Meta Datenhandschuh: Konkurrent wirft Techklau vor

Meta Datenhandschuh: Konkurrent wirft Techklau vor

Am Dienstag stellte Meta einen Datenhandschuh vor. Ein anderer Hersteller behauptet, dass Meta die Technologie gestohlen hat.

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Metas Datenhandschuh setzt fürs haptische Feedback auf kleine Kammern, die mit Luft gefüllt werden und gegen die Haut drücken.

Das 2012 gegründete Unternehmen AxonVR (heute: HaptX) hat eine ähnliche Lösung entwickelt und bezeichnet die Kammern als Haptik-Pixel. Das aktuelle Produkt, die HaptX Gloves DK2, verfügt über 133 solcher Haptik-Pixel und wird seit Anfang des Jahres erfolgreich an Unternehmen verkauft.

HaptX Gloves DK2 Handschuhe

HaptX arbeitet seit 2012 an haptischen Handschuhen. | Bild: HaptX

Metas Datenhandschuh steckt noch tief in der Entwicklung und könnte laut Meta erst in zehn Jahren auf den Markt kommen, wenn überhaupt. Nicht, weil er schlechter ist als das HaptX-Produkt ist, im Gegenteil: Metas Prototyp wirkt jetzt schon leichter und flexibler. Der Unterschied besteht darin, dass Meta ein Produkt für Endverbraucher anpeilt. Dafür muss der Handschuh weich, stylisch und den ganzen Tag tragbar sein.

Meta-Handschuh: Technik abgeschaut?

In einer Stellungnahme schreibt HaptX-CEO Jake Rubin, dass sein Unternehmen in den letzten zehn Jahren Pionierarbeit auf dem Gebiet des haptischen Feedbacks geleistet hat. „Dank des langjährigen Engagements unserer Ingenieure, Entwickler und Investoren verfügen wir über ein branchenführendes Patentportfolio zum Schutz unserer Technologie und Produkte.“

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Ein Bild von HaptX‘ Haptik-Pixeln. Unten: Ein Video von Metas Haptik-Kammern. | Bild: HaptX

 

HaptX habe über die Jahre viele Ingenieure, Forscher und Manager von Meta zu sich eingeladen, um die Haptik-Technologie zu demonstrieren. Nun habe Meta einen Prototyp vorgestellt, dessen Kerntechnologien identisch seien mit HaptX‘ Patenten. „Wir begrüßen das Interesse und den Wettbewerb auf dem Gebiet der mikrofluidischen Haptik, doch der Wettbewerb muss fair sein, damit die Branche gedeihen kann“, schreibt Rubin.

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HaptX strebt Einigung an

Der HaptX-Gründer fügt hinzu, dass er auf eine Einigung mit Meta hofft, die es dem Unternehmen ermöglicht, die Technologie in zukünftigen Produkten einzusetzen. HaptX möchte offenbar erwirken, dass Meta die Patente lizenziert und könnte im gegenteiligen Fall vor Gericht ziehen.

Es ist nicht das erste Mal, das Meta unfairen Wettbewerbs bezichtigt wird. Eine Reihe von Studios und Entwicklern werfen Meta vor, App-Ideen gestohlen zu haben und die Stellung als Plattformbetreiber auszunutzen, um Konkurrenten vom Markt zu drängen.

In HaptX‘ Fall ist eine Gerichtsklage wahrscheinlicher, da es um Patente geht. Ob HaptX Recht bekommt oder nicht: Das Unternehmen wird darauf hoffen, einen lukrativen Deal mit Meta abzuschließen.

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Quelle: Twitter