Aus für GTA 5, RDR2, Mafia VR-Mods: Take-Two-Anwälte mit Ultimatum

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Der VR-Modder Luke Ross brachte GTA 5 und Red Dead Redemption 2 in die Virtual Reality. Nun droht ihm der Publisher.

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Im April veröffentlichte ich einen langen Artikel über Luke Ross, in dem sich der VR-Modder zu seiner Arbeit äußerte. Ross entwickelt Modifikationen, die 2D-Hits wie GTA 5, Red Dead Redemption 2, Cyberpunk 2077 und zuletzt Elden Ring mit VR-Brillen spielbar machen. Seine Mods vertreibt er via Patreon. Dank einer breiten Unterstützung seiner Fans verdient er so zwischen 10.000 und 20.000 US-Dollar im Monat.

Letzten Freitag nahm das US-Techmagazin The Verge die Geschichte auf und veröffentlichte einen ähnlichen Artikel über Ross‘ Erfolge. Der drang offenbar zu Take-Twos Chefetage durch und mobilisierte die Anwält:innen des Publishers, die Patreon eine Unterlassungsaufforderung zukommen ließen.

Ross wurde daraufhin von Patreon kontaktiert und aufgefordert, alle Mods und Inhalte zu Take-Two-Spielen von seiner Patreon-Seite zu entfernen. Sollte er nicht Folge leisten, droht ihm die Schließung seines Kontos. Von der Maßnahme betroffen sind die VR-Mods für GTA 5, Red Dead Redemption 2 und der Mafia Definitive Edition.

Ross weist die Vorwürfe zurück

Der Vorwurf lautet auf Urheberrechtsverletzung. In einem Patreon-Artikel weist Ross die Anschuldigungen zurück: Er entwickle nur Modifikationen für schon vorhandene Spiele, die zudem keine Software von Take-Two nutzen und den Kauf der Spiele voraussetzen.

In meinem Artikel argumentierte Ross ähnlich. Er fürchte sich nicht vor Maßnahmen seitens Publishern, weil er nur eine zusätzliche Möglichkeit anbiete, die Originalspiele zu erleben, was letztlich mehr Verkäufe für Studios und Publisher bedeute.

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Ross hofft nun auf eine Klarstellung seitens Take-Two. Patreon versucht derweil, einen direkten Kommunikationskanal zwischen Ross und dem Publisher herzustellen. Die besagten Mods und Inhalte muss er dennoch entfernen, ansonsten droht eine Schließung des Patreon-Kontos. Ross würde dadurch kein Geld mehr mit seinen Mods verdienen. In der Patreon-FAQ wird eine Frist von 48 Stunden genannt.

„Ich werde nicht riskieren, dass andere Spiele entfernt werden, falls Patreon sich entscheidet, meine Seite offline zu nehmen. Das bedeutet, dass alle Beiträge, Bilder, Anleitungen, Empfehlungen, Tutorials und vor allem meine VR-Mods für GTA V, Red Dead Redemption 2, Mafia: Definitive Edition, Mafia II: Definitive Edition, Mafia III: Definitive Edition offline genommen und nicht mehr zum Download zur Verfügung stehen werden“, schreibt Ross in seinem Patreon-Beitrag.

Take-Two greift gern zu rechtlichen Mitteln

Viel Spielraum hat der VR-Modder nicht. Es sei denn, er wäre bereit, vor Gericht zu gehen. Eine Maßnahme, die er ausschließt.

Es ist unwahrscheinlich, dass Take-Two sich Ross gegenüber erklärt oder gnädig stimmen lässt. Der Publisher verfolgte in der Vergangenheit eine rigorose Politik, wenn es um unliebsame Mods für die eigenen Spiele und Marken geht und klagte in einem Fall sogar gegen Modder, die einer Unterlassungsaufforderung nicht Folge leisten wollten.

Take-Two-CEO Strauss Zelnick verteidigte solche Maßnahmen 2021 bei einer Investorenkonferenz und sagte, dass das Unternehmen in diesem Punkt „ziemlich flexibel“ sei und zu reagieren wisse, wenn Umsätze bedroht seien oder jemand „schlechtes Verhalten“ an den Tag lege.

Könnte es sein, dass Take-Two selbst an VR-Versionen der betroffenen Spiele arbeitet und in den VR-Mods eine Gefahr fürs eigene Geschäft sieht? Sehr wahrscheinlich ist das nicht: Zelnick ist ein VR-Skeptiker und hat Investitionen in die Technologie als „Geldverschwendung“ bezeichnet. Lukrative Aufträge sind davon ausgenommen: So arbeitet das Unternehmen derzeit an einer VR-Portierung von GTA: San Andreas für Meta Quest 2.

Ross hofft derweil, dass sich Take-Two umstimmen lässt. „Ich weigere mich zu glauben, dass Take-Two die Entfernung der VR-Mods wünscht, denn das wäre ein extrem kunden- und spielerfeindlicher Schritt“, schreibt der VR-Modder am Ende seines Beitrags.

Quellen: Patreon, The Verge