Oculus Quest (2): 240 Euro – das ist die teuerste VR-App im Quest Store

Oculus Quest (2): 240 Euro – das ist die teuerste VR-App im Quest Store

Oculus’ App Lab schafft neue Vertriebsmöglichkeiten für VR-Studios – auch wenn ihre Apps keine Games und für Oculus Store-Verhältnisse eher hochpreisig sind.

Facebook startete das Oculus App Lab im Februar 2021 als alternatives Vertriebsmodell für VR-Studios und um aufkommenden Alternativ-VR-Stores frühzeitig Einhalt zu gebieten. Die Besonderheit: Für das App Lab müssen VR-Studios nicht durch die aufwendige Facebook-Freigabe.

Stattdessen können sie ohne Auflagen ihre Apps in die Oculus Store-Infrastruktur laden. Einziger Nachteil: App Lab-Apps werden von Oculus nicht beworben oder für die Suche indexiert. Studios müssen sie daher eigenständig per Link vermarkten.

Eigentlich ist App Lab für experimentelle Inhalte, Indie-Apps oder für Software-Tests gedacht. Ein Beispiel zeigt jetzt, dass Facebook im App Lab auch hochpreisige Nischen-Software für die Industrie zulässt.

Fetal Heart VR: Medizinische Trainings-App für fetale Herzuntersuchungen

Fetal Heart VR ist eine medizinische Trainings-App für die Untersuchung fetaler Herzen: Studierende sollen in VR den Umgang mit dem Ultraschallgerät und die Erkennung angeborener Herzkrankheiten trainieren.

Ein Ultraschallaufsatz für einen VR-Controller und ein Gummibauch.

Fetal Heart VR kommt optional mit Hardware-Zubehör, das die virtuelle Ultraschalluntersuchung auch haptisch realistisch machen soll. | Bild: MWU Software

Bei einer virtuellen Ultraschalluntersuchung zeigt die App anatomische und geometrische Merkmale, die auf 14 mögliche fetale Herzfehler hindeuten. Ein gesundes Herz dient als Vergleichsmodell.

„Mit Fetal Heart VR wollen wir Fachleuten, die sich mit pränataler Sonografie befassen, eine persönlichere und erschwinglichere Möglichkeit bieten, die Durchführung von Ultraschalluntersuchungen zu erlernen“, schreibt das Entwicklerstudio MWU Software.

Oculus Quest wird mit einem Controller-Aufsatz und Gummibauch zum portablen VR-Ultraschalltrainingsgerät

Begleitend zur Trainings-App entwickelte das Studio eigens einen speziellen Aufsatz für den Quest-Controller, der ein reales Ultraschallgerät nachahmt, sowie eine Art Gummibauch für den passenden Untersuchungsuntergrund.

Ziel sei es, die Ultraschallausbildung „von teuren und stationären Simulatoren, die an medizinischen Universitäten erhältlich sind, auf eine persönliche Plattform zu verlagern, die tragbar und für jeden in der pränatalen Sonografie tätigen Arzt und Sonografen erschwinglich ist.“

Knapp 240 Euro ruft das Unternehmen für die Trainings-App im App Lab auf, was sie zur derzeit mit Abstand teuersten VR-App im Oculus Store macht. Auf der Webseite des Herstellers gibt es die Lizenz rund 35 Euro günstiger. Das Hardware-Zubehör startet ab 68 Euro, ein Komplettpaket kostet 350 Euro.

Das VR-Training verringere außerdem den potenziellen Stress und die Panik, wenn bei realen fetalen Screening-Scans eine angeborene Herzerkrankung erkannt wird. Die App soll kontinuierlich erweitert werden und basiert auf den Erfahrungen von Prof. Marcin Wiechec und Dr. Agnieszka Nocun am Tertiärzentrum in Krakau, Polen.

Auf Platz zwei der teuersten App Lab-Apps folgt übrigens ebenfalls eine Enterprise-Trainings-App: Mit dem Forklift Simulator für rund 80 Euro sollen sich angehende Gabelstapler-Fahrer:innen auf die Zertifikatsprüfung vorbereiten, indem sie zum Beispiel virtuell Checklisten durchlaufen.

Eine praktische Übersicht über diese und weitere VR-Anwendungen im App Lab sowie die passenden Links findet ihr auf der Webseite VRDB.

Weiterlesen über VR-Training:

Quelle: VRDB, Road to VR