Anfang des Jahres erklärte der US-Landkreis Milwaukee seine Parks zur AR-freien Zone. Daraufhin verklagte ein AR-Entwickler die Stadt. Nun entschied das Gericht im Sinne der Ankläger.

Ein Erlass des Landkreises sollte seit dem 1. Januar 2017 dafür sorgen, dass städtische Parks nicht mehr von Augmented-Reality-Spielern überrannt werden. Der Erlass verlangt, dass Entwickler von AR-Anwendungen vor der Veröffentlichung ihrer App ein 1.000 US-Dollar teures Prüfverfahren durchlaufen, bei dem die “Angemessenheit der Anwendung” untersucht wird.

Hierfür müssen die Entwickler Angaben zur geschätzten Größe und ungefähren zeitlichen Aktivität der Spieler machen und Pläne für die Müllentsorgung, Toilettennutzung, Sicherheit und medizinische Versorgung bereitstellen. Ein Versicherungsnachweis über eine allgemeine Haftpflicht mit einem Deckungsbetrag im Umfang von einer Million US-Dollar gehört ebenfalls zu den Anforderungen.

Fallen AR-Spiele unter das Recht auf Meinungsfreiheit?

Candy Lab, die Entwickler des AR-Pokerspiels “Texas Rope ‘Em”, bei dem Nutzer an realen Orten Spielkarten sammeln müssen, verklagten den Landkreis daraufhin. Sie beriefen sich auf das Recht auf Meinungsfreiheit, das durch den ersten 1. Zusatzartikel der US-Verfassung geschützt ist.

Milwaukees Anwälte wiesen diese Klage mit der Begründung zurück, dass AR-Spiele wie Texas Rope ‘Em keine Ideen oder Botschaften vermitteln würden und daher kein Recht darauf hätten, vom Zusatzartikel geschützt zu werden.

“Im Gegensatz zu anderen Medien wie Büchern, Filmen, Musik, Theaterstücken und Videospielen, die durch den ersten Zusatzartikel geschützt sind, hat Texas Rope ‘Em keinen Plot, keine Handlung, keine Figuren und keine Dialoge. Alles, was es zeigt, sind Spielkarten und eine Landkarte”,



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