Wer eine Labo-VR-Brille samt Nintendo Switch sein Eigen nennt, kann ab heute Super Mario Odyssey und Breath of the Wild in der Virtual Reality erleben – zumindest ansatzweise. Die ersten Tester zeigen sich ernüchtert.

Die Webseite Kotaku hat einen ausführlicheren Bericht verfasst zu Nintendos erstem VR-Experiment mit den beiden bekannten Spielemarken: Dass die VR-Modi “nicht gut” seien, hält das Magazin bereis in der Überschrift fest.

Das VR-Erlebnis verdeutliche nicht die Stärken des Virtual-Reality-Gaming und mache die technischen Einschränkungen der Nintendo Switch als VR-Zuspieler offenkundig. Die Grafik sei grobkörnig.

Die VR-Bonusinhalte von Super Mario Odyssey habe man in kurzer Zeit erlebt, schreibt Kotaku. Der Youtube-Kanal ProsafiaGaming brauchte weniger als 20 Minuten, um die drei Bonuslevel durchzuspielen (siehe folgendes Video). Am Ende wartet als Belohnung ein virtuelles Konzert.

Wie man im Video gut erkennen kann, ist die Kamera im virtuellen Raum fixiert. Mario käme der Kamera entweder zu nahe und sei schwer zu steuern oder er sei zu weit entfernt, sodass man ihn kaum mehr erkenne, meint Kotaku.

Breath of the Wild VR mit Luft nach oben

Kotaku beschreibt zwei VR-Kameramodi: Im ersten Modus sehe man Link wie gewohnt von hinten, aber in 3D. Den Kopf könne man nicht bewegen, um sich umzusehen. Das sei etwa so, als würde man in einem Kino einen 3D-Film anschauen.

Im zweiten Modus sei die Kamera ebenfalls auf Link gerichtet. Hier könne man jedoch durch Kopfbewegungen die Kamera bewegen und um Link herum kreisen lassen. Dieser Modus sei ein bisschen immersiver, aber auch “nicht großartig”. Im ersten Kameramodus könne man das Spiel zumindest im Liegen spielen, was ein bisschen bequemer sei.

Auch die US-Seite The Verge nimmt Zelda auseinander: Kein Aspekt werde durch VR besser, technisch sei die Umsetzung eine Katastrophe und aufgrund der fehlenden Kopfhalterung auch noch unkomfortabel. Das VR-Gimmick sei nicht mal ein einmaliges Ausprobieren wert.

Mario schneidet im Vergleich etwas besser ab, allerdings stört den Redakteur auch hier die geringe Auflösung, gerade wenn Mario weiter von der Kamera entfernt ist. Die Steuerung sei seltsam, da man den Controller samt Brille vors Gesicht halten müsse.

Nintendo-Fans sind milde gestimmt

Erste Stimmen von Nintendo-Fans bei Reddit klingen insgesamt etwas positiver: Häufig kritisiert werden die niedrige Auflösung sowie die geringe Bildwiederholrate, die manchen auf den Magen schlägt. Einige Nutzer sind allerdings durchaus begeistert vom VR-Blick.

Tendenziell wird das VR-Update für Zelda und Mario als interessantes Experiment mit Potenzial nach oben verbucht. Insbesondere der 3D-Effekt kommt gut an – viel mehr VR bietet Labo ja im Grunde nicht.

Zu Testzwecken befestigte sich der Youtuber Austin John die VR-Brille mit Klebeband am Kopf und entfernte die Joy-Cons aus der Switchkonsole, sodass er die Hände nicht mehr hochhalten muss. Das sei eine “viel bessere Erfahrung”, meint der Youtuber. In seinem Video ist deutlich zu sehen, dass der VR-Modus mit teils starken Einbrüchen bei der Bildwiederholrate zu kämpfen hat.

Der deutsche Youtuber VoodooDE zeigt Zelda VR durch die Linsen, sodass man eine Vorstellung von der Bildqualität bekommt. Beide Youtuber bemängeln, dass das Interface schwer zu sehen ist, da es am Rand des Sichtfelds platziert ist.

Titelbild: Nintendo

Mehr erfahren über Labo VR:


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