Heute erscheint offiziell Valve Index. Einige Käufer haben ihre VR-Brille bereits erhalten und schildern erstenEindrücke.

Reddit-Nutzer Oliver_Dee nutzte bisher eine Oculus Rift. Was hält er nach einem ersten Testanlauf von Valve Index?

Die VR-Erfahrung sei im Allgemeinen “sauber, klar und flüssig”, die störenden Lichtblitzer (“God Rays”) praktisch verschwunden und der scharfe Bildbereich (“Sweet Spot”) sehr groß, schreibt der Reddit-Nutzer. Der unschöne Fliegengittereffekt sei viel schwächer ausgeprägt als bei Oculus Rift, aber noch nicht vollständig eliminiert. Die Auflösung findet der Reddit-Nutzer gut, aber noch nicht gut genug, um unter der VR-Brille zu arbeiten.

Der Klang der Ohrlautsprecher sei “sehr gut”, gemessen an den integrierten Kopfhörern der Original-Rift aber nicht beeindruckend, was seiner Meinung nach auch am jeweiligen Spiel liege. So hätte Beat Saber zum Beispiel großartig geklungen, auch wenn er sich etwas stärkeren Bass gewünscht hätte.

Zwischen 120 Hertz und 144 Hertz Bildwiederholrate konnte er keinen Unterschied feststellen. Das horizontale Sichtfeld sei im Gegensatz zum vertikalen nicht viel größer als bei Oculus Rift. Dennoch sei es nach der Valve Index schwer, zur älteren VR-Brille zurückzukehren. Das kleinere Sichtfeld störe dann.

Auf einer Pressekonferenz in Valves Hauptquartier in Bellevue wurden einigen US-Medien die Valve Index genauer vorgeführt.

Häufig gelobt werden Klang und Ergonomie der Ohrlautsprecher: Anstatt am Ohr zu kleben, schweben sie direkt davor. Das ist bequemer und immersiver. Bild: Valve

Eine in allen Punkten verbesserte Oculus Rift

Die Controller seien ergonomischer, aber noch etwas fehlerhaft beim Fingertracking. Dass man die Hand öffnen könne, sei “großartig”. Die VR-Brille selbst bezeichnet er als sehr bequem, sodass man sie auch länger nutzen kann. Das sei ein großer Pluspunkt. Insgesamt habe Valve alle Punkte verbessert, die ihn an der Oculus Rift störten.

Ein HTC-Vive-Nutzer schrieb ebenfalls seine Ersteindrücke auf. Er bezeichnet Valve Index als “superbequem”: Sie sei weich, flexibel einstellbar und leicht.

Das Sichtfeld und die höhere Pixelzahl seien “fantastisch”, die Ohrlautsprecher klar und laut. Dass sie nicht die Ohren berühren, trage zur Immersion bei. Wer sie nicht nutzen will, kann sie theoretisch einfach abmontieren.

Die Controller seien “auf die bestmögliche Art merkwürdig”. Er müsse sich zuerst umgewöhnen und lernen, was man mit den neuen Eingabegeräten alles machen könne.

Für Reddit-Nutzer IRobertus ist Valve Index bereits die fünfte VR-Brille. Er nutzte bislang standardmäßig eine Vive Pro mit Drahtlos-Adapter. Er lobt in seinem Beitrag die Ergonomie der VR-Brille. Sie sei leicht und problemlos auf- und abzusetzen.

Der Fliegengittereffekt sei fast verschwunden und weniger ausgeprägt als bei der Vive Pro. Lichtreflexionen seien kaum auszumachen. Bei weißem Text auf schwarzem Hintergrund erkenne man zwar noch immer störende Lichtstrahlen, aber sie seien nicht so stark ausgeprägt wie bei Oculus Rift.

Valve bereitet die Index-Controller (vorher Knuckles) auf den Marktstart vor.

Das Fingertracking der Index-Controller ist technisch beeindruckend. Wird es sich im VR-Alltag als nützliche Funktion durchsetzen? Bild: Valve

Nicht über alle Zweifel erhaben

Recht enttäuscht hätten ihn die im Vergleich zur Vive Pro flauen Farben und der Schwarzwert. Das falle besonders bei Beat Saber auf, das er sehr viel spiele und das mit Vive Pro besser aussehe. Insgesamt seien die Farben “in Ordnung”.

Das erweiterte Sichtfeld trage viel zur Immersion bei. Horizontal sei das Sichtfeld so weit wie bei der Vive Pro, nur oben und unten sehe man mit Index mehr.

Wegen seines großen Augenabstands (72 Millimeter) habe er zuvor sowohl Oculus Quest als auch Oculus Rift S zurückgeschickt. Der maximal einstellbare Abstand bei der Index ist 70 Millimeter.

Das ist offenbar zu wenig für ihn: Der Reddit-Nutzer hat sich entschieden, Valve Index ebenfalls zurückzugeben, weil seine Augen ermüdeten. Andernfalls hätte er sie behalten. Er empfiehlt die Index-Brille allen Nutzern, die ein Upgrade für ihre Original-Rift oder die Ur-Vive suchen.

Valve Index: Wie das besonders weite Sichtfeld zustande kommt

Auf bis zu 130 Grad hat Valve das Index-Sichtfeld gesteigert. Den Taucherbrilleneffekt beseitigt das jedoch noch nicht. Bild: Valve

An der Controller-Software muss Valve noch arbeiten

Reddit-Nutzer IceAmaura lobt in seinem Kurzbericht die hochwertige Verarbeitung, den Tragekomfort, die Klarheit des Bilds, den großen Schärfebereich und dass Valve den Fliegengittereffekt fast ausgemerzt hat.

Weniger Freude hat er an den Schwarzwerten und den Controllern, deren Software er für noch nicht ausgereift hält. Insgesamt habe Valve das Ziel erreicht: Mit der Index werde er VR viel länger als sonst nutzen.

Reddit-Nutzer Sasha055 besitzt eine Oculus Rift S. Das Beste an Valve Index sei im Vergleich die höhere Bildwiederholrate (bis 144 Hertz statt 80 Hertz), schreibt der Reddit-Nutzer, die größte Enttäuschung das Sichtfeld, das nur vertikal signifikant größer sei als bei Rift S.

Zum Tragekomfort schreibt Sasha055, dass sich die VR-Brille wie eine “sehr bequeme Original-Rift” anfühle. Die Soundqualität und das Tracking bezeichnet er als “exzellent”.

Seit 2013 ist Indie-Entwickler “OlivierJT” an VR-Projekten beteiligt und hatte so ziemlich jede VR-Brille auf dem Kopf. Seine Eindrücke decken sich weitgehend mit den ersten Nutzer-Meinungen: Er lobt insbesondere das weitere Sichtfeld sowie den Klang der Lautsprecher und die Ergonomie.

Nicht zufrieden ist er mit den flauen LCD-Schwarzwerten, die nicht an die der Rift-OLEDs heranreiche. Der Screendor-Effekt sei gegenüber der ersten Oculus Rift deutlich verbessert und in etwa auf Augenhöhe mit Oculus Go.

Titelbild: Valve 

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