Interface-Wissenschaftler der schottischen Universität St Andrews zeigen, dass Googles Miniradar Soli mehr kann als drei Fingergesten erkennen. Es ist ein hochsensibles Messsystem für Menschen und Objekte.

Googles Soli sondert elektromagnetische Wellen ab und erkennt Abweichungen in deren Wellenmuster subillimetergenau. Die Abweichungen entstehen, wenn die Wellen zum Beispiel gegen Hände oder Objekte prallen.

Auf diese Art erkennt das Radar Bewegungen oder sogar einzelne Objekte und deren Beschaffenheit wie Dichte, Form, Oberflächenstruktur und Gewicht.

So klein ist der Soli-Chip. Bild: Google

So klein ist der Soli-Chip. Bild: Google

Wie präzise das Radar arbeitet, zeigen Forscher der Universität St Andrews: Soli erkennt die Anzahl aufeinander gestapelter Spielkarten, wie schnell der Sand durch eine Sanduhr läuft oder in welche Richtung ein Smartphone rotiert wird. Sogar die Struktur eines einfachen Lego-Bausatzes kann das Radar ertasten.

Die hohe Präzision führt im Umkehrschluss dazu, dass Soli durch kleine Abweichungen aus der Bahn geworfen werden kann, zum Beispiel durch einen Knick in der Spielkarte.

Die von den schottischen Forschern demonstrierten Anwendungsszenarien könnten beispielsweise für Smart-Home-Anwendungen, Spiele oder im Recycling angewendet werden.

Das Radar könnte kamerabasierte Erkennungsverfahren in einigen Bereichen verdrängen, da es nicht auf Licht angewiesen ist und räumlich exakter verorten soll. Anders als bei einer RFID-Kennzeichnung muss das zu erkennende Objekt nicht im Vorfeld mit einem Chip modifiziert werden.

Google erhielt Anfang Januar von der US-Behörde Federal Communications Commission grünes Licht für den Einsatz des Radarsystems. Der Tech-Konzern könnte die Radarsteuerung in der Zukunft unter anderem als Interface für Smartphones oder Smart Watches einsetzen.

GIF Berühren sich Daumen und Zeigefinger setzt das Radargerät

Via: The Verge

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