Update vom 15. August 2019:

Ich konnte die PC-VR-Version von No Man’s Sky VR mit einer Oculus Rift S testen und bin auf Probleme mit der Performance gestoßen: eine geringe oder instabile Bildwiederholrate sowie Bildartefakte trotz vergleichsweise guter Hardware (GTX 1080 Ti) und niedriger Grafikeinstellungen.

Beiträge bei Reddit bestätigen, dass das Spiel aktuell nicht sehr gut läuft. Die Einstellungen stark herunterzuschrauben, soll einigen Nutzern helfen.

Hello Games hat derweil reagiert und einen experimentellen Patch herausgebracht, der Optimierungen und Fehlerbereinigungen vornimmt.

Grafisch übertrifft die PC-VR-Version die Playstation-VR-Variante. Das Bild ist höher aufgelöst und schärfer, wie in folgendem Vergleichsvideo zu sehen ist.

Ursprünglicher Artikel vom 14. August 2019:

Mit dem Erscheinen des Beyond-Updates kann No Man’s Sky endlich in Virtual Reality erlebt werden. Ich habe eine Stunde mit Playstation VR gespielt und schildere meine ersten Eindrücke.

Hinweis: Ich habe den VR-Modus mit einer Standard-PS4 und Move-Controllern getestet. Ein Ersteindruck und Vergleich der PC-VR-Version folgt in Kürze.

Eines vorweg: Der VR-Modus wirkt zumindest nach der ersten Stunde größtenteils ausgereift und zeigt, dass die Entwickler von Hello Games ihre VR-Hausaufgaben gemacht haben.

Ich war auf dem Startplaneten zu Fuß und mit dem Jetpack unterwegs, habe mit dem Multitool Materialien gesammelt, meine Ausrüstung und mein Raumschiff repariert und bin ins Weltall aufgebrochen. All das funktionierte fast einwandfrei mit den Move-Controllern.

Künstliche Fortbewegung ohne Feineinstellungen

Fortbewegen kann sich per Teleportation oder fließend. Drehungen sind in Gradschritten oder fließend möglich, die Gradschritte kann man nicht feineinstellen. Hier bietet No Man’s Sky nur einen Wert, der etwas grob erscheint.

No_Mans_Sky_VR_Multitool

Das Multitool hält man dank Move-Controller in der eigenen Hand. BILD: Hello Games

Leute mit empfindlichen Mägen können einen Tunnelblick aktivieren, der sich ebenfalls nicht feiner anpassen lässt. Im Zweifelsfall sollte man No Man’s Sky VR vor dem Kauf bei einem Freund ausprobieren, denn in diesem Spiel läuft, schwebt und fliegt man viel. Das bekommt nicht jedem.

Interaktionen: Mit Händen statt Knöpfen

Dank Move-Controller kann man im Spiel seine eigenen Hände einsetzen. Das Multitool holt man hervor, indem man hinter die rechte Schulter greift. Für das Abbauen von Rohstoffen zielt und drückt man ganz einfach den Abzug. Für das Pflücken von Pflanzen muss man sich nicht bücken: Man visiert die Flora einfach und macht eine Ziehbewegung, so als würde man sie greifen und aus der Erde rupfen.

Auf die gleiche Weise interagiert man mit mechanischen Objekten wie einer Miniraffinerie oder dem eigenen Raumschiff. Will man aus letzterem aussteigen, zieht man mit der Hand seitlich die Cockpitscheibe hoch. Durch diese händischen Interaktionsformen wirkt das Spiel immersiver.

Ungenaue Raumschiffsteuerung

Das Raumschiff wird ebenfalls manuell per Schubregler und Steuerknüppel bedient. Während meines Kurztests schien mir die Raumschiffsteuerung so sehr ungenau und hakelig, was möglicherweise an der Eingabemethode liegt: dem räumlichen Tracking des Move-Controllers.

Oft verlor ich die Kontrolle über das Schiff oder es flog in eine Richtung, in die ich nicht sollte. Ob man mit dieser Steuerungsart effektiv Weltraumkämpfe ausfechten kann, will ich bezweifeln. Aber vielleicht fehlt mir schlicht die Übung.

No_Mans_Sky_VR_Raumschiff

Das Steuern des Raumschiffs will gelernt sein. BILD: Hello Games

Die Spielmenüs lassen sich öffnen, indem man mit der rechten Hand auf die linke Hand zeigt: Dann erscheint ein navigierbares AR-Display. Das ist zum einen immersiver, als wenn man bloß einen Knopf drücken würde, zum anderen notwendig, weil die Move-Controller nur wenige Tasten bieten.

Erstes Fazit: VR hui, Grafik pfui

Während die VR-Umsetzung bis auf die Raumschiffsteuerung einen soliden Eindruck macht, ist die Grafik sehr schwach auf der Standard-PS4.

Das Spiel lief während meiner ersten Stunde mit No Man’s Sky zwar stets flüssig, im Vergleich zur 2D-Version muss man jedoch ein pixeliges und verwaschenes Bild hinnehmen. Ein grafischer Abstrich, der auf mich fast schon zu groß erscheint für das, was Virtual Reality am Ende an immersivem Mehrwert bietet. Ich bin gespannt, ob die PC-VR-Version in dieser Hinsicht weniger Kompromisse zeigt.

So oder so: Mit aktueller VR-Technologie wirken Gegenstände und Umgebungen, die sich in unmittelbarer Nähe befinden, am besten. Große Entfernungen kommen in Virtual Reality weniger gut zur Geltung. Das gilt auch für No Man’s Sky VR und besonders für die Playstation-VR-Version, in der entfernte Landschaften im Pixelbrei versinken.

Von der VR-Umsetzung abgesehen, muss man No Man’s Sky auch als Spiel mögen, damit sich die Anschaffung lohnt. Denn hier geht es im Wesentlichen darum, Materialien zu suchen, abzubauen und daraus zunehmend komplexe Dinge herzustellen. Wem diese grindlastige Spielmechanik nicht zusagt, wird auch mit der VR-Brille keine große Freude an No Man’s Sky haben.

No Man’s Sky ist für 40 Euro im Playstation Store erhältlich, aber derzeit um die Hälfte im Preis reduziert.

Titelbild: Hello Games

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