John Carmack wollte Meta Quest Pro "komplett killen"

John Carmack wollte Meta Quest Pro

John Carmack glaubte nicht an den Erfolg der Meta Quest Pro und bemühte sich um eine Einstellung des Projekts. Der Markt gab ihm recht.

FAKTEN

John Carmack diskutierte vergangene Woche auf der Plattform X die Vor- und Nachteile von Eye-Tracking für autarke Headsets. Dabei kam er auch auf Quest Pro zu sprechen.

"Ich habe mich sehr bemüht, die Pro komplett zu killen. Ich war mir sehr sicher, dass sie ein kommerzieller Misserfolg sein und die Teams ein Jahr lang ablenken würde, was sie daran hinderte, wertvollere Arbeit an Produkten für den Massenmarkt zu leisten", schreibt Carmack auf X.

KONTEXT

Carmack: Kein Anhänger von High-End-VR

John Carmack war zwischen 2013 und 2019 Oculus-Technikchef. Ende 2019 gab er diese Rolle auf und wirkte als externer Berater weiter. Drei Jahre später kehrte er Meta gänzlich den Rücken.

Ein paar Monate zuvor launchte Quest Pro für 1.500 US-Dollar. Das VR-Headset erhielt durchwachsene Kritiken und wurde ein kommerzieller Misserfolg. Meta reduzierte den Preis um einen Drittel und verschenkte haufenweise Geräte an Entwickelnde.

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Carmack ist ein Fürsprecher preisgünstiger VR-Headsets und glaubt nicht, dass High-End-Technik die Industrie entscheidend voranbringen wird.

MEINUNG

Carmack hatte (bislang) recht

VR-Historiker:innen werden sich noch in zehn Jahren den Kopf darüber zerbrechen, was Meta mit Quest Pro bezwecken wollte. Das angebliche Next-Gen-Gerät nutzte einen veralteten Chip, startete ohne nennenswerte Software und war extrem überteuert für das, was es bot. Die Rechenleistung und Mixed Reality machte erst mit der wesentlich günstigeren Quest 3 einen entscheidenden Sprung nach vorn.

Carmack hatte bislang recht damit, dass teure Next-Gen-Geräte nicht den Durchbruch für VR bringen werden: 2022 mit Quest Pro und 2024 mit Vision Pro.

Die verhaltene Reaktion des Markts auf die Premium-Headsets dürfte die Entwicklung entsprechender Geräte verlangsamen. Eine Headset-Partnerschaft zwischen LG und Meta, aus der eine Quest Pro 2 hätte hervorgehen können, könnte aus diesem Grund ausgebremst worden sein.

Das Eye- und Face-Tracking der Quest Pro war vielversprechend. Aufgrund der geringen Verbreitung des Geräts konnte es sein Potenzial nicht entfalten. Ich frage mich, ob die Technologie in einem neuen Quest-Pro-Headset oder stattdessen in einer günstigeren Quest 4 oder 5 Eingang finden wird.