Apple investiert eine große Summe in modernste Lasertechnik, die schon heute im iPhone zum Einsatz kommt und Grundlage fortschrittlicher AR-Brillen werden dürfte.

Apple erneuert seine Zusammenarbeit mit dem Optik- und Halbleiterhersteller II-VI und investiert weitere 410 Millionen US-Dollar in die Herstellung sogenannter VCSELs (“vertical cavity surface-emitting lasers”).

Die Summe folgt auf einen Vertrag über 390 Millionen US-Dollar aus dem Jahr 2017. Das in Saxonburg, Pennsylvania ansässige US-Unternehmen mit dem ungewöhnlichen Namen beschäftigt rund 23.000 Angestellte.

Ein VCSEL ist ein Laser, der tausende Lichtstrahlen aus einer Chip-Oberfläche aussenden kann und günstig herzustellen ist, da er im Vergleich zu anderen, ähnlichen Lasern ohne bewegliche Teile auskommt sowie relativ leicht und in hoher Zahl aus Chip-Wafern gewonnen werden kann.

VCSELs sind ein integraler Bestandteil von Apples Truedepth Camera, die für das Authentifizierungssystem Face ID zuständig ist. Die Lasertechnik wirft 30.000 unsichtbare Lichtpunkte ins Gesicht des Nutzers und vermisst dessen Form anhand der Zeit, die das Licht braucht, um vom Gesicht zurückgeworfen wird. Die äußerst präzise 3D-Scantechnik ermöglicht darüber hinaus die Gesichtsanimationen der Memojis und Animojis und verbessert den Porträt-Fotomodus bei Selfies.

Modernste iPhone-Lasertechnik

Seit 2020 kommen VCSELs auch in Apples Lidar-Scanner zum Einsatz. Der VCSEL-basierte 3D-Sensor wurde erstmals im iPad Pro (2020) und im gleichen Jahr auf der Rückseite des iPhone 12 Pro und Pro Max verbaut. Mit dem iPhone 13 könnte der Lidar-Scanner Berichten zufolge zur Standardausstattung des iPhones werden.

Der 3D-Sensor verbessert den Autofokus unter schlechten Lichtbedingungen und ermöglicht realistischere AR-Effekte, da das iPhone durch den Lidar-Scanner ein räumliches Abbild der Umgebung generieren und so digitale Objekte besser auf selbige anwenden kann.

Der VCSEL-basierte 3D-Sensor ist außerdem ein wichtiger Baustein von Apples AR-Zukunft. Der Konzern arbeiten sowohl an AR- als auch an VR-Brillen und beide Gerätetypen dürften für ein besseres Raumverständnis auf einen Lidar-Scanner setzen. Ein erstes Produkt dieser Gerätekategorie soll, Insidern zufolge, dieses Jahr vorgestellt werden und 2022 auf den Markt kommen.

Ein Bekenntnis zu Augmented Reality

Die neuerliche Investition in II-VI und die Herstellung von VCSELS wird laut Apple “zusätzliche Kapazitäten schaffen” und die “Auslieferung zukünftiger iPhone-Komponenten beschleunigen”. Dabei sollen neue 700 Jobs in mehreren US-Städten entstehen.

Im Zuge des ersten Vertrags aus dem Jahr 2017 wurde in Sherman, Texas ein stillgelegtes Gebäude mit einer Fläche von 700.000 Quadratmetern in eine VCSEL-Fabrik umgebaut. Der neue Deal zeigt, dass Apple gewillt ist, langfristig in die Lasertechnik und die AR-Technologie, die sie ermöglicht, zu investieren.

“Die Partnerschaft zwischen Apple und II-VI schafft Voraussetzungen für eine neue Welle bahnbrechender Technologien, die eine breite Palette von Anwendungen ermöglichen werden, von denen die Welt in den kommenden Jahrzehnten profitieren wird”, sagte II-VI-CEO Vincent Mattera, wahrscheinlich im Hinblick auf Augmented Reality.

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Apple-Fachkräfte arbeiten an der Herstellung von VCSEL-Wafern. | Bild: Apple

Quelle: Apple, via: Augmented Reality News Subreddit

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