Microsoft Flight Simulator AR: Digitale Flugzeuge fliegen durch realen Himmel

Microsoft Flight Simulator AR: Digitale Flugzeuge fliegen durch realen Himmel

Die Flugzeuge des Microsoft Flight Simulator sind in der digitalen Computerwelt gefangen. Das geht auch anders, dachte sich ein deutscher AR-Entwickler.

Christophe Leuze entwickelt an der Stanford University medizinische Mixed-Reality-Anwendungen, die es Ärzten erlaubt, MRI-Scans von Patienten in 3D einzublenden. Dieser berufliche Hintergrund brachte ihn auf eine ungewöhnliche Idee, während er seinem in Europa lebenden Bruder Matthias, einem Piloten und leidenschaftlichen MFS-Spieler, via Twitch beim Spielen zuschaute.

Er fragte sich, wie es wohl wäre, wenn er das virtuelle Flugzeug seines Bruders mittels Augmented Reality über Stanford hinwegfliegen sehen könnte, statt es nur via Twitch zu verfolgen.

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So sieht der Mixed-Reality-Flug aus

Für die Umsetzung seiner Idee machte sich Leuze das SDK der Microsoft Flight Simulators zunutze. Er entwickelte eine Software, die die GPS-Daten des Flugzeugs aus dem SDK liest und auf einen Server überträgt. Eine auf Googles AR-Schnittstelle ARCore basierende App bezieht diese Serverdaten und projiziert Matthias‘ Flugzeug in die physische Umgebung.

In einem Video demonstriert Leuze seine AR-App: Man sieht seines Bruders Flugzeug vom Stanforder Campus aus in den Himmel aufsteigen, eine Runde über dem Universitätsgelände drehen und wieder auf dem Rasen landen. Etwas später zeigt der AR-Entwickler, wie die Software mit der AR-Brille Hololens 2 funktioniert.

Brüder denken über Erweiterung nach

Leuzes AR-App kann derzeit nur ein Flugzeug in Echtzeit verfolgen und darstellen. Einer erweiterten Version, die sämtlichen MFS-Flugverkehr anzeigen könnte, steht zumindest theoretisch nichts im Weg. Bis zu hundert Flugzeuge wären machbar, sagt Leuze. Darüber hinaus müsste eine bessere Serverinfrastruktur her und das kostet.

„Im Moment ist es nur ein Hobby“, sagt Leuze gegenüber Airspacemag. „Aber weil das Interesse so groß war, überlege ich mir, wie wir das Programm erweitern könnten.“ Leuzes AR-App gewann auf der diesjährigen IEEEVR-Konferenz eine Auszeichnung für die beliebteste Demo und generierte damit viel Aufmerksamkeit innerhalb der XR-Gemeinschaft.

Die AR-App ist ein schönes Beispiel für das Konzept einer Mixed Reality, in der die Grenzen zwischen physischen und digitalen Welt verschwimmen. Leuze selbst meint scherzend dazu: „Wenn ich ein Flugzeug über mir höre, frage ich mich jetzt jedes Mal: Ist das mein Bruder?“

Quelle: Airspacemag, Titelbild: Christoph & Matthias Leuze

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