Bericht: Second-Life-Entwickler Linden Lab verkleinert Sansar-Team

Bericht: Second-Life-Entwickler Linden Lab verkleinert Sansar-Team

Linden Lab, das Studio hinter der bekannten Online-3D-Infrastruktur Second Life, soll mehr als 20 Mitarbeiter entlassen haben. Sie bastelten im Sansar-Team am Metaverse.

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Im Frühjahr 2017 brachte Linden Lab Sansar auf den Markt, eine von Grund auf für Virtual Reality konzipierte Online-Infrastruktur, die wie Second Life von Nutzern gestaltet werden sollte. Im Optimalfall hätte Sansar für VR geleistet, was Second Life für den Monitor gelang: den Grundstein legen für eine eigene Digitalwelt, die kontinuierlich wächst und ein eigenes Ökosystem entwickelt. Eine Art Metaverse also.

Der Rest der Geschichte ist bekannt: VR-Brillen verkauften sich nicht ansatzweise so gut, wie es 2016 und 2017 prognostiziert wurde. Gerade Social-Plattformen wie Sansar litten unter dem geringen Wachstum, da ihr Betriebsmodell nur mit vielen Nutzern gelingen kann, von denen ein kleiner Teil eigene Inhalte beisteuert. Der Umsatz von Second Life finanzierte die Entwicklung von Sansar: Im April 2019 arbeiteten von 200 Linden-Lab-Entwicklern circa 70 an Sansar.

Der langjährige Second-Life- und Sansar-Blogger Wagner James Au von New World Notes bestätigt Schultz Quellen. Auch er beruft sich auf Insider und berichtet von mehr als 20 Entlassungen, darunter alteingesessene Angestellte, die ihren Job mit Second Life starteten und dann ins Sansar-Team wechselten. Sansar würde in Minimalbesetzung fortgeführt und könne womöglich in ein eigenes Startup ausgegliedert werden, heißt es bei Au.

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Auf Nachfrage äußert sich Linden Lab nicht zu Entlassungen. Die Arbeit an Second Life und Sansar würde fortgeführt. Für 2020 seien "viele neue Partnerschaften und Funktionen" geplant.

Im Mai stellte die Social-VR-Plattform "High Fidelity" des Second-Life-Erfinders Philip Rosedale den Betrieb ein - trotz mehr als 70 Millionen US-Dollar Investorenkapital. Rosedale nannte das geringe Wachstum des VR-Marktes als Grund. High Fidelity soll als Open-Source-Fassung weiter existieren.

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