Schmerzursache herauszufinden, führte Gobbato zunächst eine Schulterarthroskopie durch, bei der eine kleine Kamera ins Gelenk eingeführt wird.

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Bei dieser Untersuchung schauten Gregory und Erickson per AR-Brille zu: Über die in der Hololens 2 integrierten Kameras sahen sie ein Live-Bild aus der Perspektive von Gobbato. Außerdem betrachteten die Ärzte gemeinsam einen in 3D aufbereiteten CT-Scan des Patienten, bei dem das gesunde über das beschädigte Schlüsselbein gelegt wurde.

Microsoft testet AR im OP-Saal

Der Eingriff war Teil einer größeren Initiative: Zwischen November und Januar setzten insgesamt zwölf Chirurgen international Hololens als Hilfsinstrument während einer Operation ein. Die Initiative sollte zeigen, dass Hololens die Zusammenarbeit zwischen Chirurgen weltweit fördern kann.

Laut Microsoft wurden während dieser Zeit eine Reihe unterschiedlicher Eingriffe vorgenommen, unter anderem eine Knieoperation in den Vereinigten Arabischen Emiraten und ein Schulterersatz in Südafrika.

Unterstützt wird die Initiative von Gregory, der 2017 die erste Operation mit Hololens 1 vornahm. Er bezeichnet Hololens als „das Smartphone für Chirurgen“. Seine Abteilung benutzt Hololens 2 regelmäßig seit einem Jahr im Arbeitsalltag.

Hololens 2 soll Daten fürs KI-Training sammeln

Im Januar 2020 gründete Gregory gemeinsam mit Microsoft außerdem das KI-Institut Moveo in Paris, das Künstliche Intelligenz für Chirurgie untersucht.

Zukünftig soll Hololens während Operationen Daten sammeln, die dann wiederum für das KI-Training für Algorithmen verwendet werden können, die bei Eingriffen unterstützen. Gregory geht von einem Siegeszug der AR-Brille im OP-Saal aus, weil sie im Vergleich zu medizinischer Fachtechnik günstig sei und KI-Fortschritt auch für kleine medizinische Abteilungen weltweit zugänglich mache.

Hololens könne in einigen Fällen sogar chirurgische Roboter für minimalinvasive Chirurgie ersetzen, die rund zwei Millionen US-Dollar kosten. Beispielsweise könne basierend auf Augenbewegungen herausgefunden werden, wenn ein Chirurg während einer OP vor einem Problem steht.

„Mit HoloLens haben wir ein Werkzeug, um diese digitale Revolution in alle Operationssäle der Welt zu bringen“, sagt Gregory. „Die Auswirkung davon ist massiv. Ich denke, dass Chirurgen in Zukunft nicht mehr in der Lage sein werden, eine Operation ohne HoloLens durchzuführen.“

Quelle: Microsoft

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