KOMMENTAR

Oh (S)Hit, Man!

Oh (S)Hit, Man!

Ben hat sich Hitman 3 VR für PC-VR angetan. Wieso dachte er eigentlich, dass das gut wird?

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Cyberpunk 2077 hat mein Leben verändert. Es war das letzte Spiel, was ich jemals vorbestellt habe. Es war das letzte Mal, dass ich einen Hype-Train bestiegen habe, denn die kolossale Entgleisung, dieser GAU, dieses ungebremste Vor-die-Wand-fahren hat Spuren hinterlassen.

Allerdings lassen sich alte Gewohnheiten offenbar nicht so leicht ablegen. Irgendwie bin ich im Herzen immer Optimist, selbst wenn ich Schlimmes erwarte. Also salbaderte ich im MIXEDCAST #275, wie gut Hitman 3 für PC-VR und mit richtiger Controller-Steuerung werden könne. Ich faselte gar davon, dass Hitman 3 VR die Überbrückung der VR-Spiele-Durststrecke für PC-VR sein könne.

Wie Christian, wenn er auf das Release-Datum der PSVR 2 wettet, lag ich sowas von daneben. Dabei ist Hitman 3 VR für PC-VR gar nicht so viel schlechter als die Version für Playstation VR. Es ist halt einfach eine exakte Portierung, nur mit dem Unterschied, dass ich jetzt nicht mehr mit beiden Händen an den DualShock-Controller gefesselt bin: Ich darf endlich beide Hände frei bewegen, etwa mit den Touch-Controllern der Meta Quest 2.

Doch genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Denn während die Mängel der PSVR-Version durch den DualShock-Controller kaschiert wurden – is‘ halt Controller-Gameplay, wat willste machen? – drückt mir die neue Bewegungsfreiheit der PCVR-Version unmissverständlich an jeder Ecke eine Botschaft ins Gesicht:

Hitman wurde nie für VR gemacht.

Die Liste von Bugs und Glitches ist lang und vieles wird sicherlich über Zeit ausgebessert. Doch es ist einfach kein echtes VR-Spiel – das ist es nie gewesen und das wird erst mit PC-VR so richtig klar. Der Aufwand, es für VR geil zu machen, wäre wahrscheinlich gigantisch.

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So muss einfach jeder, der Hitman 3 VR spielen will, wissen, dass es nur rudimentär für VR funktioniert. Ich muss Buttons drücken, anstatt meine Hände natürlich zu bewegen. Die Bedienung ist alles, aber nicht intuitiv. Das Spiel ist auf Triggerpunkte ausgelegt, nicht auf millimetergenaues Erwürgen, Vergiften, Erschießen.

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Das ist keine Bosheit der Entwickler:innen. IOI dachte, es wäre eine gute Idee, mit wenig Aufwand die Controller-Fessel aufzubrechen und den PC-VR-Hitman auf die Jagd zu schicken. Sie haben aber nicht bedacht, dass es nochmal ein anderes Biest ist, dass die VR-Enthusiasten Half-Life: Alyx gewöhnt sind und auch einem kostenlosen Gaul ganz genau ins Maul schauen.

Sie hätten es wissen müssen. Ihnen für eine Portierung einer Portierung den Teufel an den Hals zu wünschen, zeugt allerdings von eklatantem Mangel an Differenzierungsvermögen. Es ist cool, dass ich Hitman 3 in Virtual Reality spielen kann. Es war aber nie wirklich dafür gedacht und gemacht.

Genug Lanzen für die Entwickler:innen gebrochen. Jetzt meine Empfehlung: Spielt Hitman schön auf dem flachen Bildschirm und spart euch Kabelgefummel, Einstellungs-Kämpfe, Glitch-Gewitter, Gamma-Ausfall und Fingerakrobatik bei der Buttonbedienung.

Ist besser für die Nerven.

Schönen Montag und eine tolle Woche wünscht
Ben