Schau mir in die Augen, Oculus-Avatar. Klappt jetzt besser.

Sonnenbrille, Maske, einen Visor – bislang taten Oculus’ Avatare alles, um ihre Augen zu verdecken. Aus gutem Grund: Sie hatten gar keine. Jetzt zählen wir bis drei, verdauen diesen dramatischen Schock. Und freuen uns umso mehr über das, was kommt: ein neues Avatarsystem – mit Augen.

Als “ausdrucksstarke Avatare” bezeichnet Oculus die neueste Generation Digitalmensch, die insbesondere mit eben jenen Äuglein glänzt: Sie ahmen jetzt menschliches Augenverhalten nach, unter anderem mit sogenannten “Sakkaden”, also blitzschnellen, sprunghaften Augenbewegungen. Die nimmt man in der Realität gar nicht unbedingt bewusst wahr, aber unbewusst spielen sie offenbar eine Rolle für den glaubhaften Gesamteindruck.

Die Lippensynchronisation auf Basis der Spracheingabe wurde ebenfalls überholt, sie setzt jetzt auf maschinelles Lernen für glaubhaftere und exaktere Animationen passend zu den Worten des VR-Brillenträgers.

Rift- und Go-Nutzer können außerdem ab sofort neue Feineinstellungen an ihrem Avatar vornehmen, wie zum Beispiel die Farbe der Augen, Lippen, Wimpern und Augenbrauen. In den kommenden Wochen und Monaten sollen eine ganze Reihe Apps die neuen Avatare unterstützen.

Der nächste Schritt: den kompletten Körper simulieren

Dass die Avatare selbst kleinste Details in der Mimik virtuell nachahmen, hat mit Facebooks Ziel zu tun, VR als Telepräsenzmedium zu positionieren. Eine Art neues Telefon, dank dem man Gespräche über große Distanzen hinweg mit einem Gefühl des Miteinanders und der körperlichen Nähe führen kann.

Die gesamte Avatar- und Telepräsenz-Forschung ist im Grunde die Daseinsberechtigung für Facebooks VR-Abteilung. Denn der aktuelle Schwerpunkt auf VR-Games ist für Facebook-Chef Mark Zuckerberg letztlich nur ein Mittel zum Zweck, um die Technologie fortzuentwickeln und zu etablieren, sie gewöhnlich und günstig zu machen. Eine neue Kommunikationstechnologie ist seine eigentliche Vision.

Bei allem Fortschritt, der Oculus’ Avatar-Abteilung in den letzten Jahren gelang: auch die neuesten Figuren sind nur sprechende Köpfe. Die Simulation des ganzen Körpers sei eine enorme Herausforderung, heißt es in einer lesenswerten Zusammenfassung zu Facebooks Avatar-Experimenten der letzten Jahre.

Eben dieser Herausforderung will sich das Oculus-Avatar-Team jetzt stellen und zählt insbesondere auf KI-Technologie, die subtile Bewegungen in der Realität in passende soziale VR-Gesten übersetzen soll – so wie es bei den Avatar-Lippen schon der Fall ist.

Weiterlesen über Social VR:


MIXED-Podcast #143: Google I/O und High Fidelity VR-Abschied | Alle Folgen


Links auf Online-Shops in Artikeln können sogenannte Affiliate-Links sein. Wenn ihr über diesen Link einkauft, erhält MIXED.de vom Anbieter eine Provision. Für euch verändert sich der Preis nicht.