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Oculus Quest (2): „Real Life 3D“ – faszinierende 3D-Zeitreise

Oculus Quest (2): „Real Life 3D“ – faszinierende 3D-Zeitreise

Der Youtube-Kanal „Real Life 3D“ macht aus historischen Fotografien magische Fenster in die Vergangenheit. Ich habe die faszinierenden Zeitreisen ausprobiert.

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Ich finde mich im London des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts wieder. Ich sehe den Westminster Palace, eingehüllt vom Morgennebel des Jahres 1918. Auf einer menschenleeren Straße spielt ein Mann auf einem Klavier. Eine hochmoderne, zweistöckige Tram wartet an der Haltestelle auf Fahrgäste. Die Downing Street pulsiert vor Leben.

Meine nächste Destination ist New York. Ich sehe eine von Leuchtreklamen erhellte Straße der späten 40er-Jahre, voll mit blitzenden Oldtimern. Im Yankees-Studium begegne ich dem legendären Baseballspieler Babe Ruth. In einem Unterhaltungslokal betrachte ich eine Gruppe junger Männer mit Anzug, Krawatte, Fliege und Hut. Wow, waren die Menschen damals schick angezogen!

Weiter geht es zu den Olympischen Spielen des Jahres 1948 und Momentaufnahmen der Apollo-11-Mission. Der menschliche Fußabdruck auf der Mondoberfläche: Er wirkt zum Greifen echt.

Portale in die Vergangenheit

Dank stereoskopischem 3D-Effekt und einem hochauflösenden VR-Großformat wirken viele dieser fotografischen Zeitreisen so realistisch, dass ich das Gefühl habe, durch ein Portal in die Vergangenheit zu blicken. Viele Aufnahmen sind nachkoloriert und mit einer Soundkulisse versehen, sodass sie dadurch noch lebensechter wirken.

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Eine New Yorker Straßenszene anno 1948. | Bild: Real Life 3D

In dieser liebevollen Form wurden die Fotos vom Start-up Real Life 3D aufbereitet. Das Projekt wurde vom Ingenieur Joff Summerfield und dem Fotografen und Marketing-Experten Jesse Seaward ins Leben gerufen.

Die beiden Freunde verbindet eine Faszination für Fotografie und Virtual Reality. Beide nutzen in ihrer Freizeit VR-Brillen (Vergleich) und entwickelten ein Verfahren, mit dem sich herkömmliche Fotografien in immersive 3D-Ansichten verwandeln lassen.

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KI-Algorithmen zaubern Räumlichkeit

„Es gibt einen Mangel an Inhalten dieser Art, insbesondere an historischen Fotos, die für VR und Youtube aufbereitet sind“, schreibt mir Seaward. Um Fotos im 3D-Format in die VR zu bringen, entwickelten sie ein mehrstufiges Verfahren.

Zunächst werden die Bilder mit dem KI-Programm Topaz Gigapixel AI auf 4K-Auflösung hochskaliert. Da die historischen Originalaufnahmen nicht mit einer Stereokamera aufgenommen wurden, werden sie in jeweils zwei stereoskopische Bilder umgewandelt, wodurch sie beim Betrachten durch die VR-Brille erst an Plastizität gewinnen.

Bei dieser 3D-Umwandlung kommt ebenfalls eine Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Die schätzt die unterschiedlichen Tiefenebenen der fotografierten Szenen. Das funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie bei Facebooks 3D-Fotos.

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Jede Woche ein neues 3D-Video

Dass die KI-basierte Interpolation räumlicher Tiefe nicht perfekt ist, sieht man, wenn man genau hinschaut: Manche Objekte treten unnatürlich weit hervor oder verschwinden im Hintergrund. Im Großen und Ganzen überzeugt das Ergebnis jedoch. Was auch daran liegt, dass das Team die maschinell erstellten Tiefeneben, wo nötig, manuell mit Photoshop berichtigt.

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Ein Zahnarztbesuch im Jahr 1918. | Bild: Real Life 3D

Nach der 3D-Umwandlung geht es ans Schneiden des Youtube-Videos. In diesem letzten Schritt wird die stimmungsvolle Geräusch- und Musikkulisse ergänzt. Auf Youtube hat das Start-up bereits vier VR-Videos veröffentlicht (markiert mit „Headset/Anaglyph“):

Die übrigen Videos liegen im VR180-Format vor, bieten jedoch keinen 3D-Effekt. Real Life 3D will jede Woche ein neues Video hochladen.

So schaut ihr die 3D-Videos mit Oculus Quest (2)

Mit den Youtube-Videos wirbt das Start-up für die eigene 3D-Konversionstechnik. Die Idee ist, die Umwandlung in stereoskopische Inhalte kommerziell anzubieten, ähnlich wie es Denis Shiryaev mit seinen historischen KI-Videos tut. Museen, Bibliotheken und Kunstgalerien können auf diese Weise manuell gefertigte 3D-Versionen ihrer Fotosammlungen herstellen lassen.

Private Nutzer:innen können ebenfalls auf das Angebot zurückgreifen: Auf der offiziellen Internetseite lassen sich für umgerechnet 300 Euro 500 3D-Umwandlungen vornehmen, etwa von Hochzeits- oder Urlaubsfotos. Entsprechende Aufträge hat Real Life 3D bereits umgesetzt.

Ihr wollt euch die Youtube-Videos mit Oculus Quest (2) anschauen? Dann geht folgendermaßen vor:

  1. Startet die Youtube VR-App.
  2. Sucht nach „Real Life 3D Historic“ oder direkt nach dem Youtube-Kanal.
  3. Wählt Videos mit Anaglyph-Modus aus.

Das folgende Video zeigt die New Yorker Aufnahmen in 2D. Auf einem herkömmlichen Bildschirm kommt der 3D-Effekt aber nicht zur Geltung. Nur unter der VR-Brille entfalten diese Fotografien ihre volle Magie.

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