Wie L’Oréal und Louis Vuitton das Metaverse erobern wollen

Wie L’Oréal und Louis Vuitton das Metaverse erobern wollen

Luxus- und Beautykonzerne wollen ins Metaverse. Wie stellen sich Marken wie Moët und Christian Dior für eine virtuelle Zukunft auf?

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Luxus, Beauty, Fashion. Was wäre ein Metaverse ohne hochpreisige Konsumgüter? Genau das dachten sich wohl auch Branchengrößen wie L’Oréal und LVMH und richten ihre Marken schon heute auf das dreidimensionale Internet der Zukunft aus. Könnt ihr bald digitalen Moët schlürfen, während ihr die heißesten Louis Vuitton-Taschen durch Horizon Worlds tragt?

Beauty im Metaverse: So soll der Übergang von 2D auf 3D gelingen

Für L’Oréal sind vor allem die Marken YSL, Mugler und NYX Professional Make-up wichtig für die eigenen Metaverse-Pläne. Der Konzern stellte kürzlich einen digitalen Wallet vor, für den bis zu 10.000 kostenlose L’Oréal-NFTs angefordert werden können. Im Laufe des Jahres schalten Kund:innen damit Zugänge zu digitalen und realen Veranstaltungen, Erlebnissen oder Produkten frei.

L’Oréal will mit der Wallet-Aktion Kund:innen an die eigenen Metaverse-Aktivitäten heranführen. Es gehe darum, Grundlagen zu schaffen, zu verstehen, wie eine Beauty-Marke im virtuellen Raum platziert und die eigene Marken-DNA dort verwurzelt werden könne, erklärt Asmita Dubey, Chief Digital and Marketing Officer bei L’Oréal.

L’Oréal sucht Partner für die virtuelle Zukunft

„Wir denken über immersive Erfahrungen nach. Wir wissen, dass wir von 2D- zu 3D-Schönheit übergehen werden, also wie sieht das aus? Und von dort aus sehen wir uns virtuelle Einflüsse, Avatare, Produkte und Sammlerstücke an. Wir erforschen all das, um die neuen visuellen Codes zu verstehen, die neuen Arten, wie Menschen Schönheit im Metaverse sehen“, so Dubey.

Zudem seien Partnerschaften mit Unternehmen und Einzelpersonen wichtig, die bislang noch nicht auf L’Oréals Radar waren. Es gebe ein vielfältiges, neues Ökosystem von Partnern, mit denen L’Oréal zusammenarbeiten müsse.

3D-Künstler erschaffen neue Form von digitaler Schönheit

„Wir arbeiten mit neuen Technologieplattformen, mit Ariani – einer aufstrebenden Plattform im Web3 – und mit Unternehmen aus der Welt der Kryptowährungen zusammen. Wir müssen mit einem ganz neuen Ökosystem zusammenarbeiten“, erklärt Dubey.

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Virtual Reality: L'Oréal will Frisöre mit der VR-Brille weiterbilden

L’Oréal versucht sich schon seit 2016 an immersiven Technologien und führe eine Weiterbildung für Frisöre in der Virtual Reality durch. | Bild: L’Oréal

Laut Dubey gebe es viele 3D-Künstler, die sich mit digitaler Schönheit und Make-up-Kunst beschäftigen. „Genau da setzen wir an. Das bedeutet, dass die Marke mit mehr 3D-Künstlern, Animatoren und sogar Software-Ingenieuren zusammenarbeiten wird. Wir werden anfangen, mit Blockchain-Experten zu arbeiten“, so L’Oréals Digital-Chefin.

Schon 2018 investierte L’Oréal in AR-Apps und übernahm das Start-up Modiface. Die AR-Spezialisten entwickeln Augmented Reality-Anwendungen, mit denen Nutzer:innen etwa neue Frisuren auf den Kopf oder Make-up ins Gesicht projizieren können. Zwei Jahre zuvor begann L’Oréal damit, Frisöre mit der VR-Brille weiterzubilden.

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LVMH bringt Luis Vuitton und Christian Dior ins Metaverse

LVMH, der Konzern hinter Luxusmarken wie Luis Vuitton, Christian Dior oder der Kellerei Moët & Chandon stellt sich ebenfalls für den Eintritt in die virtuelle Welt auf. Nelly Mensah, LVMHs Metaverse- und Krypto-Chefin, sieht die Zukunft des Internets als ernst zu nehmende Einnahmequelle.

„Wir denken in erster Linie an vier Anwendungsfälle. Einer ist das Storytelling für Kunden und immersive Markenerlebnisse. Es geht um Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Tracking für Authentizität“, erklärt Mensah.

Auch an digitale Zwillinge und eine Erweiterung der Produktangebote in der virtuellen Welt stünden auf dem Plan. Sie sollen eine Personalisierung und Selbstdarstellung ermöglichen. „Und schließlich akzeptieren wir Kryptowährungen für Zahlungen.“

Bulgari: Aktuelle Metaversen nicht hochwertig genug für Luxusmarken

Die LVMH-Schmuck-Marke Bulgari will mit dem italienischen Entwicklerstudio Experiency sein eigenes Metaverse aufbauen. „Die heutigen Metaversen sind nicht hochwertig genug, um die Positionierung einer Luxusmarke zu unterstützen. Wir schaffen also unser eigenes Metaversum. Es ist ein Konzept. Wir schaffen eine Lernkurve, entwerfen Räume. Das ist eine andere Art von Kreativität“, erklärt Massimo Paloni, Chief Operations and Innovation Officer von Bulgari.

Kultur und Prozesse des Unternehmens sollen vorbereitet werden: „Wenn sich die Zukunft für interaktionsfähige Metaversen öffnet, werden wir bereit sein“. Eine Schlüsselaufgabe während der Vorbereitung ist die Erstellung von 3D-Versionen des gesamten Portfolios. Diamanten in einer 3D-Welt realistisch wirken zu lassen, sei ein schwieriger Prozess. Die Agentur benötige zwischen einer Woche und einem Monat für ein einziges virtuelles Schmuckstück.

Quellen: The Drum

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