Metaverse-Hype: In China wollen sie alle ins „Yuanyuzhou“

Metaverse-Hype: In China wollen sie alle ins „Yuanyuzhou“

Seit Mark Zuckerberg das Metaverse-Zeitalter ausgerufen hat, kommt wieder mehr Bewegung in XR. Shanghai lockt innovative Unternehmen mit Steuerersparnissen.

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Das Metaverse kann als „Yuanyuzhou“ in die chinesische Sprache übersetzt werden – ein Begriff, der laut Hongkongs größter englischsprachiger Tageszeitung South China Morning Post (SCMP) gerade kräftig  in verschiedenen Kontexten als Marke angemeldet wird.

Meta bewegt Chinas Tech-Unternehmen

Mehr als 1360 Firmen in Festlandchina sollen bereits eine Metaverse-bezogene Marke angemeldet haben. Vor drei Monaten, also vor Facebooks Meta-Wandel und der Bekanntgabe der Metaverse-Strategie im großen Stil, lag diese Zahl noch bei 130 Unternehmen.

Die Gesamtzahl an Anträgen für einzelne Marken beläuft sich auf rund 8500, allein der Tech-Riese Tencent soll im September rund 100 Metaverse-Marken registriert haben. Das zeigt, wie einflussreich Meta auch in China ist, obwohl Oculus-Produkte dort nicht offiziell verkauft werden. Im Westen bekanntere chinesische VR- und AR-Unternehmen in Sachen Hardware sind unter anderem ByteDance (Pico), HTC, Pimax oder Nreal.

Mehrere Unternehmen rund um Gaming und Online-Communitys wie MiHoYo und Netease (Mobile- und Online-Gaming), Bilibili (Video-Streaming) und das von Tencent mitfinanzierte Start-up Soul (KI-gestütztes Social Networking) sollen bereits an eigenen Metaversen bauen. Soul kündigte Metaverse-Pläne schon zu Anfang des Jahres an, unter anderem können Nutzer:innen hier Avatare erstellen. Das Interface ist allerdings noch vollständig in 2D. Die App soll rund 33 Millionen monatlich aktive Nutzer:innen haben.

Auch etablierte Tech-Unternehmen wie der E-Commerce-Gigant Alibaba, Huawei oder Hisense sollen bereits fürs Metaverse planen: Huawei hat unter anderem die Rechte an einem „Meta OS“ beantragt, Alibaba am „Ali Metaverse“, Hisense für Metaverse-Services für Werbung oder Social Services.

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Shanghai will digitale Ökonomie fördern

Die SCMP berichtet weiter, dass die Stadt Shanghai im kommenden Jahr Unternehmen fördern will, die Plattformen für die Interaktion zwischen virtueller und realer Gesellschaft schaffen. Die Stadtregierung fordere Unternehmen auf, aktiv die digitale Ökonomie und Transformation der Stadt voranzutreiben. Wichtige Unternehmen in diesen Bereichen könnten mit geringeren Steuern rechnen.

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„Shanghai und andere Regierungen im Jangtse-Delta investieren aktiv in die Zukunft und konzentrieren sich dabei auf Computerchips, Biotechnologie und Künstliche Intelligenz“, sagt Wang Zhen, Vizepräsident der Shanghaier Akademie für Sozialwissenschaften. „Diese Technologien haben das Potenzial, sich zu mehreren Industrieclustern zu entwickeln und die Wirtschaft und den Konsum zu steigern.“

Die chinesische Regierung warnt vor dem Metaverse

Das Staatsmedium „People’s Daily“ soll laut der SCMP Anfang Dezember vor dem Metaverse gewarnt haben: Speziell der Verkauf von virtuellem Besitz „berge das Risiko von Volatilität, Betrug, illegaler Geldbeschaffung und Geldwäsche“. Bei NFTs existierten weder in China noch in anderen Ländern klare rechtliche Vorgaben für Transaktionen. Im November warnte die People’s Daily explizit vor dem Metaverse-Hype: Die Menschen müssten „rational bleiben, um die aktuelle Metaverse-Manie zu verstehen“.

Weiterlesen über das Metaverse:

Quellen: SCMP 1, SCMP 2

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