Ein neues Medium birgt nicht nur neue Möglichkeiten, sondern auch Gefahren. Der deutsche Philosoph Thomas Metzinger glaubt, dass das Töten in Virtual Reality größere Konsequenzen für die Psyche haben könnte als bei herkömmlichen Videospielen. In Verboten sieht er keine Lösung.

Kabetec VR-Brille

Virtual Reality kann den Nutzer wie kein zweites Medium in einen anderen Körper versetzen. Das führt dazu, dass man sich noch stärker als bisher mit seinem Avatar identifiziert. Welche Folgen es haben könnte, für längere Zeit in die Rolle einer virtuellen Figur zu schlüpfen, ist noch nicht erforscht.

Thomas Metzinger nennt Depersonalisation als eine der möglichen Auswirkungen. Langanhaltendes Verweilen in der Virtual Reality könnte demzufolge dazu führen, dass die eigene Persönlichkeit oder der eigene Körper einem unwirklich oder fremd erscheint. Doch Virtual Reality kann weitaus subtiler und unbewusst auf die Psyche einwirken:

“Menschen in virtuellen Umgebungen tendieren dazu, sich so zu verhalten, wie es von ihrem Avatar erwartet wird. Wenn du zum Beispiel eine groß gewachsene Person verkörperst, dann verhandelst du in Gesprächen aggressiver als wenn du in einen kleinen Körper versetzt wirst”, sagt der Philosoph gegenüber New Scientist.

Eingeübtes Verhalten überträgt sich in die Realität

Metzinger bezieht sich auf eine Studie des Stanforder Virtual Human Interaction Lab, das seit über zehn Jahren den Einfluss von Virtual Reality auf das menschliche Verhalten erforscht. Eine ähnliche Studie des Forschungsinstituts legt in einem weiteren Schritt nahe, dass Nutzer das in der Virtual Reality gelernte Verhalten in die Realität übertragen.

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