Nreal Air: Neue Techbrille ist kompakter & günstiger – mit einem Haken

Nreal Air: Neue Techbrille ist kompakter & günstiger – mit einem Haken

Es ist noch gar nicht so lange her, dass die AR-Brille Nreal Light hierzulande auf den Markt kam. Nun stellt das Start-up eine zweite Techbrille vor: die Nreal Air. Die bringt viele Verbesserungen gegenüber Nreal Light, hat aber auch einen großen Nachteil.

Ersten Bildern zufolge ist Nreal Air kaum noch als Techbrille auszumachen. Sie ist kompakter gebaut als Nreal Light und ist mit 77 Gramm elf Gramm leichter als das Vorgängermodell.

Beide Techbrillen haben ein Micro-OLED-Display verbaut, das der Nreal Air läuft jedoch mit 90 statt 60 Hertz, was für ein angenehmeres Bild sorgen dürfte. Außerdem ist die Pixeldichte höher und beträgt neu 49 PPD, was mit einem schmaleren Sichtfeld von 46 statt 52 Grad einhergeht. Das entspricht laut Nreal einem 130-Zoll-Bildschirm auf drei Meter Entfernung oder einem 200-Zoll-Bildschirm auf sechs Meter Entfernung.

Kabelpflicht und iOS-Unterstützung

Als Zuspieler dient nach wie vor ein Smartphone, das per Kabel mit der Techbrille verbunden wird. Neu ist, dass Nreal Air auch iOS-Hardware (per Adapter) sowie die meisten Android-Geräte unterstützt. Die Nreal Light ist nur mit einer Reihe modernster Android-Smartphones kompatibel.

Die Linsen lassen sich in drei Stufen neigen und erhöhen damit den Sehkomfort der Nutzer:innen. Die im Vergleich zur Nreal Light kompaktere und leichtere Techbrille bietet außerdem eine verbesserte Ergonomie, sodass sie rutschfester ist und länger am Stück getragen werden kann.

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Die ersten Bilder der Nreal Air sind Renderings. Die Techbrille wurde noch nicht in echt gezeigt. | Bild: Nreal

Nreal Air ist keine AR-Brille mehr

Den schmaleren Formfaktor und die breitere Geräte-Unterstützung erkauft sich Nreal damit, dass es komplett auf Kameras verzichtet. Bot bereits die Nreal Light (Test) nur eingeschränkte AR-Funktionen, fallen diese bei der Nreal Air gänzlich weg, da die Techbrille keinerlei Raumwahrnehmung mehr hat. Auch räumliche Bewegung und Handtracking sind damit nicht mehr möglich.

Nreal Air ist stattdessen auf das Streaming von Smartphone-Inhalten auf eine virtuelle Leinwand optimiert, seien es Apps oder Filme. Die Nreal Air ist demnach eine reine Videobrille.

Laut Nreal setzen 78 Prozent aller koreanischen Besitzer:innen die Nreal Light für Videostreaming ein. Folgerichtig setzt das Unternehmen für das zweite Produkt auf genau dieses Anwendungsszenario und verzichtet auf AR-Funktionen, die noch in der Experimentierphase stecken, schnellere Smartphone-Prozessoren voraussetzen und den Formfaktor beeinträchtigen.

AR-Brille Nreal Light zusammengeklappt von vorn auf einem Tisch liegend

Die Nreal Light hat Kameras verbaut und ist eindeutig als Techbrille zu identifizieren. | Bild: MIXED

Marktstart im Westen erst 2022

Das heißt nun aber nicht, dass Nreal Augmented Reality aufgibt: Die Nreal Light wird als eigene Produktkategorie fortgeführt und soll im vierten Quartal in den USA auf den Markt kommen.

Nreal Air soll im Dezember zuerst in Japan, China und Südkorea in den Handel kommen und 2022 weiter expandieren. Sie wird wie die Nreal Light von Netzbetreibern beworben und verkauft. In Deutschland wird die Nreal Light von der Deutschen Telekom und Vodafone angeboten. Ob das auch für Nreal Air gelten wird, ist noch nicht bekannt.

Weil Nreals Videobrille weit weniger Technik als Nreal Light verbaut hat, soll sie „signifikant“ günstiger als diese werden. Auch das dürfte der Verbreitung des Wearables helfen, wie Nreal hofft.

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Quelle: The Verge, Protocol