Bei Vivespray für HTC Vive kann man mit einer virtuellen Sprühkanne eine Backsteinwand einfärben. Wer darauf steht, kommt auf seine Kosten.

Kabetec VR-Brille

Am Titelbild erkennt man deutlich: Ein talentierter Graffiti-Künstler werde ich in diesem Leben nicht mehr. Aber immerhin erreiche ich locker das Niveau der Kiddies, die in meiner Gegend regelmäßig Hauswände mit Geschlechtsteilen und Liebesbekundungen verschönern. Für diese Erkenntnis musste ich keinen Sachschaden begehen, sondern einfach nur meine Virtual-Reality-Brille aufsetzen und zwei 3D-Controller in die Hand nehmen. Das ist praktisch.

Virtuell stehe ich vor einer langweiligen Backsteinwand, die darauf wartet, mit grellen Farben verschönert zu werden. In meiner rechten Hand halte ich die Sprühkanne. Die verhält sich – soweit ich das als Non-Sprayer überhaupt beurteilen kann – physikalisch korrekt. Komme ich der Wand mit dem Zerstäuber sehr nahe, dann sprühe ich eher feine, dafür farblich intensive Linien. Halte ich die Sprühdose weiter weg, dann verteilt der Zerstäuber die Farbe gleichmäßig auf die Wand und ich decke eine größere Fläche ab. Außerdem ist die Farbe transparenter. Laut dem Entwickler eignet sich das perfekt für Schattierungen, was mangels Talent für mich leider nicht nachprüfbar war. In der linken Hand halte ich eine Farbpalette. Dort kann ich frei zwischen allen möglichen RGB-Farbkombinationen auswählen. Motive können zwischengespeichert und bei einer späteren Session verfeinert oder weiterbearbeitet werden. Via Teleportation kann man sich entlang der Wand bewegen. So lassen sich auch in kleineren Trackingflächen problemlos größere Motive umsetzen.

Und das war es im Prinzip auch fast schon, was es derzeit zu Vivespray zu sagen gibt. Denn außer diesen Grundfunktionen bietet die App weiter keine Optionen. Dafür kostet sie aber auch nur 6,99 Euro bei Steam. Der Entwickler verspricht für die Zukunft Updates mit neuen Umgebungen oder einer Möglichkeit für Nutzer, eigene Umgebungen zu importieren und der Community zur Verfügung zu stellen.

Tipp: Die Bedienung der Menüs ist noch etwas fummelig und wird nicht erklärt. Optionen wählt man aus, indem man mit der Sprühdüse darauf zielt und diese kurz ansprayt. Um sich zu teleportieren, muss man die beiden seitlichen Trigger in der Handfläche des linken Controllers halten. Es hat mich zehn Minuten meines Lebens gekostet, das herauszufinden. Nervig sind die monotonen Sprühgeräusche, ansonsten wurde auf Audio komplett verzichtet. Vivespray wurde ohne Zweifel mit der heißen Nadel gestrick…

MIXED.de XR-Podcast - jetzt reinhören

Aktuell: Die große VR-Brillenschwemme | Alle Folgen



Hinweis: Links auf Online-Shops in Artikeln können sogenannte Affiliate-Links sein. Wenn ihr über diesen Link einkauft, erhält MIXED.de vom Anbieter eine Provision. Für euch verändert sich der Preis nicht.