Myst VR lässt einen Zukunftstraum aus 1993 wahr werden

Myst VR lässt einen Zukunftstraum aus 1993 wahr werden

In den 90ern überraschte Myst mit schicken, aber statischen Rendergrafiken von der CD. Im Jahr 2022 könnt ihr selbst in der Echtzeit-Spielwelt stehen und sie mit den eigenen Händen steuern.

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Das Adventure Myst von Cyan gehörte zu den fortschrittlichsten Games des Jahres 1993 – mit der CD als riesigem Speichermedium und verschwenderischer Rendergrafik. Seinerzeit hätte ich mir allerdings nicht träumen lassen, eines Tages selbst in dieser Welt zu stehen, statt nur vor dem Monitor zu sitzen, und die geheimnisvollen Puzzles mit meinen eigenen Händen zu lösen.

Fast 30 Jahre später wird dieser Zukunftstraum möglich dank Virtual Reality mit der Meta Quest 2: Hebel umlegen, Bücher umblättern, die verlassene Insel erkunden – all das und mehr könnt ihr ab sofort mit den eigenen Händen erledigen. Controller werden weiter unterstützt und der Wechsel zwischen den Eingabemedien ist fließend möglich.

Einige Aktionen werden mit Gesten gesteuert: Sobald ihr den Zeigefinger ausstreckt, lauft ihr voran. Der Rest der Hand sollte dabei zu einer Faust geformt sein. Ähnlich funktioniert auch die alternative Teleportation: Einfach auf ein Ziel zeigen, den Teleport-Ring platzieren und den Finger zurückziehen. Schon „beamt“ ihr euch an diesen Ort.

Handtracking-Hürden auf der Meta Quest 2

Im Blog „Oculus for Developers“ geht Cyans Development Director Hannah Gamiel noch näher auf die Feinheiten der Gestensteuerung ein – und auf viele Probleme und nötige „Code-Schummeleien“ bei der Entwicklung.

In der Unreal Engine 4.27.2 befinde sich „nur etwas Basis-Code“ für Metas Handtracking der Quest 2. Ausgestreckte Zeige- oder Mittelfinger seien zunächst nicht verlässlich genug erkannt worden. In Unity hingegen seien einige Libraries für die Gestenerkennung und Physik-Libraries schon verfügbar.

Deshalb habe das Team zunächst Zeit damit verbracht, ähnliche Grundlagen für die Unreal Engine zu entwickeln – für sauber erkannte Gesten wie „Daumen hoch“ oder den schon erwähnten ausgestreckten Zeigefinger.

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Angesichts dieser Entwicklungshürden solltet ihr keine perfekte Hand-Steuerung erwarten. Die vier eingebauten Tracking-Kameras der Meta Quest 2 wurden schließlich gar nicht dafür konzipiert, sondern lediglich zur Erfassung der Umgebung und der Controller. Erst ein späteres Update fügte Handtracking hinzu. Wir haben bereits einige VR-Spiele mit dem verbesserten Handtracking 2.0 unter die Lupe genommen.

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Endlich eine Notizfunktion

Das Myst-Update enthält noch einige weitere Neuerungen, darunter die zum Start schmerzlich vermisste Notizfunktion: Neuerdings könnt ihr direkt im Spiel von wichtigen Nummern, Buchseiten und dergleichen Screenshots machen. Früher war dafür ein umständlicher Wechsel ins Systemmenü nötig.

Hinzugefügt wurden auch einige Original-Filmschnipsel: Wer möchte, kann bei Videosequenzen künftig zu den exzentrisch inszenierten Filmchen der Cyan-Gründer Rand und Robyn Miller wechseln. Seinerzeit waren solche „Full Motion Videos“ (FMV) in Spielen noch etwas Besonderes.

Ebenfalls neu dabei sind Cloud-Speicherstände sowie die Option, die Laufrichtung an der Ausrichtung eines Controllers auszurichten. Eine weitere, etwas verwunderliche Änderung betrifft die Dateigröße des Spiels: Sie beträgt nur noch rund 5,5 statt 9,5 Gigabyte.

Das aktuelle Myst-Remake ist übrigens seit knapp einem Jahr auch für den PC erhältlich – auch hier in einer voll animierten Polygonkulisse statt auf Standbildern wie früher. Auf Steam unterstützt die grafisch weiter verbesserte Hybrid-Fassung sowohl VR-Brillen als auch den Monitor, allerdings kein Handtracking.

Wer Myst nicht durch die Nostalgie-Brille ansieht, wird das Spiel nüchterner beurteilen: Das aus dem Original übernommene, altmodisch-unbarmherzige Rätseldesign wird modernem Spieldesign nicht mehr gerecht. Auf dem rätselhaften Trip durch verschiedene Zeitalter stoßt ihr auf einige bizarre Apparaturen. Ihre Funktionsweise lässt sich oft nur anhand gut versteckter Hinweise oder, damit endet es meist, einer Komplettlösung enträtseln. Aber auch das ist Teil des nostalgischen Charmes.

Quellen: Oculus-Blog, Blog "Oculus for Developers", Steam