Google arbeitet angeblich an Mixed-Reality-Brille mit Eye-Tracking

Google arbeitet angeblich an Mixed-Reality-Brille mit Eye-Tracking

Am 4. Oktober stellte Google die bequeme Stoffbrille Daydream View vor, ein rundum verbessertes Cardboard, das aber kaum technische Innovationen bietet. Es gibt zahlreiche Indizien dafür, dass Googles Pläne für Virtual Reality mittel- bis langfristig deutlich ambitionierter sind.

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Wie Engadget berichtet, arbeitet Google an einer eigenständigen Mixed-Reality-Brille mit integriertem Eye-Tracking, die ohne Smartphone und externe Zuspieler auskommt. Das neue Gerät könnte es mit Hololens aufnehmen und eine Antwort auf die von Facebook angekündigte autarke Oculus-Rift-Brille sein. Die Gerüchte zu Googles Highend-Brille tauchten erstmals im Februar im Wall Street Journal auf.

Das WSJ berichtete seinerzeit über zwei Brillen, an denen Google parallel arbeite. Die verbesserte Cardboard-Version hat sich mittlerweile als Daydream View entpuppt. Ergänzend dazu war die Rede von einer Highend-Brille, die nur als früher Prototyp existiere. Ein Zeitfenster für eine mögliche Veröffentlichung sei nicht bekannt. Schon damals hieß es, dass im neuen Gerät ein spezieller Computer-Vision-Chip von Movidius verbaut sein soll. Die Trackingspezialisten wurden mittlerweile von Intel aufgekauft.

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Laut Engadget arbeitet Google trotz Daydream weiter an der Highend-Variante samt Movidius-Chip. Auch Eye-Tracking-Technologie soll integriert werden. Mit der Mixed-Reality-Brille könnte Google die Nutzer einerseits in die Virtual Reality schicken, andererseits eine digital erweiterte Variante der echten Welt ermöglichen, ähnlich wie bei Hololens. Abhängig vom Formfaktor könnte die Außenwelt über Kameras in die Brille gestreamt und dort mit virtuellen Elementen überlagert werden.

Ergänzend berichtet die Webseite Drumroll über ein kabelloses Virtual-Reality-Gerät, das von der FCC freigegeben wurde, der US-amerikanischen Zulassungsstelle für Kommunikationsgeräte. Antragssteller war Mike Jazayeri, der in Googles VR-Gruppe für das Produktmanagement zuständig ist.

Hierbei soll es sich nicht um den Santa-Cruz-Prototyp handeln, der letzten Oktober erstmals vorgestellt wurde.

Oculus Rift: Hands-on-Berichte vom kabellosen Prototyp Santa Cruz

Google kauft Spezialisten für Eye-Tracking

Ein weiteres Indiz dafür, dass Google für Virtual Reality deutlich größere Pläne hat als nur die Daydream-Initiative, ist die Übernahme der Eye-Tracking-Spezialisten von Eyefluence, die heute bekannt wurde. Wie zahlreiche andere Unternehmen arbeitet Eyefluence an der präzisen Erkennung von Augenbewegungen für VR- und AR-Anwendungen.

Eyefluence-Gründer Jim Marggraff sprach im Sommer darüber, dass sein Unternehmen mit "großen Herstellern" von Head-Mounted-Displays zusammenarbeite, schwieg sich allerdings zu den Details aus. Die Übernahme war für Google nun offenbar attraktiver als die Kooperation.

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Eyefluence nennt den Fokus auf Biomechanik und die "Auge-Gehirn-Verbindung" als Alleinstellungsmerkmal. Neben der reinen Hardware entwickelt das Unternehmen spezielle Interfaces für die Augensteuerung. Die Technologie und das Wissen von Eyefluence soll unter anderem in Magic Leaps kommender Mixed-Reality-Brille zum Einsatz kommen.

An dieser Stelle schließt sich der Kreis: Google sitzt im Aufsichtsrat bei Magic Leap und ist der wichtigste Investor des Startups. Unklar ist noch, wie Google ein eigenes Mixed-Reality-Gerät im Kontext von Magic Leap vermarkten könnte.

Möglicherweise plant der Internetkonzern eine Android-ähnliche Benutzeroberfläche für VR und AR und möchte möglichst früh eine Auswahl an brauchbaren Geräten anbieten, die das eigene Betriebssystem verwenden. Konkurrent Microsoft kündigte für das kommende Jahr bereits Windows Holographic an, das sowohl VR- als auch AR-Brillen in der gleichen Arbeitsumgebung zusammenführen soll.

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Eye-Tracking gilt im Kontext von räumlichen Computern als Kerntechnologie. Zum einen vereinfacht es die Interaktion und Kommunikation in virtuellen Welten. Zum anderen wird potenziell massiv Performance freigesetzt, da nur noch die Inhalte gerendert werden, die der Nutzer direkt anschaut. Das könnte zu einem deutlichen Sprung bei der realistischen Darstellung virtueller Umgebungen und Objekte führen. Oculus-Technikspezialist Michael Abrash geht davon aus, dass Eye-Tracking in den kommenden fünf Jahren fester Bestandteil der VR/AR-Technologie wird.

Bringt Google eine eigene Mixed-Reality-Brille? Diskutierte mit anderen VR- und AR-Spezialisten im VRForum.

| Sources: Engadget, Drumroll, Eyefluence | Featured Image: Google / Eyefluence