Während der Coronakrise stand und steht noch immer viel öffentliches Leben still. Doch die Zeit zu Hause weckt auch die Kreativität.

Bars, Restaurants, Museen, Zoos und viele andere öffentliche Einrichtungen hatten (oder haben noch immer) geschlossen, um die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Covid-19 zu verlangsamen. Das war und ist gerade für gesellige Menschen keine einfache Zeit, denn soziale Kontakte müssen zeitweise zum Wohl der Gesellschaft auf ein Minimum heruntergefahren werden.

Die Briten lieben ihre Pubs. Dort wird sich normalerweise regelmäßig und oft mit Freunden und Kollegen getroffen, um den Tag ausklingen zu lassen und dass ein oder andere Pint of Beer zu genießen. Viele Briten gehen dafür in ihr Stammlokal, dem sie seit Jahren die Treue halten.    

Virtueller Ersatz für den Pub

Während des Lockdowns kamen auch solche Traditionen zum Erliegen, die Pubs waren (oder sind noch) geschlossen. Tristan Cross vermisste seinen Pub aber so sehr, dass er die Zeit zu Hause kreativ nutzte: Er baute sein Stammlokal mal eben für VR nach.

Blickin einen Pub, der für VR nachgebaut wurde
Mit einer Vive Cosmos schaut sich Tristan Cross in seinem für VR nachgebauten Pub um. | Bild: BBC Click

Innerhalb von zweieinhalb Wochen brachte er sich die Erstellung von 3D-Modellen bei – via YouTube-Tutorials. Die Erlaubnis vom Pub-Besitzer hatte er vorher eingeholt. Und offenbar hat Mr. Cross Talent: Ein Video auf BBC Click zeigt einen ziemlich ansehnlichen virtuellen Nachbau des Lokals.  

Der Pub lässt sich in Virtual Reality (Guide) besuchen. Im Video wird dafür eine Vive Cosmos (Test) genutzt. Animationen für das Heben des Bierkrugs sind ebenfalls mit drin – bloß das Bier fließt halt nicht in VR. Tristan Cross stellte außerdem mit animierten Avataren ein virtuelles Treffen mit Freunden nach, mit denen er sich während des Lockdowns über Video-Meetings traf.

Social VR als Chance?

Auch wenn soziales VR noch lange nicht da ist, wo Visionäre es gern hätten, zeigen solche Experimente nicht nur die kreative Schaffenskraft der Menschen in Ausnahmesituationen, sondern auch theoretische Möglichkeiten, sich mit Freunden in bekannten Umgebungen zu treffen – und nicht nur dann, wenn das öffentliche Leben stillsteht.

Gruppe Avatare in einem für VR nachgebauten Pub
Mit Freunden im virtuellen Pub: Derzeit ist Social VR in realen Umgebungen noch sehr aufwendig und wenig komfortabel. | Bild: BBC Click

Mit besserer, vor allem bequemerer und leichterer Hardware wird Social VR vielleicht irgendwann für VR-Nutzer richtig interessant. Echtzeitscans von Umgebungen, in denen sich die Nutzer gerade befinden und in die Gäste eingeladen werden können, sind vielversprechend.

Die eigene Präsenz in einem „echten“ Raum, der nicht aufwendig digital nachgebaut werden muss, könnte Social VR, dass derzeit überwiegend eher eine Nische in der Nische ist, einen deutlichen Mehrwert dadurch bieten, dass Realität mit Virtual Reality verschmilzt. Virtuelle Besuche bei Freunden – oder eben in einem Pub – würden damit durchaus an Attraktivität gewinnen.

Facebook stellte die entsprechende Forschung dazu bereits auf der Oculus Connect 6 im letzten Jahr vor.  

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