Ausgerechnet eigene Aktionäre fordern von Amazon einen Verkaufsstopp für die Gesichtserkennungssoftware “Rekognition” an US-Behörden.

In einem Schreiben wenden sich Amazon-Aktionäre an den Vorstand des Tech-Konzerns: Der Verkauf der Gesichtserkennungssoftware Rekognition an US-Behörden müsse eingestellt werden, da sie bürgerliche Freiheiten gefährde. Die Regierung könne mit der Software gezielte Diskriminierung und Überwachung betreiben.

Bisher habe Amazon keine ausreichenden Beweise geliefert, dass es die Verletzung von Bürger- und Menschenrechten ausschließen könne. Laut Amazon untersagen die Nutzungsbedingungen von Rekognition einen Einsatz, der gegen Menschenrechte verstößt.

Anhaltende Proteste gegen Rekognition

Organisiert wurde das Schreiben von der Internetorganisation “Open Mic”, die darauf spezialisiert ist, gemeinsam mit Investoren Einfluss auf Tech-Konzerne auszuüben. Open Mic aktivierte fünf Investoren, die Amazon-Aktien im Wert von 1,32 Milliarden US-Dollar besitzen sollen.

Der Brief wird laut Open Mic weiter von Hunderten Amazon-Mitarbeitern unterstützt sowie 150.000 Menschen, die eine Online-Petition unterzeichneten.

Eine ähnliche Aktion gab es bereits im vergangenen Sommer, jedoch ohne Konsequenzen seitens Amazon. Anfang Dezember wendete sich eine Gruppe US-Abgeordnete mit demselben Anliegen an Amazon, bislang ebenfalls folgenlos. Interne Proteste wiegelte Amazon Anfang November ab.

Die American Civil Liberties Union (Aclu) veröffentlichte im Sommer eine Untersuchung, nach der dunkelhäutige Menschen von Rekognition häufiger falsch erkannt werden als weiße.

Allerdings soll die Aclu für den Test eine Genauigkeitsprüfung von nur 80 Prozent angewandt haben – das reicht laut Amazon für Objekte. Für Menschen empfiehlt der Konzern eine Genauigkeitsprüfung von 95 Prozent.

Via: Business Insider, Computer Weekly

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