Verrücktes Projekt: Mit der VR-Brille zum selbstfahrenden Auto werden

Verrücktes Projekt: Mit der VR-Brille zum selbstfahrenden Auto werden

Die „Empathiemaschine“ Virtual Reality schlägt wieder zu: In einem neuen Experiment von Daimler darf sich der Fahrer mit der VR-Brille in das Blech eines autonomen Vehikels einfühlen.

Ist es ein neuer Charakter für Mario Kart? Ein geheimes Prototyp-Vehikel aus Nordkorea? Herbie, bist du es? Nein, alles falsch. Es ist ein Experiment von Daimlers Innovationseinheit Moovel, die sich kreativ mit Zukunftsfragen beschäftigt.

Bei diesen Zukunftsfragen spielen selbstfahrende Autos eine wichtige Rolle. Im Projekt „Wer möchte ein selbstfahrendes Auto sein?“ bauten Daimler-Konstrukteure ein mit Sensoren ausgestattetes Vehikel, das die Umgebung so sieht und vermisst wie ein autonom fahrendes Auto.

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Laut den Machern wurde die gleiche Technologie verbaut, die derzeit in autonome Fahrzeuge integriert wird. Bestandteile sind unter anderem eine 3D-Kamera und ein Lidar-Scanner.

Nur fließen die Bilder dieser Sensoren nicht zu einem Computersystem, das das Auto automatisch in der Spur und an die Verkehrsregeln hält, sondern in die VR-Brille des Fahrers. Der steuert das spektakuläre Gefährt händisch mit einem Controller, denn er soll ja die Umwelt durch die „Augen“ eines selbstfahrenden Autos erleben und danach handeln. Der Fahrer ersetzt den Computer, nicht andersherum.

Im neuen Daimler-Projekt ersetzt die natürliche die künstliche Intelligenz. Bild: Daimler

Im neuen Daimler-Experiment ersetzt die natürliche die künstliche Intelligenz. Bild: Daimler

Brumm, Brumm, Brumm

Ein wenig Mut braucht es für den wilden Ritt schon, denn für ein optimales Autogefühl nimmt der Fahrer nicht bequem in einem Sitz Platz, sondern legt sich parallel zur Straße auf eine Liegefläche. Es handele sich um ein „Vertrauensexperiment“, so die Entwickler, das zeige, wie anders Sensoren und 3D-Kameras die Welt sehen im Vergleich zum menschlichen Auge.

Sie wollen mit dem Projekt „die Komplexität dieser Thematik reduzieren, Empathie für die Technologie schaffen und zu einem Diskurs über die Zukunft der Mobilität anregen“.

„Wer möchte ein selbstfahrendes Auto sein?“ wurde vergangene Woche auf einer UX-Konferenz in München vorgestellt und wird erneut auf dem „KiKK“-Festival vom 2. bis 4. November in Namur, Belgien, gezeigt. Weitere Informationen gibt es im Video und auf der offiziellen Webseite.

Die Entwicklung des selbstfahrenden Autos könnte den Fortschritt der Virtual- und Augmented-Reality-Branche beschleunigen.

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| Featured Image: Daimler