Auf der Inspire-Konferenz in Las Vegas führte Microsoft vor, was mit einer Kombination aus Künstlicher Intelligenz, Cloud Computing und Mixed Reality künftig möglich sein könnte.

Gestern Abend trat Microsoft-Managerin Julia White mit einer Hololens 2 auf die Rednerbühne und projizierte eine dreidimensionale AR-Kopie ihrer selbst in den Raum, die für sie zum Publikum sprach – in Japanisch.

Für das AR-Hologramm wurde White vorab in einem von Microsofts Mixed Reality Capture Studios in 3D eingescannt. Hierfür wurde die Managerin zunächst von mehr als hundert Kameras von allen Seiten gefilmt. Anschließend fügten Algorithmen die Kameradaten zu einer 3D-Kopie Whites zusammen, die dank reduzierter Details über die Azure-Cloud direkt in die Hololens gestreamt werden kann.

Microsoft zeichnete zudem Whites Stimme auf und trainierte mit den Aufnahmen ein künstliches neuronales Netz, das so ihre Stimme zu imitieren lernte.

Die japanische Ansprache kam gleichfalls durch KI-Technologie zustande: Microsoft nutzte hierfür eine KI-gestützte Sprachsynthese, die Text in gesprochene Sprache verwandelt. Die echte Julia White spricht kein Japanisch.

Noch Zukunftsmusik

Das Besondere an Microsofts Hololens-Präsentation ist, dass sie die Konvergenz und das Zusammenspiel mehrerer Zukunftstechnologien, nämlich Künstliche Intelligenz, Mixed Reality und Cloud-Streaming mittels 5G, beispielhaft vorführt.

So bald dürfte das gezeigte Anwendungsszenario allerdings nicht im Alltag ankommen. Besonders die Erstellung eines originalgetreuen Avatars ist aufwendig: Microsoft betreibt nur drei 3D-Aufnahmestudios in San Francisco, Los Angeles und London, die zudem nur Geschäftskunden offenstehen. Zudem müsste sich AR-Technologie stärker verbreiten, damit AR-Hologramme als gängiges Kommunikationsmittel akzeptiert würden.

Titelbild: Microsoft (Screenshot bei Youtube), Quelle: The Verge

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