Oculus’ neuester Exklusivtitel ist eine Mischung aus Animal Crossing und Stardew Valley, die von Grund auf für Virtual Reality entwickelt wurde. Und die funktioniert erstaunlich gut.

In Raccoon Lagoon oder “Die Waschbärenlagune”, wie das Spiel auf Deutsch heißt, schlüpft man in die Rolle eines einsamen Inselbewohners. Das kleine Eiland beherbergte einst ein stolzes Völkchen, das nach einem Vulkanausbruch praktisch ausgerottet wurde. Von der alten Kultur sind nur noch Überreste übriggeblieben.

Doch Hilfe naht: Ein Schiff voller Tiere ist auf der einsamen Insel gestrandet. Es sind Wesen mit besonderer Begabung: Entdecker, Bauern, Fischer, Holzfäller, Minenarbeiter, Köche und so weiter. Hilft man ihnen, so helfen sie einem, der Insel wieder zu altem Glanz zu verhelfen.

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Die Gießkanne hilft beim Bewässern des Ackers. BILD: Hidden Path Entertainment

Händische Aufbauarbeit

Raccoon Lagoon ist erstaunlich zugänglich und einfach: Mit meinen eigenen Händen sammle und überreiche ich Gegenstände, fische, fälle einen Baum oder baue Erz ab.

Das bewährte Spielprinzip des Erkundens, Sammelns, Tauschens und Bauens funktioniert ebenso gut wie auf einem Monitor, aber dank Virtual Reality bekommen diese Tätigkeiten eine taktile Qualität: Ich fühle mich tatsächlich wie ein Abenteurer, Bauer oder Handwerker, der mit seinen eigenen Händen zugange ist.

Die Interaktionsmuster fühlen sich zudem natürlicher an als auf mit Maus und Tastatur: Wenn man einen Apfel von einem Baum pflücken will, klickt man nicht darauf, sondern schüttelt mit beiden Händen den Baum, bis die süße Frucht herunterfällt. Solche händischen Interaktionen machen ungeheuer Spaß.

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Mit der ersten Angel fängt man nur kleine Fische. BILD: Hidden Path Enterainment

Grafik: Passender Comic-Look

Eine prachtvolle Grafik darf man selbst mit Oculus Rift nicht erwarten: Das Spiel ist visuell einfach gehalten, damit es auch auf Oculus Quest flüssig läuft. Das gelingt weitgehend, gelegentlich treten Ruckler auf. Aufgrund des bunten Comic-Looks ist Raccoon Lagoon auf beiden Systemen hübsch anzusehen.

Eine besondere Freude machen die knuffigen Tierfreunde, bei denen man gar nicht anders kann, als sie zu streicheln, worauf sie lächeln und Geräusche des Wohlbehagens von sich geben.

Doch nicht alle Tiere sind freundlich gesinnt: Die titelgebenden Waschbären sind diebischer Natur und schleichen sich gerne von hinten an, um Gegenstände aus dem virtuellen Rucksack zu stehlen.

Hierbei reicht es, ihnen mit der Spitzhacke eins überzubraten. Keine Angst: Raccoon Lagoon ist absolut kinderfreundlich und verzichtet auf krasse Gewaltdarstellung.

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Raccoon Lagoon kann man mit einem Freund spielen. BILD: Hidden Path Entertainment

Fazit: Gute VR-Umsetzung eines bewährten Spielkonzepts

Wer möchte, kann die Landschaften, Höhlen und unterschiedlichen Klimazonen zu zweit erkunden: Das Spiel unterstützt Crossplay, sodass Quest- und Rift-Nutzer gemeinsam spielen können.

Fortbewegen kann man sich nur fließend. Mir kamen beim Spielen die Größenverhältnisse etwas merkwürdig vor: Mir schien, als wäre ich viel zu klein und würde am Boden kriechen. Ob dies gewollt ist oder nicht: Mir wurde nach einer Stunde von der fließenden Fortbewegung und der ungewöhnlichen Raumwahrnehmung etwas schlecht.

Raccoon Lagoon ist ein Spiel mit großem Suchtpotenzial und hohem Knuddelfaktor, der nicht nur den Kleinen gefallen dürfte. Lobenswert im Hinblick auf Letztere: Der Titel bietet eine komplette deutsche Lokalisierung.

Meine erste Stunde in der Waschbärlagune war im Nu um. Das bekannte Spielkonzept macht Spaß und ist hervorragend für Virtual Reality umgesetzt.

Raccoon Lagoon ist im Oculus Store für Oculus Quest und Oculus Rift erhältlich und kostet 15 Euro. Das Spiel unterstützt Crossbuy: Wer es sich für eine der beiden VR-Brillen kauft, kriegt es kostenlos für die andere dazu.

Titelbild: Hidden Path Entertainment

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