Blickerfassung, Handtracking, Sprachsteuerung: Das optimale XR-Interface ist noch immer in Entwicklung. Forscher der University of Washington experimentieren mit einem Ring und Armband, die in Kombination Fingerbewegungen präzise und energieeffizient erfassen.

Die dahintersteckende Technik ist vergleichsweise simpel: Um einen per 3D-Drucker fabrizierten Fingerring wickelten die Forscher einen langen Kupferdraht. Dank einer winzigen Batterie generiert der Ring ein elektromagnetisches Feld. Bewegt sich der Ring, verändert sich die elektrische Spannung in der Luft. Drei im Armband untergebrachte Sensoren erfassen diese Differenzen. Eine Software leitet daraus in Echtzeit die Orientierung und Bewegung des Rings her.

Das Trackingsystem erfasst fünf Freiheitsgrade und soll wesentlich genauer arbeiten als optisches Fingertracking. Ein Video (siehe unten) zeigt, wie Nutzer mit ihrem Finger in die Luft schreiben sowie ohne physische Oberfläche durch Wischgesten und das Drücken virtueller Knöpfe und Bedienoberflächen mit XR-Interfaces interagieren könnten.

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Die Sensoren erfassen kleinste Veränderungen im Magnetfeld. BILD: Parizi et al.

Für eine Vielzahl von Geräten geeignet

Ein Vorteil des Magnettrackings ist, dass kein Sichtkontakt zwischen Fingerring und Sensoren nötig ist. So könnte man XR-Apps theoretisch selbst dann bedienen, wenn die Hand in der Hosentasche steckt.

Der noch recht klobige Prototyp soll miniaturisiert werden können. Die Sensoren des Armbands könnten in eine Smartwatch integriert werden und auf diese Weise neue Eingabemöglichkeiten eröffnen, wenn man sich den Ring aufzieht.

In Kombination mit controllerlosen Mixed-Reality-Brillen oder schlanken Smartphone-AR-Brillen könnte Auraring eine Alternative oder Ergänzung zu optischem Handtracking bieten. Die ultraschmale North Focals nutzt bereits einen Fingerring für die Bedienung.

Das Forschungsprojekt wurde vom Reality Lab der University of Washington sowie von Facebook und Google finanziert. Die wissenschaftliche Publikation ist hier abrufbar.

Titelbild: Parizi et al., Quelle: Venturebeat

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