NASA Mondmission: Mit Hololens am Weltall-Laufband

NASA Mondmission: Mit Hololens am Weltall-Laufband

Mit Microsofts AR-Brille Hololens sollen Astronauten und Astronautinnen auf der Internationalen Raumstation (ISS) Geräte effizienter inspizieren und reparieren. Wenn es bald wieder auf den Mond und zukünftig vielleicht zum Mars geht, soll die AR-Brille besonders wichtig werden.

Astronaut:innen auf der ISS testen Microsofts AR-Brille Hololens für die Instandhaltung und Wartung von Geräten an Bord der Raumstation. Die visuelle Anleitung per AR-Brille soll die einzelnen Schritte bei einer Reparatur oder einer Prüfung leichter nachvollziehbar machen und so unter anderem die Unabhängigkeit der Crew vom Kommunikationscenter erhöhen.

„Houston, wir haben eine AR-Brille“

Diese höhere Unabhängigkeit ist insbesondere wichtig mit Blick auf die geplante Mondlandung und mögliche zukünftige Mars-Missionen: Hier kann es vom Absenden einer Nachricht bis zum Empfang zu minutenlangen Verzögerungen kommen.

Eine Augmented Reality-Brille an Bord des Raumschiffs kann laut der NASA der Crew dabei helfen, eigenständiger zu agieren, und so die durch die Kommunikationslücken entstehenden Risiken reduzieren.

„AR-Werkzeuge geben uns die Möglichkeit, Anleitungen und Fachwissen im Voraus zu verpacken“, sagt der NASA-Wissenschaftler Bryan Dansberry.

Die NASA testete im Projekt Sidekick schon 2016 Microsofts Hololens auf der ISS. Das aktuelle Projekt T2AR setzt auf den damals gemachten Erfahrungen und Software-Werkzeugen auf.

Hololens-Wartung am Weltall-Laufband

Bei T2AR testete der japanische Astronaut Soichi Noguchi erstmals im vergangenen April die AR-gestützte Wartung des Laufbands T2. Das ist eine wichtige Aufgabe: Auf der Erde ist ein Laufband nur ein Sportutensil – an Bord der ISS ist es essenziell für die Gesundheit der Crew.

Normalerweise würde Noguchi für die Wartung eine PDF-Anleitung auf einem Tablet oder einem PC lesen. Das ist kompliziert, wenn man gleichzeitig schwerelos mit Werkzeug und Taschenlampe hantieren muss. Mit Hololens konnte Noguchi die Wartungsanleitung Schritt für Schritt direkt am Laufband sehen und hatte währenddessen beide Hände für die Arbeitsschritte frei.

Der japanische Astronaut Noguchi schwebt schwerelos bei der Laufband-Wartung: Dank der AR-Brille auf dem Kopf sieht er die Anleitung direkt im Blickfeld und auf dem zu wartenden Gerät.
Der japanische Astronaut Noguchi schwebt schwerelos bei der Laufband-Wartung: Dank der AR-Brille auf dem Kopf sieht er die Anleitung direkt im Blickfeld und auf dem zu wartenden Gerät. | Bild: NASA

Neben Noguchi testeten Thomas Pesquet (ESA) und Megan McArthur (NASA) den Wartungsvorgang mit AR-Brille. Neun weitere Tests stehen in dieser Runde noch an, die zunächst auf die T2-Wartung beschränkt ist.

Die AR-Software hinter dem Wartungsvorgang ist laut der NASA allerdings so konzipiert, dass sie zukünftig bei einer Vielzahl von Tätigkeiten auf der Raumstation eingesetzt werden kann. Sie soll für eine höhere Effizienz und Präzision bei einzelnen Arbeitsschritten sorgen.

Über einem Gerät erscheint eine digitale Einblendung, die Arbeitsschritte für eine Wartung darstellt.
Eine beispielhafte AR-Einblendung bei einem Wartungsvorgang. Die einzelnen Arbeitsschritte können direkt an dem Gerät visualisiert werden. | Bild: NASA

„Die Raumstation ist die perfekte Plattform, um AR-Systeme zu testen und diese Werkzeuge zu verfeinern, damit sie bereit sind, wenn zukünftige Astronauten sie brauchen“, sagt Dansberry.

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Quelle: NASA