VR-Trollen dürfte einfacher beizukommen sein als realen. Immerhin kann man ihre Attacken mit Computercode einschränken.

Beim Cyber-Mobbing werden beispielsweise nicht für die Öffentlichkeit gedachte Fotos im Netz oder Lügen in Chat-Gruppen verbreitet. Für manche Menschen ist das eine existenzielle Bedrohung, noch viel schädlicher als beispielsweise fiese Lästerei in der großen Pause oder am Arbeitsplatz. Das Publikum ist größer und Attacken können lange Zeit online sichtbar sein.

Es braucht also keine VR-Brille, um Menschen übers Internet zu schaden. Dennoch kann Cyber-Mobbing in VR eine zusätzliche – weil physische – Ebene haben.

In VR begegnen sich Menschen virtuell als Avatare. Wie organisiert man das soziale Miteinander? Bild: Facebook / Screenshot

In VR begegnen sich Menschen virtuell als Avatare. Wie organisiert man ihr soziales Miteinander? Bild: Facebook / Screenshot

Beide Daumen runter

Auf Facebook Entwicklerkonferenz F8 sprach VR- und AR-Spezialistin Lindsay Young über Maßnahmen, mit denen der Social-Konzern den Anfängen des VR-Mobbings beikommen will.

Virtual Reality sei die nächste große Sache in der digitalen Kommunikation.”Wir stellen uns eine Welt vor, in der bedeutsame Beziehungen und Gemeinschaften in VR geschlossen werden”, sagt Young. “VR ist mächtig, kann aber auch einschüchternd sein. Das ist die Herausforderung.”

Facebooks VR- und AR-Team entwickle daher vorsorglich Systeme, die VR-Trollen Einhalt gebieten sollen. Laut Facebook existiert ein Verhaltenskodex über alle VR-Brillen und Facebook-VR-Apps hinweg, der “eine respektvolle Kultur und Interaktion fördern soll”. Der Kodex wird Nutzern in den jeweiligen Apps erklärt, beispielsweise in Form eines kurzen Einführungsvideos.

Kommt es dennoch zu Attacken, sollen sich Nutzer wehren können: Falls zum Beispiel ein Avatar dem eigenen zu nah kommt, also in die virtuelle Intimzone eindringt, wird er ausgeblendet. Außerdem kann die Tonspur eines VR-Trolls deaktiviert werden.

Intimzonen gelten auch in VR: Kommt ein Avatar dem eigenen ungewollt zu nah, kann er ausgeblendet werden. Bild: Facebook / Screenshot

Intimzonen gelten auch in VR: Kommt ein Avatar dem eigenen ungewollt zu nah, kann er ausgeblendet werden. Bild: Facebook / Screenshot

Wie beim herkömmlichen Monitor-Facebook können auch in VR andere Nutzer gemeldet oder blockiert werden, wenn sie gegen Richtlinien verstoßen. In Facebooks Kino-App Venues sind laut Facebook sogar Live-Moderatoren unterwegs, die sich unter die Kinobesucher mischen und Nutzerbeschwerden überprüfen.

Im Tanzspiel “Dance Central VR” wird der Schutz vor Belästigungen unmittelbar ins Spielgeschehen integriert: Wenn im Multiplayer-Modus ein anderer Tänzer nervt, zeigt man ihm einfach beide Daumen nach unten.

Mach's gut, Stinkstiefel. Bild: Facebook / Screenshot

Mach’s gut, Stinkstiefel. Bild: Facebook / Screenshot

Der Angreifer wird dann stummgeschaltet und in eine Strafecke versetzt. Für eine zweite Chance zeigt man ihm beide Daumen nach oben. Manche Menschen wären wohl froh, wenn es diese Option in echten Discos gebe.

Youngs Vortrag beginnt bei circa 01:36:00 im folgenden Video:

Quelle: Facebook, Bilder: Facebook (Screenshots)

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