Kritik zur VR-Horror-Serie "The Faceless Lady": Schauriges Spiel in irischem Gemäuer

Kritik zur VR-Horror-Serie

In der VR-Horror-Serie The Faceless Lady lädt euch Eli Roth zu einem gefährlichen Spiel um das Caste Kilolc ein. Ich habe die erste Hälfte der Serie gesehen und habe Lust auf mehr.

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Meta veröffentlicht in Zusammenarbeit mit Eli Roth die erste VR-Horror-Serie im Episodenformat. The Faceless Lady spielt in Irland und basiert auf einer populären Legende über Lady Margaret Hodnett, die angeblich in Castle Kilolc spukt. Drei Paare werden zu einem vermeintlich harmlosen Spiel in die Burg eingeladen, das sich jedoch anders entwickelt als erwartet.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind bereits vier der sechs Episoden veröffentlicht, die ihr mit Meta Quest 3, Quest 2 oder Quest Pro anschauen könnt. Jeden Donnerstag findet ihr eine weitere Folge bei Meta TV, bis die Handlung schließlich mit der finalen sechsten Episode abgeschlossen ist.

Spannung steigt von Episode zu Episode

„The Faceless Lady“ startet mit der Vorgeschichte von Lady Margaret Hodnett und erklärt, wie sie zur Faceless Lady geworden ist. Bei den Szenen in der Vergangenheit fehlt mir manchmal ein wenig Licht. Viele der Bereiche, die ich mir in der 180-Grad-Umgebung anschauen kann, sind sehr düster. Dadurch bleibt meine Neugier ein wenig unbefriedigt. Sobald das erste Paar vorgestellt wird, das an den Spielen um das Castle Kilolc teilnehmen soll, gehört dieses Problem allerdings der Vergangenheit an.

Durch die insgesamt hohe Produktionsqualität sehen vor allem das Schloss sowie die Einrichtung richtig gut aus. Zu gerne würde ich selbst in VR durch Castle Kilolc ziehen und alles erkunden. Nachdem alle drei Pärchen, die fortan als Hauptcharaktere neben dem Schlossherrn die Handlung vorantreiben, angekommen sind, kommt es gegen Ende der ersten Folge zum Start der mysteriösen Spiele.

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In den folgenden Episoden wird jeweils eines der gefährlichen Spiele gespielt, welches am Ende zwangsläufig mit dem „Ausscheiden“ einer der Teilnehmer:innen endet. Damit will Roth die Spannung von Episode zu Episode aufrechterhalten – und das gelingt ihm auch. Sobald ein Spiel beendet und der Tribut gefordert ist, bin ich jedes Mal aufs Neue gespannt auf die Reaktionen der übrigen Teilnehmer:innen und die Abgründe, die sich zwischen ihnen auftun.

The Faceless Lady Lady Margaret Test

Lady Margaret Hodnett, als sie sich ihr eigenes Gesicht abzieht. | Bild: Meta Horizon Worlds.

Übernatürlich und trotzdem nicht übertrieben

Während in der ersten Folge noch beinahe keine übernatürlichen Ereignisse eintreten, häufen sich diese in den kommenden Folgen immer mehr. Obwohl sich Geisterschloss-Setting und übernatürliche Erscheinungen dafür anbieten würden, werden Jumpscares und Special-Effects nur selten eingestreut. Das Auftreten von Lady Margarets Geist ist in den meisten Fällen passend in die Szenerie eingewoben. Auch andere mysteriöse Dinge wurden bisher gut in Szene gesetzt.

Insgesamt lebt die Serie allerdings vor allem von der grundsätzlichen Ahnungslosigkeit der Hauptcharaktere und weniger von den CGI-Schauwerten. Ich fiebere als Zuschauer mit ihnen mit und will unbedingt erfahren, was das Geheimnis hinter den Geschehnissen in Castle Kilolc ist. Um das herauszufinden, begleite ich die Teilnehmenden bei der Suche nach Schlüsseln im ganzen Schloss oder dabei, wie sie sich einen Weg durch einen Irrgarten bahnen.

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Unterhaltsame VR-Erfahrung mit ungenutzten Chancen

In The Faceless Lady könnt ihr euch auf atmosphärische Szenerien direkt aus einem grusligen Schloss einstellen. Bild und Kameraführung sind stets flüssig und fühlen sich zu keiner Zeit unangenehm an. Motion Sickness dürfte also kein Problem sein. Der Geist von Lady Margaret sowie die verschiedenen übernatürlichen Ereignisse sind visuell ordentlich umgesetzt, aber klar als CGI erkennbar und keine visuellen Highlights. In Sachen Gruselfaktor bin ich etwas enttäuscht. Hier hätte ich mir von einer Horror-VR-Erfahrung von Eli Roth mehr erwartet.

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Der Plot der Serie und ihr Aufbau sorgen für Spannung, ich hätte mir jedoch mehr Immersion gewünscht. Es gibt zwar Szenen in der Ego-Perspektive, besonders im Labyrinth oder dem Versteckspiel im Dunklen hätten diese allerdings deutlich besser funktioniert. Auf Jumpscares wird in den ersten drei Folgen vollkommen verzichtet. Auch hier gibt es verpasste Chancen, die durch den freien Blickwinkel für spannende Schockmomente hätten sorgen können.

Insgesamt ist The Faceless Lady bislang eine gute Serie, die ich mir so aber vermutlich auch auf einem normalen Fernseher anschauen könnte. Die Vorteile von Virtual Reality werden selten genutzt und abseits vom Kamerafokus gibt es nur wenig zu entdecken.