Virtual Reality in Japan: VR-Arcades sollen Spielhallengeschäft beleben

Virtual Reality wird auch in Japan nur langsam angenommen. Hier sind es vor allem günstige Spielkonsolen, die dem Medium Konkurrenz machen. Japanische Unternehmen wie Bandai Namco setzen deshalb auf hochwertige VR-Spielhallenerlebnisse mit Spezialausrüstung. Ihre Hoffnung ist, dem traditionsreichen, aber schwächelnden Arcadegeschäft neue Impulse zu geben.
Man kennt das Argument: VR sei zu teuer, zu umständlich, zu isolierend. Highend-Spielhallen sollen dieses Problem nicht haben, weil sie für ein soziales VR-Erlebnis ausgelegt sind und dank eigens entwickelter Hardware und genügend Raum eine VR-Erfahrung bieten, die man zu Hause nicht bekommen kann.
Dieses Geschäftsmodell sei deshalb das aussichtsreichere und würde Virtual Reality den Weg in den Massenmarkt bereiten, so wie es einst die Spielhallen in den 70ern und 80ern für Konsolen- und Computerspielen taten.
Auf Traditionen aufbauend
In Japan gibt es zwar noch immer viele Spielhallen, es werden jedoch immer weniger: Dem Artikel zufolge fiel ihre Zahl in den letzten dreißig Jahren von 44.000 auf 14.000. Ob VR-Spielhallen wie die VR Zone Shinjuku oder Segas eigene VR-Arcade (Testbericht) diese Entwicklung umkehren können, kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.
Zahlreiche Ableger im Ausland geplant
Der japanische Spielhistoriker Daisuke Watanabe glaubt, dass es den Betreibern der VR Zone Shinjuku eher darum geht, Werbung als Profit zu machen: Die riesige Arcade diene als Ausstellungsraum für VR-Maschinen und -Erfahrungen, die Bandai Namco an herkömmliche Spielhallen verkaufen möchte.
Dass das japanische Unternehmen erst vor kurzem ein eigenes VR-Entwicklerteam ins Leben rief, passt in dieses Konzept. Das Studio soll exklusive VR/AR-Erfahrungen sowie Maschinen für Spielhallen und Vergnügungsparks entwickeln. Die Expansion ins Ausland wird bereits erprobt: In London hat die VR Zone zwei Ableger, weltweit sind derzeit 20 Standorte geplant.
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