Solo 2: Schlüssel zur Welt – App-Theater-Schnitzeljagd-Escape-Room

Solo 2: Schlüssel zur Welt – App-Theater-Schnitzeljagd-Escape-Room

An das VR-Theater-Spiel „Solo“ knüpft nun der zweite Teil an – allerdings mit der Smartphone-App in den Straßen der Stadt.

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Mit dem interaktiven VR-Theater-Krimi Solo hat das Staatstheater Augsburg im letzten Jahr erfolgreich Spiel und Theater in Virtual Reality verknüpft. Das innovative Kulturhaus setzt die Serie und die Geschichte jetzt mit dem zweiten Teil „Schlüssel zur Welt“ fort.

Dabei wird der Schauplatz von der virtuellen wieder in die echte Welt verlegt – und zwar in die Straßen der Stadt Augsburg selbst.

Ist das vermeintliche Mordopfer doch nicht tot?

Im weitesten Sinne handelt es sich bei „Solo 2: Schlüssel zur Welt“ um eine Mixed-Reality-Erfahrung: Nur mit einer App bewaffnet folge ich den digitalen Fußspuren der im ersten Teil ermordeten Konzernchefin Anette Herzog durch den realen Stadtraum. Ist sie doch noch am Leben und verbirgt sich eine noch größere Verschwörung hinter der Firma Golden Mind Inc. als bisher vermutet?

Auf die Story möchte ich nicht weiter eingehen, um Spoiler zu vermeiden. Wie schon im ersten Teil könnte ich diskutieren, dass die Geschichte an einigen Stellen mit heißer Nadel gestrickt ist, aber das ist im Gesamtbild betrachtet unerheblich. Wichtig ist hingegen: Die Geschichte knüpft gut an Teil Eins an und liefert einen spannenden roten Faden für eine Schnitzeljagd der etwas anderen Art.

Mit App, Google Maps und einer Akte auf Spurensuche

Nach der Installation der eigens dafür entwickelten App entwerte ich mein Ticket über einen QR-Code und das Spiel startet. Ein Chat-Gespräch mit einem Unbekannten beginnt in der App – ich kann meistens verschiedene Antworten geben und manchmal sogar eigene Antworten eintippen.

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Die App schickt mich nun zu einer ersten Position in der Stadt, die ich als Ortsfremder mit Google Maps finde. Überhaupt sind für Touristen die Google-Suche sowie Maps ein wichtiger Bestandteil der Tour. An der ersten Station angekommen, geht die Konversation in der App weiter. Ich soll mich umsehen und auf Merkwürdigkeiten achten. Tatsächlich – ich finde einen Hinweis, der mir mein nächstes Ziel zeigt.

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„Hey, hast du einen Hinweis für mich?“

So ähnlich verläuft das ganze Spiel: Wie bei einer digital unterstützen Schnitzeljagd folge ich der Zielperson durch Augsburg, teilweise an Sehenswürdigkeiten vorbei, fast wie bei einer Sightseeing-Tour. Clever: Ich verbinde damit das Angenehme mit dem Nützlichen. Die verschiedenen Stationen beinhalten unterschiedliche und abwechslungsreiche Aufgaben: Mal muss ich ein Rätsel mithilfe einer Webseite entschlüsseln, mal einen Ladenbesitzer nach einem Hinweis fragen, mal etwas fotografieren.

Spiel und Story sind nicht für einen Tag ausgelegt, unter anderem deshalb, weil man zwischendurch selbst zum Schauspieler werden muss – ich will die Überraschung nicht verderben, deshalb keine weiteren Details dazu. Das braucht Planung, die ebenfalls über die App erfolgt. Auch sind nicht immer alle Hinweis-Orte zugänglich, da sie mitunter an Öffnungszeiten gebunden sind. Eine Tageskarte für die Tram ist ebenfalls empfehlenswert. Wer plant Solo 2 zu spielen, sollte also mindestens 2 Tage einplanen.

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Profi-Tipp: Bei gutem Wetter machts deutlich mehr Spaß!

Die Hinweise sind nicht immer leicht zu finden, hier hilft aber in der Regel die App weiter, wenn ich feststecke. Die Rätsel sind nicht zu schwer und die jeweilige Lösung schafft jene typischen Erfolgserlebnisse, die ihr auch von Escape-Rooms kennt.

Fazit zu Solo 2: Schlüssel zur Welt – Spannendes Schnitzeljagd-Theater

Die Mischung aus digitaler Geschichte, eigens dafür erstellten Akten und Flyern sowie realen Interaktionen ergibt eine spannende Variante interaktiven Theaters. Dabei werden verschiedene Formen des Storytellings ausprobiert – und das ist wichtig für modernes Theater. Die Welt entwickelt sich weiter, auch technologisch – und das Theater muss mit Innovation und Experimenten für seine eigene Zukunftsfähigkeit sorgen.

Das Staatstheater Augsburg treibt diese experimentellen Explorationen künstlerischer Innovation bislang bemerkenswert voran. Mir hat Solo 2 (trotz ausnehmend bescheidenen Wetters) gut gefallen – zumal während dieser Hinweisjagd genug Zeit bleibt, um sich die Stadt anzusehen, irgendwo einzukehren oder auch zu unterbrechen und an einem anderen Tag weiterzumachen.

Allerdings hätte ich mir noch den Einsatz von Augmented Reality über das Smartphone gewünscht, um den Future-Tech-Hintergrund der Story glaubwürdiger zu vermitteln. Die digital-reale Show stützt sich sehr auf traditionelle digitale Mittel, etwa QR-Codes oder Webseiten. AR-Elemente hätten hier das Salz in der Suppe sein können.

Unterm Strich steht eine spannende Neuinterpretation eines Theaterstücks, die sowohl für Augsburger:innen als auch Touristen gut geeignet ist.

Tickets für Solo 2: Schlüssel zur Welt, bekommt ihr hier:

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