Mirror Lake: Diese Next-Gen-VR-Brille ist Metas Ziel

Mirror Lake: Diese Next-Gen-VR-Brille ist Metas Ziel

In Mirror Lake kulminieren viele VR-Technologien, an denen Meta seit sieben Jahren arbeitet. Was soll die mächtige VR-Brille eines Tages können?

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Vergangene Woche stellte Meta mehrere VR-Prototypen vor, die neue und eigens für Virtual Reality entwickelte Display-Systeme demonstrieren. Sie zeigen, in welche Richtung sich VR-Headsets in den nächsten fünf bis zehn Jahren entwickeln könnten.

Metas selbsterklärtes Ziel ist, den visuellen Turing-Test zu bestehen. Das heißt: eine visuelle Qualität zu erreichen, die digitale Welten ununterscheidbar macht von der Realität.

Die vorgestellten Prototypen sind Bausteine auf diesem Weg: Mit Half-Dome erforscht Meta variablen Fokus, mit Butterscotch Retina-Auflösung, mit Starburst HDR-Tauglichkeit und mit Holocake 2 eine holografische Optik, die VR-Brillen sehr dünn und leicht machen soll. Die Prototypen sind allesamt funktionsfähig, auch wenn deren Display-Technologie unterschiedlich weit von Umsetzbarkeit und Vermarktung entfernt sind.

Ebenfalls vorgestellt wurde Mirror Lake, der Bauplan einer VR-Brille, von der noch kein lauffähiger Prototyp existiert. Mirror Lake ist Metas vorläufiges Endziel: Das futuristische VR-Headset soll die meisten der vorgestellten Display-Systeme sowie andere Technologien, die Meta in den letzten sieben Jahren entwickelte, in einem schlanken, leichten und energieeffizienten Gerät vereinen.

Grund genug, Metas ambitioniertes Brillenkonzept einmal näher zu beleuchten.

Variabler Fokus und Linsenaufsätze

Mirror Lake baut auf der Display-Architektur von Holocake 2 auf: eine holografische Optik, die eine Pancake-Linse emuliert. Das Resultat ist ein dünnes Profil mit Skibrillen-ähnlichem Formfaktor.

Der Holocake-2-Prototyp mit ultradünnem Profil

Holocake 2 ist Meta bislang dünnster und leichtester VR-Brillenprotoyp. Dessen Display soll die Grundlage von Mirror Lake werden. | Bild: Meta

Ein weiterer Vorteil dieses Display-Systems ist, dass es flach ist. Dadurch lässt es sich um zahlreiche weitere Technologien und optische Elemente stapelartig erweitern: Etwa durch die Flüssigkristalllinsen eines Half-Dome 3, die variablen Fokus ermöglichen oder dünne Linsenaufsätze mit Korrekturgläsern, sodass man keine Brille mehr unter dem VR-Headset tragen muss.

Die erste Hälfte des folgenden Videos zeigt dieses Sandwich-Prinzip.

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Neue Systeme für Eye-Tracking und Passthrough

Doch das ist längst nicht alles. Laut Meta können mit der Holocake-Optik holografische Folien eingebettet werden, die das Licht von den Augen auf ein seitliches Kamerapaar lenken und damit sogenanntes Multi-View-Eyetracking ermöglichen. Die verbesserte Augenverfolgung kann zudem die Genauigkeit des variablen Fokus, der Verzerrungskorrektur und des Passthrough-Modus verbessern.

Das Mirror-Lake-Konzept in der Vorderansicht.

Die Vorderseite von Mirror Lake. Die äußerste Schicht bilden zwei 3D-Displays, die das Gesicht des VR-Nutzers zeigen. | Bild: Meta

Apropops Passthrough: Mirror Lake ist Metas erstes Konzept, das einen Schwerpunkt auf Mixed Reality legt. Es nutzt eine neue Art Passthrough, das auf maschinelles Lernen setzt, um eines der schwierigsten Probleme der Passthrough-Technologie zu lösen: dass die Kameras nicht der Position der Augen entsprechen. Meta wird das sogenannte Neural Passthrough im August auf der Siggraph-Konferenz vorstellen.

Ein VR-Headset mit Durchblick

Zudem plant Meta die Integration zweier flacher 3D-Displays an der Außenseite des Gehäuses, mit dem Ziel, die Augen und das Gesicht des VR-Nutzers darzustellen und somit für andere Menschen sichtbar zu machen. Meta nennt das „Reverse Passthrough“, also umgekehrtes Passthrough. Entsprechende Forschung stellte Meta schon im Sommer 2021 vor.

Reverse_Passthrough_Konstruktion

Dieser ältere Reverse-Passthrough-Prototyp wirkt noch etwas… unheimlich.| Bild: FRL Research

Das größte Hindernis bei der Verwirklichung dieses Konzepts ist die Lichtquelle: Sowohl Holocake 2 als auch Mirror Lake setzen auf Laserlicht statt LEDs als Hintergrundbeleuchtung. Das Problem ist, dass entsprechende Laser längst nicht gut genug und in Massen herstellbar sind.

„Wir müssen noch viel Entwicklungsarbeit leisten und einen Laser entwickeln, der unsere Anforderungen erfüllt: Er muss sicher, kostengünstig und effizient sein und er muss in ein schlankes VR-Headset passen“, sagte Chefforscher Abrash bei der Vorstellung von Mirror Lake.

Ob das gelingt, ist nicht sicher. Der Leiter der Display-Forschung, Douglas Lanman, meint, dass das Mirror-Lake-Konzept deshalb noch in sich zusammenfallen könnte. In diesem Falle würde Meta eine andere technologische Route verfolgen. Zweifel an der langfristigen Umsetzbarkeit der VR-Vision hat das Team jedenfalls nicht.