Amazon Echo Show 15 Test: Ein Schritt vorwärts, zwei zurück

Amazon Echo Show 15 Test: Ein Schritt vorwärts, zwei zurück

Echo Show 15 ist das bisher größte Alexa-Display und kann erstmals an der Wand montiert werden. Überzeugen Visual-ID und Alexa Widgets oder bekommt ihr nur mehr vom Gleichen?

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Alexa ist überall. Ich kann mir kaum noch Anwendungsbereiche vorstellen, für die es kein passendes Echo-Gerät gibt. Mit Echo Show 15 verfolgt Amazon seine Produkt-Strategie weiter und schließt eine vermeintliche Lücke. Das bisher größte Echo-Display kann an Wände montiert werden und soll mit neuen smarten Funktionen vor allem Mehrpersonenhaushalte ansprechen. Unser Test zeigt, ob Echo Show 15 eine sinnvolle Erweiterung für Alexa-Smart Homes ist.

  • Hinweis: Auf die grundlegenden Alexa-Funktionen gehen wir in diesem Test nicht weiter ein, da sie sich nicht von Echo Show 8 oder Echo Show 10 unterscheiden. Lest hierzu gern die verlinkten Tests oder unseren Alexa-Guide

Review zu Echo Show 15 in aller Kürze

Amazon verzichtet beim Echo Show 15 auf viele bereits aus den Vorgängern bekannte Kamera-Features, verbaut schwache Lautsprecher mit miserablem Klang und führt viele gute Ideen nicht konsequent zu Ende. Die neuen Features um Visual ID und Alexa Widgets ergänzen den Startbildschirm zwar sinnvoll, die Widgets haben aber noch deutliche Schwächen. Unterm Strich ergänzt Amazon sein Sortiment mit Echo Show 15 um ein teures Smart Home-Dashboard für die Wand, das mehr Familien-Organzier sein will, als Multifunktions-Smart-Display. Am Ende des Artikels findet ihr ein ausführliches Fazit.

Echo Show 15 ist für euch geeignet, wenn ihr…

  • immer schon ein Smart Display an die Wand hängen wolltet
  • mehrere Nutzerprofile mit personalisiertem Inhalt auf einem Smart Display anlegen möchtet
  • einen smarten Familien-Organzier sucht

Echo Show 15 ist für euch weniger geeignet, wenn ihr…

  • mit einem Smart Display auch Musik hören wollt
  • Wert auf hochwertige Video-Telefonie legt
  • eine lichtdurchflutete Wohnung habt (Display spiegelt stark)
  • ihr bereits einen Echo Show 8 oder 10 habt und auf die Wandmontage verzichten könnt

Echo Show 15: Datenblatt und Vergleich

Echo Show 15 an der Wand: Ernüchterung macht sich breit

Das auf den ersten Blick ersichtliche Alleinstellungsmerkmal des Echo Show 15 ist die Möglichkeit zur Wandmontage. Das Alexa-Display soll sich wie ein Bilderrahmen im Hoch- oder Querformat an die Wand anbringen lassen. Ganz so edel wie vermutet wirkt das Ganze jedoch nicht. Der schwarze Rahmen schließt nicht bündig ab und steht etwa zwei Zentimeter von der Wand ab. Grund sind die zwei 41-mm-Lautsprecher, die links und rechts im Gehäuse verbaut und schräg auf die Wand gerichtet sind. Auch das Kabel muss natürlich irgendwo hin und schmälert das Gesamtbild. Hier hilft nur etwas handwerkliches Engagement und ein Kabelkanal in der Wand.

Der optional erhältliche Ständer für Echo Show 15 ist hochwertig, nur die Gummioberfläche ist schwer zu reinigen.

Der optional erhältliche Ständer für Echo Show 15 ist hochwertig, nur die Gummioberfläche ist schwer zu reinigen. | Bild: Amazon

Optional bietet Amazon auch einen Ständer für Echo Show 15 an, der ähnlich wie die Wandhalterung hinten am Gerät verschraubt wird. Der Standfuß ist mit einem weichen gummiartigen Kunststoff überzogen, der Staub wie ein Magnet anzieht und sich nur schwer reinigen lässt. Ein Staubwedel allein reicht hier nicht. Mit seinem bisher größten Alexa-Display überzeugt Amazon in Sachen Schärfe und Reaktionsfreudigkeit. Wer Echo Show 15 allerdings in sehr hellen Räumen aufhängt, wird sich schnell an den starken Spiegelungen im Display stören.

Echo Show 15 enttäuscht bei Lautsprechern und Kamera

Die verbauten Lautsprecher sind die größte Enttäuschung, seit ich Echo-Geräte teste. Amazon nutzt hier die gleichen Lautsprecher wie im kleinen Echo Dot. Musikhören ist mit dem Echo Show 15 also keine ernsthafte Option. Alles klingt blechern und Bass ist nicht existent. Obwohl im Echo Dot nur einer dieser Lautsprecher verbaut ist, liefert die kleine Kugel ein runderes Klangbild als das 250 Euro teure Wand-Modell.

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Auch bei der Kamera spart Amazon und setzt auf 5 Megapixel. Zum Vergleich: Echo Show 10 bietet eine 13-Megapixel-Kamera. Die smarten Features wie der automatische Zoom und die Gesichtserkennung der „kleinen“ Echo-Show-Geschwister fehlen ebenfalls. Warum?

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Visual ID – Alexa, wer bin ich?

Als reines Smart Home-Dashboard glänzt das Alexa-Display zum Teil mit neuen Funktionen. Durch Visual ID erkennt Alexa, wer vor ihr steht. Die Sprach-KI begrüßt mich und zeigt nur Inhalte auf dem Bildschirm an, die für mich bestimmt sind. Dazu zählen Kalendereinträge, Erinnerungen, Musik oder für mich erstellte Haftnotizen aus den Alexa Widgets.

Per optional erhältlichem Ständer findet Echo Show 15 auch auf Sideboards oder Küchentheken Platz.

Visual ID erkennt euch über die verbaute Kamera und zeigt sofort persönliche Inhalte auf dem Echo Show 15 an. | Bild: Amazon

Alexa knipst für die automatische Erkennung Fotos meines Gesichts aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Einrichtung dauert keine zwei Minuten und soll dank des neuen Prozessors vollständig auf dem Gerät ablaufen. Laut Amazon wandern keine Bilder in die Cloud.

Am Gerät selbst kann ich nur Stimm- und Gesichtsprofile anlegen. Über die Alexa-App darf ich Nutzerprofile, persönliche Kalender und Spitznamen eingeben sowie die Beziehungen zwischen den Haushaltsmitgliedern. Visual-ID funktionierte im Test zuverlässig und konnte mich regelmäßig von meiner Frau unterscheiden. Amazon gibt allerdings an, dass es bei Personen, die sich sehr ähnlich sehen, zu Ungenauigkeiten kommen kann.

Alexa Widgets: Neuerungen für den Startbildschirm

Für den Startbildschirm hat sich Amazon ebenfalls etwas Neues einfallen lassen. Nutzer:innen dürfen verschiedene Alexa Widgets darauf verteilen, die im Grunde wie die bekannten Widgets auf Smartphones funktionieren. Aus der Galerie darf ich bis zu sechs Alexa Widgets gleichzeitig auswählen, die auf der rechten Hälfte des Startbildschirms platziert werden. Habe ich verschiedene Profile angelegt, orientieren sich die Inhalte der Widgets durch Visual ID und Voice ID am gespeicherten Nutzerprofil.

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Ein großes Alexa Widget belegt drei Plätze (Kalender, rechts oben) im Raster.

Ein großes Alexa Widget belegt drei Plätze (Kalender, rechts oben) im Raster. | Bild: Amazon

Unterschieden wird in kleine und große Widgets, wobei mit den großen eine nicht ganz verständliche Besonderheit einhergeht: Ein großes Widget belegt drei Plätze. Obwohl damit theoretisch in der oberen und unteren Reihe Platz je ein großes Widget wäre, verwehrt mir Echo Show 15 die gleichzeitige Platzierung zweier großer Alexa-Widgets.

Dadurch muss ich mich immer zwischen dem großen Kalender und dem großen Musik-Widget entscheiden. Letzteres ist übrigens auf Amazon Music begrenzt. Spotify-, Deezer- oder Apple Music-Kunden gehen hier leer aus. Auch ärgerlich ist, dass bei einer ungeraden Zahl an angeordneten Widgets eine unschöne Lücke im Raster bleibt.

Alexa Widgets: Praktisch, aber ausbaufähig

Zum Start in den Tag sehe ich also auf einen Blick meine anstehenden Termine, To-Do- und Einkaufslisten oder die Wettervorhersage für die nächsten Stunden. Per Haftnotizen-Widget kann ich kleine digitale Erinnerungen oder Botschaften auf den Alexa-Startbildschirm anpinnen.

Für die Steuerung des vernetzten Zuhauses gibt es die Smart Home-Favoriten. Hier listet Alexa die meistgenutzten smarten Geräte auf, die ich schnell mit einem Fingertipp auf das jeweilige Symbol ein- und ausschalten kann. Derzeit gibt es dreizehn Alexa-Widgets, kleine und große Versionen von Kalender und Musik mitgezählt.

Zu den bereits erwähnten Widgets kommen noch Lieblingsfotos, Vorschläge für Rezepte oder Alexa-Funktionen und ein Nachbestell-Widget. Hier werden mir Verbrauchsartikel vorgeschlagen, die ich häufig auf Amazon bestelle. Möglich, dass Amazon per Software-Updates noch mehr Widgets nachlegt.

Fazit zu Echo Show 15: Der Kompromiss unter den Alexa-Displays

Echo Show 15 ist ein einziger Kompromiss. Das größere Display ist ausreichend scharf, spiegelt aber sehr stark. Der leistungsstarke KI-Chip AZ2 ermöglicht nützliche Funktionen wie Visual ID und die praktischen Alexa Widgets. Dafür sitzen eine abgespeckte Kamera ohne die aus den anderen Echo-Show-Geräten bereits bekannten Features und dürftige Lautsprecher im Rahmen. Der Klang ist eine Katastrophe.

Die Wandhalterung ist durchdacht und ohne Probleme anzubringen. Die Konstruktion von Echo Show 15 lässt allerdings kein elegantes Gesamtbild an der Wand zu und der optionale Ständer ist praktisch, aber ein Schmutzmagnet.

Echo Show 15 ist mehr als Ergänzung zu einem bestehenden Alexa-Smart Home zu sehen als ein Multifunktions-Smart-Display. Es will primär ein Smart Home-Dashboard und Organizer für die ganze Familie sein. Das Alexa-Display eignet sich, um kurz den Kalender oder die Verkehrslage zu prüfen und per Videostream nachzuschauen, wer an der Haustür steht. Die neuen Features um Visual ID und Alexa Widgets sind diesem Zweck zuträglich und werten den Startbildschirm auf.

Wer genau das sucht, ist mit Echo Show 15 gut beraten. Einen vollwertigen Allrounder für das Smart Home bekommt ihr hier allerdings nicht, wodurch die knapp 250 Euro UVP zu teuer sind. Anstatt den guten Weg von Echo Show 8 (2. Generation) und Echo Show 10 konsequent weiterzugehen, liefert Amazon mit dem Echo Show 15 nur ein weiteres Echo-Gerät, kein besseres.

Echo Show 15 könnt ihr hier kaufen

Letzte Aktualisierung am 26.05.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

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