Googles Soli-Radar übersetzt Handbewegungen und Gesten in Computerbefehle. Die Technologie ist seit 2014 in Entwicklung. Jetzt darf sie endlich in ein Produkt verbaut werden.

Mit Googles Soli wird die Hand des Nutzers zum Eingabegerät: Reibt man Daumen und Zeigefinger aneinander, dann entspricht das einem Drehrad. Daumen und Zeigefinger aufeinander tippen, ersetzt einen Knopf. Für einen Wischer zieht man den Daumen entlang des Zeigefingers.

Das Soli-Radar erfasst sogenannte Reflexionsmuster elektromagnetischer Wellen submillimetergenau. Er sendet Wellen aus und misst, wann und wie diese von einem Gegenstand zurückgeworfen werden. So ähnlich orientieren sich Fledermäuse auf engstem Raum.

GIF Das Radar sendet elektromagnetische Wellen aus, die von der Hand zurück geworfen werden. Das Gerät arbeitet die daraus entstehenden Reflexionsmuster in Befehle um.

Da man bei der Bedienung seine eigenen Finger spürt, soll sich die Soli-Steuerung haptisch anfühlen. Viele Anwendungsszenarien sind denkbar, das Miniatur-Radar kann beispielsweise in Smart Watches verbaut werden. Es ist so klein wie eine Ein-Cent-Münze.

GIF Berühren sich Daumen und Zeigefinger setzt das Radargerät

Erstmals vorgestellt wurde Soli auf Googles Entwicklerkonferenz I/O 2015 und von Medien und Entwicklern begeistert aufgenommen. Ein konkretes Produkt ist seitdem nicht entstanden.

FCC gibt im zweiten Anlauf grünes Licht

Ein Grund für die Verzögerung ist, dass Google im März 2018 nicht an der US-Strahlenschutzbehörde FCC vorbeikam, die Drahtlosprodukte vor einem möglichen Marktstart zertifizieren muss.

Unter anderem hatte Facebook gegenüber der Behörde Bedenken vorgetragen, dass Soli in Konflikt mit Drahtlostechnologie im 60-GHz-Band geraten könne.

Google will die Soli-Technologie mit einer höheren Spannung als üblich betreiben, um die Reichweite zu verbessern, beispielsweise durch Kleidung hindurch.

Jetzt meldet Reuters, dass die FCC das Soli-Radar mit höherer Stromversorgung freigegeben hat. Diese Entscheidung sei “im öffentlichen Interesse”, so die FCC, da sie den Weg ebne für ein innovatives Interface, das berührungsfreie Gestensteuerung ermöglicht.

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