Knapp vier Monate nach Release hat Entwickler Stress Level Zero beim VR-Vorzeigespiel “Boneworks” Probleme behoben, Mechaniken verbessert und neue Inhalte geliefert. Ich habe mich erneut in den virtuellen Ganzkörpersimulator geschwungen und zeige euch, wie sich das Spiel entwickelt.

Kabetec VR-Brille

Einer der größten Kritikpunkte beim ersten Release war die fehlende Speichermöglichkeit: Wer Boneworks durchspielen wollte, musste hart im Nehmen sein und jedes Level vor dem nächsten Speichervorgang erst beenden. Gerade in den Rätselabschnitten, die vielen Spielern auf den Magen schlagen, war das eine Zumutung.

Im Februar veröffentlichte Stress Level Zero ein Update, das eine Speichermöglichkeit an ausgewählten Stellen einführt. In gewohnter Boneworks-Manier funktioniert das über eine physikalische Interaktion mit einer Speicherstation im Spiel.

Direkter Weg in den Sandkasten

Boneworks (Test) bietet neben der Kampagne verschiedene Sandboxen, in denen der Spieler sich frei austoben kann. Doch der Weg dahin war nicht leicht: Die einzelnen Level mussten ebenso wie Gegner und Waffen freigeschaltet werden. Die dafür notwendige Mechanik wurde im ursprünglichen Release nicht erklärt – wer also nicht im Internet nachlas, verpasste ein großes Stück Spielinhalt.

Mittlerweile wird die Mechanik am Ende des Tutorials der Kampagne erklärt. Die erste Sandbox und einige Gegenstände sind dann direkt verfügbar.

Mit dem letzten Update sind außerdem drei neue Sandboxen dazugekommen: Ein “Handgun Time Trial” inklusive neuer Pistole, die aus ersten Videos bekannte “Test Chamber”, die auch Valve zu sehen bekam und die VR-Veteranen bekannte Oculus DK1 Umgebung “Tuscany”.

Auch die neuen Umgebungen müssen freigeschaltet werden. Wer keine Lust auf Grind hat, sollte sich einen 100-Prozent-Speicherstand herunterladen (etwa bei Nexusmods).

Alles ist Physik 1.5

Boneworks Faszination liegt im konsequenten, physikbasierten Design: Jede Interaktion ist Folge der integrierten Physik. Das Spiel lässt dem Spieler alle Freiheit, mit der Umgebung und Objekten darin zu experimentieren. Dieses Gerüst ist das Kernprodukt, das Stress Level Zero mit Boneworks demonstrieren will.

Das im April veröffentlichte Update nimmt einige sinnvolle Änderungen an diesem Physik-Gerüst vor und simuliert etwa mehr Muskeln um das virtuelle Handgelenk oder berechnet den Bremsweg von Objekten realistischer.

In Konsequenz wirkt das Spielerlebnis glaubwürdiger: Wenn man die Schubladen am Aktenschrank aufreißt, fliegt einem der zum Beispiel nicht mehr entgegen. Das federnde Gefühl schwerer Waffen und Gegenstände ist stark reduziert. Auch leichte Gegenstände fühlen sich besser an.

Da in Boneworks auch der Avatar ein physikalisches Objekt in der Umgebung ist, wirken sich die Änderungen auf Ganzkörperaktivitäten wie Rätsel oder Klettereinlagen aus. Wer Boneworks spielen will, braucht zwar noch immer einen stabilen Magen. Aber durch die bessere Physik ist das Spiel insgesamt verträglicher – ein klarer Schritt in die richtige Richtung.

Wer also genug von Half-Life: Alyx (Test) hat und Boneworks noch nicht kennt, sollte den Physik-Shooter bei Steam wenigstens zwei Stunden antesten – stabilen Magen vorausgesetzt.  Das Update bietet außerdem genug Neuerungen, dass sich ein erneuter Anspielversuch für all jene lohnt, die letzten Dezember nicht warm wurden mit dem Titel – auch wenn Alyx in einer eigenen Liga spielt.

Weiterlesen über VR-Spiele:

steady2

MIXED.de XR-Podcast - jetzt reinhören

Aktuell: Intels VR-Linsen, Apples Tech-Brille und KI-Demokratie | Alle Folgen



Hinweis: Links auf Online-Shops in Artikeln können sogenannte Affiliate-Links sein. Wenn ihr über diesen Link einkauft, erhält MIXED.de vom Anbieter eine Provision. Für euch verändert sich der Preis nicht.