Was wäre, wenn wir unsere Empfindungen bearbeiten könnten: Bilder in unser Gehirn einfügen, die wir nie gesehen haben, unerwünschte Schmerzen ausschneiden oder nicht vorhandene Düfte riechen? Diese Fragen stellen sich Neurowissenschaftler, die an einer Technologie für Sinnestäuschung arbeiten: Informationen sollen mit Hilfe von Laserlicht direkt ins Gehirn übertragen werden.

Einem Menschen Sinneseindrücke und Gefühle vorzutäuschen, ist aufwendig. Um beispielsweise einen Geruch zu simulieren, braucht es ein Gemisch aus Stoffen, das dem originalen Duft nahekommt, und ein Gerät, das diese Stoffe im richtigen Moment in der Nähe der Empfänger-Nase zersetzt.

So eine mechanische Geruchstäuschung ist nicht besonders elegant und hat – außerhalb von ganz speziellen Anwendungsszenarien – wohl kaum eine Zukunft. Gleiches gilt im Grunde für alle Simulationen von Berührungen und vergleichbaren Sensationen durch externe Gerätschaften, die man irgendwie am Körper oder in dessen Nähe trägt.

Wirklich authentisch und damit interessant wird die Täuschung all unserer Sinne erst, wenn das vermittelnde Organ aus der Wahrnehmungsgleichung genommen und die Simulationsinformation direkt ins Gehirn gespeist wird. Dann wären virtuelle Erlebnisse möglich, die von der Realität nicht mehr zu unterscheiden sind.

Hirnmanipulation mittels Laserlicht

Neurowissenschaftler der Berkeley Universität stellen jetzt ein an Mäusen erprobtes Verfahren vor, das einen kleinen Schritt hin zur universellen Hirnsprache bedeuten könnte. Dabei setzen die Forscher auf Optogenetik: Genetisch modifizierte Zellen im Gehirn werden mittels Lichtsignalen ferngesteuert.

Neu ist, dass die Wissenschaftler eine sehr präzise Methode zur Lichtsteuerung entwickelten, die es ermöglicht, einzelne Zellen individuell zu aktivieren. Dadurch könnten bei einem realen Ereignis zuv…

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