Half-Life: Alyx nutzt beispielhaft die Stärken der Virtual Reality. Valves neue Gameplay-Videos demonstrieren das eindrücklich. Ich erkläre anhand der Videos, was Virtual Reality so besonders macht und welche der gezeigten Spielmechaniken nur in Virtual Reality möglich sind.

Virtual Reality bietet zwei entscheidende Neuerungen gegenüber herkömmlichem Monitorspielen.

Die erste Neuerung betrifft die Darstellungsart: Statt ein rechteckiges Bild vor sich zu haben, werden Spieler visuell komplett umhüllt und erscheinen somit zum ersten Mal in der Spielwelt. Da jedes Auge ein perspektivisch leicht verschobenes Bild sieht, suggeriert Virtual Reality zusätzlich räumliche Tiefe.

Diese neuen Darstellungsarten (360-Grad-Sicht und Tiefenwahrnehmung) verstärken die Immersion ungemein und können nicht durch herkömmliche Videos vermittelt werden. Um den Sprung in visueller Immersion nachvollziehen zu können, muss man sich zwingend eine VR-Brille aufsetzen.

Mehr Reaktion in VR: Zieh den Kopf ein!

Die andere große Neuerung des Mediums ist die räumliche Erfassung von Kopf und Händen. Das hat eine ganze Reihe von Konsequenzen, die Half-Life: Alyx beispielhaft vorführt.

Allein das Tracking des Kopfes führt zu neuen Spielweisen: VR-Spieler schauen sich wie im echten Leben mit dem Kopf um, statt mit Maus oder Analogstick. Da das VR-System räumliche Kopfbewegungen erfasst, kann man in VR-Spielen um Ecken schauen oder hinter Objekten in Deckung gehen.

In Half-Life: Alyx wird man zum ersten Mal den Kopf einziehen können, wenn die fliegenden Manhack-Roboter mit ihren rasiermesserscharfen Klingen auf einen zurasen.

Weg mit Maus und Tastatur: VR erfordert Interaktion

Noch mehr Möglichkeiten bietet die räumliche Erfassung der Hände und Finger. Schauen wir uns Valves Gameplay-Videos an, sehen wir, dass das gesamte Spiel um realistische Handinteraktionen herum aufgebaut ist, angefangen beim Waffenhandling.

In Virtual Reality hält man Waffen in der eigenen Hand. Gezielt wird über Kimme und Korn oder indem man durch holografische Visiere blickt. In einem der Videos sehen wir, wie Alyx eine Alien-Ressource namens Resin sammelt und ihre Pistole an einer Werkbank um ein solches Visier aufrüstet.

Jahrelange Counterstrike-Erfahrung hilft in der Virtual Reality nichts: Wie im echten Leben wird man erst durch Training des Muskelgedächtnisses zu einem guten Schützen. Die Waffen werden händisch nachgeladen. Je mehr Übung ein Spieler hat, desto kürzer werden die lebensgefährlichen Pausen.

Da in der Virtual Reality Blick und Hände entkoppelt sind, kann man in eine Richtung schauen und in die andere schießen, um so zum Beispiel gefahrlos aus der Deckung heraus feuern oder während eines Gefechts prüfen, ob von hinten Gegner kommen.

Kreativität ist gefragt

Eine Besonderheit von Half-Life: Alyx ist, dass man mit fast jedem Gegenstand in der Spielwelt interagieren kann. Dadurch können Spieler auf kreative Weise ihre Umgebung als Waffe einsetzen. Zum Beispiel dann, wenn die Munition zur Neige geht.

Objekte können in Richtung der Gegner geworfen oder als Schutzschild eingesetzt werden. In einem der Videos sehen wir, wie Alyx die Seitentür eines Fahrzeugs öffnet, um sich vor gegnerischem Kugelhagel zu schützen.

Die hohe Interaktionsdichte der Spielwelt dürfte die Kreativität der Spieler herausfordern und zu unerwarteten und neuen Spielweisen führen, die die Entwickler vielleicht selbst nicht vorausgesehen haben.

Egal, was wir in Half-Life: Alyx tun, immer sind die eigenen Hände im Spiel: Ob man Türen aufwuchtet, Hindernisse aus dem Weg räumt, berührungsempfindliche Displays bedient, Leitern hochklettert, Spritzen verabreicht oder die Umgebung und Leichen nach brauchbaren Gegenständen durchsucht.

Holografische Rätsel

Automatisches Aufsammeln von Gegenständen gibt es in Half-Life: Alyx nicht. Kisten müssen aufgebrochen, Schränke geöffnet und durchsucht werden. In einer Szene ist zu sehen, wie Alyx einen Eimer voller Gegenstände auskippt und nach nützlichen Objekten durchwühlt. Damit man sich nicht zu jedem Gegenstand hinbewegen und bücken muss, können Objekte mit Gravitationsshandschuhen zu sich herangezogen werden.

Die Hände agieren wie in der Realität unabhängig voneinander. So schießt man etwa mit einer Hand und wirft mit der anderen eine Granate – oder fängt eine gegnerische auf und pfeffert sie in die gegnerischen Reihen zurückt. Apropos Granaten: Im Spiel gibt es lebende Alien-Granaten, die man scharfmacht, indem man sie mit einer realistischen Handbewegung zusammendrückt. Auch dies ist nur in Virtual Reality möglich.

Rätsel nutzen ebenfalls Handinteraktionen: An zwei Stellen in den Videos knackt Alyx holografische Schlösser, um Türen zu öffnen oder Maschinen zu hacken. Spieler müssen dabei 3D-Rätsel lösen und ihre Hände im Raum bewegen.

Zum Realismus des Spiels trägt bei, dass längst nicht alle Interaktionen eine bestimmte Funktion erfüllen. So kann sich Alyx einen Helm aufsetzen oder mit Objekten jonglieren.

Half Life: Alyx in VR – Eine neue Art von Videospiel

Viele Elemente aus Half-Life: Alyx kennen wir bereits aus anderen VR-Spielen. Das Besondere an Valves Titel ist, dass es diese Mechaniken zusammenführt und auf ein neues Niveau hebt.

Mit Half-Life: Alyx werden Videospiele nicht nur immersiver und realistischer. Sie werden insgesamt physischer und haptischer. Und sie eröffnen vollkommen neue Möglichkeiten, mit Spielwelten zu interagieren, die Spieler inspirieren und kreativer denn je machen werden.

Nachfolgend findet ihr alle Gameplay-Videos in voller Länge.

Half-Life: Alyx erscheint am 23. März exklusiv für alle gängigen PC-VR-Brillen. Alle weiteren Infos zum Spiel findet ihr in unserem großen Infoguide zu Half-Life: Alyx.

Titelbild: Valve

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