„TheMall“ soll das größte Kaufhaus im Metaverse werden

„TheMall“ soll das größte Kaufhaus im Metaverse werden

TheMall soll Kunden zurück ins Einkaufszentrum locken – aber digital. Als Zugang zum Shopping-Metaverse genügt ein Browser.

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Geräumige Einkaufszentren gehörten einst zur DNA der USA, mussten in den vergangenen Jahren aber reihenweise schließen. Während der Online-Handel aufblühte und die Pandemie noch mehr Kunden ins Netz trieb, verschwanden vorwiegend in ländlichen Gebieten große Malls. Auf Youtube dokumentieren etwa Kanäle wie „Dan Bell“ oder „Ace’s Adventures“ diesen Niedergang.

Im Metaverse hingegen könnte die wuchtige Architektur der Einkaufstempel eine digitale Renaissance erleben. So erhofft es sich zumindest die Firma MetaVRse, die laut eigenen Angaben seit sieben Jahren an der gigantischen virtuellen Einkaufspassage „TheMall“ arbeitet. Sie soll im vierten Quartal 2022 eröffnen.

TheMall: Mit dem Browser ins Konsumwunderland

Händler verkaufen hier digitale und physische Güter. Der Zugang erfolgt direkt über einen Browser. Viele Endgeräte vom PC bis zum Smartphone ermöglichen den Zutritt – je nach Vorliebe aus der Ego-Sicht oder mit dem Avatar im Bild. Eine Unterstützung für VR-Brillen ist ebenfalls in Arbeit, vorerst noch ohne weitere Plattform-Details.

Ein Vorteil der digitalen Mall liegt auf der Hand: Digital ist viel mehr Platz. Auf mehr als 100 Millionen (virtuellen) Quadratmetern finden über 100 geräumige Etagen und Geschäftsflächen („Floors“) Raum. Damit sei das Projekt rund achtmal so groß wie die weltgrößte Mall in Dubai, sagt MetaVRse-Mitgründer Alan Smithson: „Unser Ziel ist es, im Metaverse zum Ausflugsort Nr. 1 im Bereich Handel und Unterhaltung zu werden.“

Hauptmieter in TheMall sollen bald verkündet werden. Im Video sind große Marken wie Xbox, Nike, Nintendo oder Harley-Davidson zu sehen. Es ist nicht klar, ob diese Marken tatsächlich zugesagt haben – oder nur zu Demonstrationszwecken integriert wurden.

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Hardcore-Gamer könnten laut Smithson durch das Einkaufszentrum abgeschreckt werden, da technisch nicht das Niveau moderner Spiele erreicht wird. Besitzer älterer Smartphones sollen auch noch teilnehmen können.

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In der mittlerweile zweiten Version der Mall gebe es aber immerhin einige Innovationen wie Multithreading auf dem Smartphone für „Millionen von Polygonen“, so der Firmengründer. Der Grafikstil orientiert sich realitätsgetreu an echten Einkaufszentren. Die virtuelle Mall setzt bewusst einen Kontrapunkt zu bunten, fantastischen Pixelwelten wie Roblox, Minecraft & Co.

Eine wichtige Voraussetzung dafür ist ein eigens entwickelter WebGL-Layer für hardwarebeschleunigte 3D-Grafiken im Webbrowser. Ein Grafiktrick ermögliche, 21.000 Polygone in nur einem Megabyte unterzubringen. Dies erleichtert das Zoomen und schnelle Ortswechsel quer durch die Mall. Ab einem iPhone 6 soll der digitale Shopping-Trip flüssig laufen.

NFT-Käufe für Ladenfläche

Das Unternehmen will 70 Prozent der virtuellen Ladenfläche als Non-Fungible Token (NFTs) verkaufen. Die restlichen 30 Prozent der Fläche dienen als Spekulationsobjekt für Investoren. Ihre Besitzer können sie auf Wunsch gewinnbringend weiterverkaufen.

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Bei einem NFT (Non-Fungible Token) handelt es sich um eine Art digitale Besitzurkunde, die an eine Blockchain-Infrastruktur gebunden ist. So lassen sich die Besitzverhältnisse öffentlich nachvollziehen, selbst bei leicht kopierbaren Objekten.

In TheMall können Entwickler:innen ihre Parzellen zum Beispiel in Marken-Center für Events verwandeln. Als mögliche Aktivitäten nennt Smithson interaktive Spiele oder die NFT-Erstellung (Minting). Später sind auch Konzerte, Comedy-Shows sowie ein persönlicher KI-Concierge geplant, der Fragen von Besucher:innen beantwortet und sie berät.

Algorithmen sollen die Navigation durch die Passage auf die Bedürfnisse individueller Nutzer:innen abstimmen. Die daran geknüpften Treueprogramme benötigen laut Anbieter eine aktive Zustimmung und werden auf europäische Datenschutzregeln abgestimmt.

TheMall will Avatar-Standard setzen

Das Team von TheMall hofft darauf, mit ihrem eigenen Avatar-System einen weltweiten Standard zu setzen. So könnten viele Firmen Kleidungsstücke und Accessoires wie Ohrringe oder Armbänder dafür erstellen. TheMall unterstützt zudem Avatare von ReadyPlayerMe.

Bezahlt wird in der virtuellen Mall mit dem Online-Bezahldienst Stripe, an dem die in den USA übliche Kreditkarte angebunden ist. Alternativ akzeptieren die Anbieter auch den Dienst Bitpay, der Zugriff auf 95 Krypto-Wallets und 15 Kryptowährungen ermöglicht.

Obwohl Blockchain-Technologie zum Einsatz kommt, liege der Fokus aber nicht auf der Kultur der „Crypto Bros“ (ein abwertender Begriff für Kryptoenthusiasten). Stattdessen will das Unternehmen gewöhnliche Menschen für TheMall begeistern, angefangen mit Gamer:innen.

Ladenbesitzer:innen sollen im Vergleich zu App Stores weniger Marge abdrücken. MetaVRse will bei einem Verkauf lediglich drei Prozent Provision vom Händler, bei Apple etwa sind es bis zu 30 Prozent, Meta möchte in Horizon gar fast 50 Prozent. Der Erwerb eines „Floors“ kostet mindestens 100 ETH (in der Kryptowährung Ethereum), was circa 300.000 US-Dollar entspricht.

Interessierte können sich auf TheMall.io für einen Early-Access-Zugang anmelden. Die offizielle Eröffnung ist im Sommer 2022 geplant.

Quellen: Venturebeat, TheMall