Der Hersteller Bebop Sensors bringt den laut eigenen Angaben ersten Haptik-Handschuh für Oculus Quest auf den Markt.

Der Forte Data Glove von Bebop wird über die Oculus-Quest-Controller mit der VR-Brille synchronisiert. Die beiden Controller werden mit den Tracking-Ringen nach oben an einer Halterung am Handrücken befestigt (siehe Titelbild).

So kann der Handschuh mit derselben Qualität erfasst werden wie die Controller selbst. Ein bisschen seltsam sieht es aus, aber die Lösung ist zweckmäßig und vergleichsweise günstig.

Die Fingerbewegungen werden direkt von den Handschuhen über insgesamt zehn Biege- und neun Bewegungssensoren erfasst, sodass räumliche Verschiebungen (“Drift”) beim Tracking “extrem gering” sein sollen.

Die Bebop-Datenhandschuhe werden zu Quest-Handschuhen, indem der Quest-Controller am Handrücken befestigt wird. Bild: Bebop

Die Bebop-Datenhandschuhe werden zu Quest-Handschuhen, indem der Quest-Controller am Handrücken befestigt wird. Bild: Bebop

Haptisches Feedback wird über Vibrationsmotoren an den Fingerspitzen, am Daumen und der Handinnenfläche vermittelt. Sie sollen Texturen und Oberflächen spürbar machen.

Erfasst werden die Fingerbewegungen mit flotten 160 Bildern pro Sekunde. Die Latenz des Fingertrackings liegt laut Hersteller bei unter sechs Millisekunden, die Kalibrierung soll nicht länger dauern als fünf Sekunden und der Akku einen Arbeitstag durchhalten bei nur zwei Stunden Ladezeit.

Die Handschuhe sind waschbar und die Sensoren gegen Feuchtigkeit geschützt. Der Handschuh ist so gestaltet, dass er allen Händen passt.

Die Hände als XR-Eingabegerät: Handschuhe vs. Kamera-Tracking

Der Hersteller verspricht “natürliche Handinteraktion wie in der echten Welt” die aber, und das ist der Haken für Gamer, natürlich in die entsprechende Software programmiert werden muss. Bebop stellt dafür eine Entwicklungsumgebung zur Verfügung (Unity, Unreal, Windows API, Java Support und mehr).

Laut Bebop eignet sich der Controller für VR-Trainings, die Fernsteuerung von Robotern oder Drohnen und für Designaufgaben mit XR-Technologie. Der Preis soll “wettbewerbsfähig” sein, hängt von der Menge ab und wird nach einer Anfrage mitgeteilt. Die Quest-Version des Controllers ist in Produktion.

Ob Funktion und Haptik des Controllers einen ausreichend großen Mehrwert bieten im Vergleich zu Oculus’ nativem Hand- und Fingertracking für Quest, bleibt abzuwarten. Geht es rein nach der Latenz, dann hat Bebop auf dem Papier die Nase deutlich vorne (< 6 Millisekunden vs. 80 Millisekunden). Das Tracking-Update für Oculus Quest erscheint im Frühjahr 2020, könnte also noch verbessert werden.

Das folgende Video zeigt ein älteres Entwicklungsmodell des Handschuhs im Einsatz.

Quelle: Pressemitteilung; Titelbild: Bebop

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