Forschende setzen auf Virtual Reality als Therapie gegen Essstörungen

Forschende setzen auf Virtual Reality als Therapie gegen Essstörungen

Das innovative VR-Tool Awaken Emerse soll Essstörungen therapieren und Rückfälle vermeiden.

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FAKTEN

Forschende der University of Louisville nutzen Virtual Reality, um einen neuartigen Ansatz zur Behandlung von Essstörungen zu entwickeln. Die Forschungsprofessorin Christina Ralph-Nearman erklärt, dass herkömmliche Therapien für viele Betroffene häufig nicht wirksam sind.

Selbst bei erfolgreicher Behandlung erleiden 50 Prozent innerhalb von zwei bis sechs Monaten einen Rückfall. VR biete hier eine realistischere und personalisierbare Alternative zu bisherigen Expositionsübungen.

Mit dem Therapie-Tool der Universität, genannt „Awaken Emerse“, können Betroffene ihre Ängste, wie die Furcht vor Gewichtszunahme, virtuell erleben und überwinden. Nutzer:innen passen ihren Avatar an und sehen, wie ihr Körper zunimmt. Zunächst steigt dabei die Angst, lässt dann aber nach. So lernen sie, damit umzugehen.

Ralph-Nearman glaubt, dass solche Werkzeuge Menschen effektiver behandeln und Therapeuten unterstützen können.

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KONTEXT

Virtual Reality als ergänzendes Therapiewerkzeug

Schon 2018 berichtete das Wall Street Jounral von Psychologen, die VR als ergänzendes Instrument bei der Behandlung von Essstörungen einsetzten. In einem sicheren, kontrollierten Umfeld konfrontieren sich Patient:innen mit angstauslösenden Situationen wie Restaurants oder Umkleidekabinen. Durch stufenweise Steigerung soll die Furcht schrittweise abgebaut werden.

VR kommt auch bei Therapien gegen Depressionen, zur Linderung chronischer Schmerzen oder Phobien wie Spinnen- oder Wespenangst zum Einsatz. Psychotherapeut Felix Eschenburg berichtet von positiven Erfahrungen. VR biete einen leichten Einstieg, da die Angstauslöser nicht real sind. Dies erleichtere weitere Konfrontationen im Therapieverlauf.

Eine Metastudie legt nahe, dass kognitive Verhaltenstherapie kombiniert mit VR effektiv gegen Angststörungen wirkt. VR erweitere klassische Methoden sinnvoll. Allerdings ist VR in der Therapie bisher wenig verbreitet und eher ein Forschungsthema.

Quellen: Spectrum News 1