Living Cities: Start-up will Städten digitales Leben einhauchen

Living Cities: Start-up will Städten digitales Leben einhauchen

Mit seinem Start-up 6d.ai kümmerte sich der AR-Experte Matt Miesnieks zunächst die Infrastruktur der AR-Cloud und verkaufte sein Unternehmen erfolgreich an Niantic. Im nächsten Schritt geht’s um die Inhalte.

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Miesnieks positionierte sich schon circa 2017 zur Augmented-Reality-Cloud als Grundlagentechnologie für die AR-Zukunft. 2017 prognostizierte er, dass das führende AR-Cloud-Unternehmen in 15 Jahren so wertvoll sein könne wie die größten Tech-Konzerne heute. 2018 gründete Miesnieks 6D.ai.

6D.ai mit erfolgreichem Exit

Mit seinem Start-up entwickelte Miesnieks Scan-Technologie für die schnelle Erstellung digitaler Zwillinge realer Umgebungen. Das Start-up vernetzt dafür Smartphones, die Bilddaten in eine Cloud hochladen, wo sie zu einer 3D-Karte vernäht werden. Die Karte wiederum kann über viele Smartphones synchronisiert werden.

Die Technologie funktionierte so gut, dass das Pokémon-Go-Studio Niantic sie 2016 aufkaufte, was Miesnieks heute als „bescheidenen Erfolg“ bezeichnet. Niantic enthüllte kürzlich den visuellen Positionierungsservice VPS für AR-Apps, der digitale Zwillinge von circa 30.000 realen Umgebungen in der Bibliothek hat.

Die 3D-Rekonstruktionen basieren unter anderem auf synchronisierten Smartphone-Scans von Pokémon-Go-Spielerinnen. Niantic möchte dieses Netz kontinuierlich erweitern. Laut Miesnieks ist die Technologie von 6D.ai das „deep-tech Fundament“ von Niantics Lightship Entwicklungsumgebung.

Living Cities soll der soziale Kleber zwischen realer und digitaler Welt werden

Jetzt kündigt Miesnieks gemeinsam mit seinen Co-Gründern John Gaeta (Magic Leap, Lucasfilm) und Dennis Crowley (Co-Gründer Foursquare) sein neues Start-up an: Living Cities will laut Miesnieks ein Produkt für Endverbraucher:innen entwickeln, das „reale Menschen und Orte für das globale Publikum in der virtuellen Welt reflektiert und die kreativen Freiräume der virtuellen Welt in die reale Welt zurückspiegelt.“

Konkret schweben Miesnieks virtuelle 3D-Umgebungen vor, die exakt einem realen Pendant entsprechen und in denen sich Menschen real und digital gleichberechtigt begegnen können – ein lebendiger digitaler Zwilling also, eine Spiegelwelt.

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Laut Miesniek arbeitet Living Cities dabei eine Ebene über aktuellen Karten-Plattformen wie Google oder Apple Maps und möchte nicht mit diesen in Wettbewerb treten, auch wenn diese zum Teil „ähnliche Dinge“ tun würden. Als Beispiele nennt er die zuvor genannten Kartenservices und 3D-Spielewelten wie GTA und Fortnite.

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„Wir konzentrieren uns auf die Erfahrungen, Anwendungen und Schnittstellen, die diese Anwendungen an realen Orten ermöglichen“, erklärt Miesnieks. „Wir bauen etwas auf, das die Menschen wollen, um mit anderen Menschen zu kommunizieren, sich auszutauschen, etwas zu schaffen und sich auszudrücken.“

Es scheint, als wolle Miesnieks neuronale Rendering-Techniken für seine digitalen Zwillinge nutzen, denn er zitiert Block Nerf, ein KI-System von Google, das in der Lage ist, 3D-Szenen aus Street View-Bildern zu erzeugen. Generative KI wird bei der Erstellung von Bildern und Szenen generell immer besser. Man denke nur an die jüngsten Fortschritte in Googles Imagen oder OpenAIs DALL-E 2.

„Das bedeutet, dass fotorealistische, interaktive 3D-Erlebnisse, die die reale Welt abbilden, in Zukunft zum Standard gehören werden, und alles, was mit den Techniken von gestern erstellt wurde, wird veraltet aussehen und sich auch so anfühlen“, schreibt Miesnieks.

Living Cities will sich zunächst auf ein einzelnes Problem im Spiegelwelt-Bereich fokussieren und dieses lösen. Sein Start-up sieht er hervorragend aufgestellt, da das Gründer-Team um die Komplexität wisse, Software in der echten Welt anzuwenden. Es habe Jahrzehnte Erfahrung in diesem Bereich und die vielen Möglichkeiten „wahrscheinlich mehr als jedes andere Team auf der Welt durchdacht“.

Für den Start hat Living Cities eine erste Pre-Seed-Finanzierung über vier Millionen US-Dollar erhalten, um die eigene Hypothese zu testen. Das meiste Geld kommt vom Risikokapitalgeber Ali Tamaseb von DCVC. Laut Miesnieks beteiligen sich zudem Investoren, die auch schon 6D.ai unterstützten.

Quellen: Medium, Webseite

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