Mark Zuckerberg bereitet Investoren auf mehr Metaverse-Verluste vor

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Metas Investor:innen müssen langfristig orientiert sein.

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Beim jährlichen Treffen bereitet Meta-Chef Mark Zuckerberg die eigenen Aktionär:innen auf eine lange Metaverse-Geduldsprobe vor: Für weitere drei bis fünf Jahre soll das Projekt signifikant Geld verlieren. Einige Produkte könnten womöglich erst in 15 Jahren fertig sein.

„Am Ende der Dekade ist hoffentlich klarer, wie sich daraus ein positiver ROI für das Unternehmen ergibt“, sagt Zuckerberg.

Der Facebook-Erfinder investiert bereits seit 2014 viele Milliarden US-Dollar in VR und AR in der Hoffnung, dass die Technologien eines Tages die Grundlage für ein noch größeres Milliarden-Geschäft werden könnten. Seit letztem Jahr verfolgt er dabei das übergreifende Metaverse-Konzept, das er selbst als „ambitioniert“ bezeichnet.

Investor:innen haben Metaverse-Bedenken – aber Zuckerberg die Mehrheit

Aktionäre und Aktionärinnen forderten von Metas Vorstand zudem eine Bewertung des Metaverse-Vorhabens durch Dritte hinsichtlich möglicher „psychologischer, zivilrechtlicher und menschenrechtlicher Schäden für die Nutzer, die durch die Nutzung und den Missbrauch der Plattform verursacht werden können“ und eine anschließende Abstimmung mit Aktionär:innen zum weiteren Vorgehen.

Der Vorstand lehnte diese Anfrage allerdings ab – mit Verweis auf bestehende Forschungs- und Kooperationsprojekte „mit zahlreichen Forschern, Experten und Befürwortern auf der ganzen Welt“. Meta erwähnt in diesem Kontext ein im Herbst 2021 aufgelegtes Programm für die verantwortungsvolle Entwicklung von Metaverse-Produkten. Budget: 50 Millionen US-Dollar. Der Vorschlag der Aktionäre sei daher unnötig.

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Solange Zuckerberg im Vorstand viele Verbündete wie seinen Mentor und Großinvestor Marc Andreessen und rund 57 Prozent der Stimmrechte hat, ist Facebooks Metaverse-Umbau wohl weitgehend ungefährdet.

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Zuckerbergs Risiken: Das Metaverse floppt – oder Apple rockt

Einzig ein zu schneller finanzieller Einbruch im Kerngeschäft Online-Werbung und der damit einhergehende Wertverlust an der Wall Street könnte die größte Neuausrichtung der Silicon-Valley-Geschichte gefährden. Dass Zuckerberg auf einen sinkenden Aktienkurs, an dem etwa Gehälter hängen, reagieren muss, zeigt die kürzlich angekündigte Investitionsbremse bei den Reality Labs.

Und dann ist da noch Apple: Der Tech-Gigant will angeblich Ende 2022 oder Anfang 2023 ein erstes Mixed-Reality-Headset auf den Markt bringen, das direkt in Konkurrenz mit Metas nächster XR-Brille Cambria stehen könnte. Dieser Vergleich und die Reaktionen am Markt auf die beiden Geräte könnten zukunftsweisend sein.

Metas größtes Risiko ist wohl die Sache an sich: Niemand, auch Zuckerberg nicht, weiß genau, wie das Metaverse werden wird und wie es Geld verdienen kann. Ideen und Ansätze existieren viele, aber erst die Zukunft wird zeigen, wie valide diese sind und wie sich die Mediennutzung speziell junger Menschen entwickeln wird. Meta setzt auf Earning by doing.

Quellen: Meta, SEC