Anlässlich ihres 30. Bandjubiläums kreierten die Fantastischen Vier ein interaktives VR-Bandporträt, das ihresgleichen sucht. Ich konnte mir “Fantaventura” vor Erscheinen ansehen.

Auf die Idee, eine VR-Erfahrung zu produzieren, kam Smudo von den Fanta 4. Ihn verbindet eine große Leidenschaft mit Virtual Reality, erzählt er mir im Interview.

Als Hauptinspiration diente der Song “Tag am Meer” aus 1993 (siehe Youtube-Video unten). Die Band wollte basierend auf dem Musikvideo eine VR-Erfahrung schaffen, die sich wie ein begehbares Adventure-Spiel anfühlt.

Fantaventura beginnt mit einer Radiodurchsage: Die Fantas und ein Fan der Band würden nach einem hellen Blitz vermisst. Mit dem Fan bin offenbar ich als VR-Nutzer gemeint. Ich fliege durch einen trippigen Strudel und komme auf einer Karibikinsel wieder heraus.

Hier treffe ich digitale Varianten der Bandmitglieder in doppelter Ausführung: So wie sie heute und in den frühen 90ern aussahen. Die Bandmitglieder der Gegenwart erscheinen als Hologramme, die für die VR-Erfahrung im Volucap Studio Babelsberg in 3D aufgenommen wurden.

Ein VR-Trip in die Vergangenheit der Band

Richtig cool: In der frei begehbaren Umgebung bewegt sich nahezu alles zum Beat. Bananen fallen vom Himmel und schlagen zum Bass auf den Boden auf. Ein Schwan bewegt sich anmutig zur Melodie.

Ich kann herumlaufen und mir Seifenblasen mit 360-Grad-Videos darin über den Kopf ziehen: von Smudo während einer Autofahrt, von And.Ypsilon im Studio oder ich finde mich in Michi Becks Kühlschrank wieder.

Die Bandmitglieder sprechen poetisch, zitieren aus anderen Songs oder geben Lebensweisheiten von sich, all das mit einer unterhaltsamen Tiefsinnigkeit, wie man sie von der Band kennt.

Beim Experimentieren mit den interaktiven Elementen kommt man in einen regelrechten Flow: Die Erfahrung ist nicht linear, sodass es gut möglich ist, dass man Inhalte verpasst, die man bei einem späteren Durchgang nachholen kann. Es soll sogar geheime Passagen und Easter Eggs geben.

Mein persönliches Highlight war ein erstklassig gemachtes stereoskopisches 360-Grad-Video: Ich stehe im Dunkeln an einer spärlich beleuchteten Straßenecke. Die Fantas kommen mit einem alten Seat angefahren, steigen aus und es folgt eine Unterhaltung, die ausschließlich aus Zitaten der Lieder und der 30 Jahre alten Bandgeschichte besteht.

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Man trifft auf die Bandmitglieder von damals und heute. BILD: Fanta 4

Fazit: Eine für mich sehr emotionale VR-Erfahrung

Als großer Fanta-Fan hat mich dieser Moment so stark berührt, dass ich Tränen in den Augen hatte. Die Band begleitet mich seit dreißig Jahren, sodass dieser Moment für mich auch ein Resümee meines bisherigen Lebens war. Ich bin sicher, dass die emotionale Nähe, die ich in diesem Moment spürte, so nur mittels Virtual Reality möglich ist.

Ohne zu viel zu verraten: Das Ende hat mich ebenfalls zum Lachen gebracht und zu einem verständnisvollen Nicken geführt. Hier erlebt man auf eine vollkommen neue Weise, was in den Köpfen der Fantas abgeht.

Ohne den Preis der SteamVR-Version zu kennen, kann ich die Anwendung jedem Fan bedingungslos ans Herz legen.

Die Fantaventura-Erfahrung erscheint im Oktober bei Steam. Eine Oculus-Quest-Version ist geplant, sofern technisch machbar. Einen ersten Einblick in die VR-Erfahrung bietet die 360-Grad-Variante, die kostenlos bei Magenta VR erhältlich ist.

Titelbild: Fanta 4

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