Das US-Startup Mojo Vision entwickelt die erste smarte AR-Kontaktlinse. Noch gilt es jedoch einige Hürden zu nehmen.

Kabetec VR-Brille

Auf der CES wurde ausgewählten US-Medien hinter verschlossenen Türen ein früher Prototyp präsentiert.

Das Startup integrierte ein Display mit einer Pixeldichte von 14.000 PPI, einen Bild- und Bewegungssensor sowie ein Miniradio in eine harte Sklerallinse, berichtet The Verge.

Das Magazin durfte sich den frühen Prototyp aus unmittelbarer Nähe ansehen, jedoch nicht einsetzen. Mit gutem Grund: Die Kontaktlinse ist noch mit einer großen Batterie verkabelt. Funktionstüchtig ist das Gerät folglich noch nicht. The Verge und andere eingeladene Pressevertreter konnten jedoch beim Hindurchschauen ein grünes, monochromes Display ausmachen.

Das in der Linse integrierte Radio kommuniziert mit einer um den Hals getragenen Recheneinheit, die für den Informationsaustausch zwischen Smartphone und Kontaktlinse zuständig ist, schreibt Techcrunch. Die langfristige Vision sei jedoch, das Smartphone ganz zu ersetzen.

Das marktreife Produkt soll einen Tag durchhalten und wird per Induktion in einem speziellen Behälter aufgeladen. Gereinigt werden muss es von Hand.

Marktzulassung ausstehend

Um zu demonstrieren, wie das fertige Interface mit eingesetzter Kontaktlinse aussieht, wurde den Journalisten eine HTC Vive mit Eyetracking aufgesetzt. Techcrunch beschreibt Augmented-Reality-Elemente wie Mitteilungen, Kalenderbenachrichtigungen und Wettervorhersagen. Der Verge-Redakteur fand die Blickerfassung “anstrengend” und bekam schon nach kurzer Zeit Kopfschmerzen.

Die größte Hürde sei nun, dass die Kontaktlinse autark funktioniere sowie die gesellschaftliche Akzeptanz, ein elektronisches Gerät auf dem Auge zu tragen. Techcrunch erwähnt, dass man das Display noch nicht abstellen kann und die Einblendungen selbst dann noch sieht, wenn man die Augen schließt. Nicht jedermann wolle Mitteilungen fast schon direkt ins Gehirn gebeamt haben, meint der Redakteur.

Mojo Vision will die smarte Kontaktlinse eines Tages an Unternehmen und Konsumenten verkaufen, die ersten marktreifen Produkte sollen jedoch als medizinische Geräte an Sehbehinderte vermarktet werden. Vor einem eventuellen Marktstart müssen sie von der US-Behörde FDA zugelassen werden. Ein entsprechendes Verfahren läuft bereits – mit ungewissem Ausgang.

Die Kontaktlinsen sollen binnen der nächsten zwei Jahre erscheinen. Wie viel sie kosten sollen, ist nicht bekannt.

Mojo Vision wurde 2015 gegründet, erhielt bislang 108 Millionen US-Dollar Risikokapital und beschäftigt 84 Angestellte.

Titelbild: Mojo Vision, Quelle: The Verge, Techcrunch

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